Digitalisieren von Glasnegativen

Sind Licht und Wärme des Scanners für Glasplatten schädlich?

Glasnegative werden fachgerecht kühl und dunkel gelagert. Grundsätzlich sollte man ihnen etwas Zeit zum Akklimatisieren geben, wenn sie aus dem Magazin kommen. Licht und Wärme des Scanners wirken nur relativ kurzfristig auf das Negativ, die Platten sollten aber nicht mit der Temperatur des Magazins auf den Scanner kommen.

Welche verschiedenen technischen Möglichkeiten für die Digitalisierung gibt es?

Flachbett- oder Filmscanner haben jeweils ihre Vor- und Nachteile. Der Einsatz der Hardware, sollte zu den Anforderungen des Projekts passen.

Filmscanner liefern Schablonen nur für bestimmte Formate mit, Glasplatten sind aber was Größe und Dicke angeht, höchst unterschiedlich. Das führt in der Regel zu schlechten Ergebnissen oder Problemen.

Flachbettscanner haben den Vorteil, dass auch unterschiedliche und variirende Negativformate gut verarbeitet werden können. In der Regel geht es aber auch hier nicht ohne Schablonen, dies schon, weil das Negativ sonst vom Licht der übrigen Fläche „überstrahlt“ wird.

Glasnegative neigen oft zu Aussilberungen, so dass der Scanner durch die Reflexionen irritiert wird. Wenn sich diese Probleme nicht über die manuellen Einstellungen in der Scansoftware abfangen lassen bietet ggf. die Digitalisierung mit Hilfe einer Kamera eine Alternative.

Ich entwickle und teste zur Zeit, zusammen mit einem Fotografen, einen Aufbau auf Basis einer Digitalkamera mit Reprotisch und Durchlichtfläche. Hierbei sind aufgrund der jüngsten Kameraentwicklungen so hohe Auflösungen möglich, dass die Digitalisate auch als Sicherung genügen. Durch den Aufbau sollten die meisten Probleme von Flachbettscannern und Diascannern umgangen werden können. Von nicht unerheblicher Bedeutung dürfte auch sein, dass mit einer Digitalkamera die Produktivität sehr viel besser sein wird. In den meisten Projekten erweisen sich Scanner als echtes Nadelöhr.

Sofern Interesse besteht, kann ich gerne über den Fortgang und meine Erfahrungen berichten.

Warum Open Source?

Die Frage „Open Source oder nicht?“ sollte keinesfalls unter „ideologischen“ Vorzeichen diskutiert werden. Hier geht es nicht um Lizenzkosten – diese verusachen meist nicht einmal 20% der Kosten in IT-Projekten. Die Überlegungen sollten vielmehr in den Andorderungen des Projekts selbst wurzeln, d.h. am Anfang steht die Analyse der nötigen Funktionalitäten und Eigenschaften, die eine Software mitbringen sollte. Ist eine kommerzielle Software vorhanden, die dem geforderten Profil entspricht, wird die Wahl dieses Produkts die naheliegende Entscheidung sein.

Ist jedoch keine geeignete Software auf dem Markt, muss in eine Neuentwicklung oder Weiterentwicklung bestehender Systeme investiert werden. In einem solchen Fall ist Open Source eine ernsthafte Alternative, umso mehr im Bereich von Kulturprojekten der öffentlichen Hand, denn hier kann es nichtdarum gehen, sich einen „Marktvorteil“ zu verschaffen, sondern Resourcen optimal zu nutzen.
Die Nachnutzung bereits bestehender Open Source Lösungen bietet die Chance, sich bei einer Entwicklung auf die Anpassung bestehender Systeme an die eigenen, spezifischen Bedürfnisse zu konzentrieren.

weitere Links zum Thema:

Open Source bei der NASA: Nachricht bei Heise

Bilder im Web

Digitale Bildsammlungen sind kein Ersatz für analoge Fotografie, aber sie erleichtern den Zugang zu Material, dass sonst nur Forschenden und Experten vorbehalten bliebe.

Fotografie besteht nicht losgelöst vom Material. Sie hat jedoch häufigdie Eigenschaft in mehr als einem Abzug zu existieren. Die Frage nach Original und Kopie ist also ein Dauerproblem der Fotografie. Eine Möglichkeit, die Frage nach dem Original zu beantworten, ist die nur dem eigenhändigen, in zeitlicher Nähe entstandenen Abzug den Rang eines „Vintage“ einzuräumen.

Doch gibt es auch die Fotografie nach dem Vintage. Wenn die Inhalte von Fotografie in den Vordergrund treten wird die Frage „Ist ein digitales Bild noch eine Fotografie?“ zweitrangig. Dann hat das Bild in seiner digitalen Form die Möglichkeit, seine eigenen Potentiale zu entfalten, denn digitales Bilder sind in ihrern Verwendungsmöglichkeiten sehr viel vielseitiger.

Werkzeuge wie Diglib tragen schon jetzt dazu bei, dass sich für das wissenschaftliche Arbeiten mit digitalen Bildern neue Möglichkeiten und Formen entwickeln werden, in dem Maße wie Bildsammlungen zu echten Resourcen im Web werden.

Website: Digitale Photothek des Kunsthistorischen Instituts Florenz

Auftraggeber: Kunsthistorisches Institut in Florenz, MPI

Die analoge Studiensammlung des KHI umfasst über 500.000 Aufnahmen, vor allem zur Kunst Ober- und Mittelitaliens. Diese außergewöhnliche dichte Dokumentation ergänzt als Arbeitsinstrument der kunsthistorischen Forschung die Bibliothek des Instituts.

Die digitale Photothek des KHI umfasst wichtige historische Bestände zur italienischen Kunst, wie die Aufnahmen von Andrea Gaspare De Giovanni der Fresken von San Francesco in Assisi, oder die Kampagnen von Hilde Bauer-Lotz zur Florentiner Architektur und Stadttopografie vor dem Zweiten Weltkrieg.

In einem zweijährigen DFGgeförderten Projekt wurden 20.000 Negative in hoher Auflösung digitalisiert und stehen der Forschung mit Abschluss des Projekts als Resourcen zur Verfügung.

Technischer Rahmen:
Zugrundeliegende Dokumentation in Hida-Midas
Zope/Plone-basiertes CMS
Importschnittstelle zu einer objektorientierten Datenbank (Zope Object Database – ZODB)
Bildserver Digilib für das wissenschaftliche Arbeiten mit Bildern

Projektleitung: Ruth Goebel
Architektur und Umsetzung: Fafalter GmbH, Düsseldorf

Website: Historisches Farbdiaarchiv zur Decken- und Wandmalerei – 1943/1945

Auftraggeber: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München

Auf persönlichen Erlass Adolf Hitlers wurden zwischen 1943 und 1945 die immobilen Kunstwerke im damaligen „Reichsgebiet“ kurz vor der drohenden Zerstörung durch die Alliierten fotografisch dokumentiert.
Die Kampagnen wurden in fünffachen Kopien an das Propagandaministerium geliefert. Dieser historische Fotobestand befindet sich heute auf verschiedene Institutionen verstreut. Wesentliche Teile liegen beim Bildarchiv Foto Marburg und beim Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München, deren Bestände in dieser Website zusammengeführt werden.

Technischer Rahmen:
zugrundeliegende Dokumentation mit Hida-Midas
Zope/Plone-basiertes CMS
Importschnittstelle zur einer objektorientierten Datenbank (Zope Object Database – ZODB)

Projektleitung: Ruth Goebel
Architektur und Umsetzung: Fafalter GmbH, Düsseldorf

Website: Ignaz Böckenhoff – Fotografie auf dem Lande

Auftraggeber: Gemeinde Raesfeld

Ignaz Böckenhoff war der Fotograf der kleinen Leute. In Raesfeld im Westmünsterland geboren, hatte der Sohn eines Großbauern keinen Beruf erlernt. An sozialem Aufstieg war ihm auch nicht gelegen, er verbrachte sein Leben eher unauffällig, als ein scharfer Beobachter seiner Zeit. Seine Sammlung von 80.000 Negativen ist ein außergewöhnliches Dokument für den politischen und sozialen Wandel vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie befindet sich heute im Besitz der Gemeinde Raesfeld und wird im Westfälischen Landesmedienzentrum aufbewahrt.

Technischer Rahmen:
zugrundeliegende Dokumentation mit Apollo Mediamanager (Oracle)
Zope/Plone-basiertes CMS
Importschnittstelle zu einer Objektorientierten Datenbank

Projektleitung: Ruth Goebel
Architetktur und Umsetzung: Fafalter GmbH, Düsseldorf