Amassing a Treasury of Photography

Die New York Times mit einem Artikel über das Photomuse-Projekt

Das George Eastman House in Rochester und das International Center of Photography in Midtown New York City kooperieren beim Aufbau einer der größten Online-Fotosammlungen.

Die Website von Photomuse ist bislang nur eine Testseite, soll aber in Zukunft, d.h. 2006, fast 200.000 Fotografien frei zugänglich machen. Neben Masse wird diese Datenbank aber auch Qualtiät bringen, sie verspricht illustre Namen wie Stieglitz, Weegee und Lewis Hine.

An differenzierten Suchmöglichkeiten – Autor, Keywords, technische Charakteristika – wird gearbeitet. Die Bilder sollen frei zugänglich sein. Zusammen anderen öffentlichen Einrichtungen arbeitet Archimuse an einem großen virtuellen Fotomuseum im Web.

Eastmann hat bereits fast 140.000 Fotografien digitalisiert, das International Center of Photography über 30.000.

European Pressphoto Agency und Corbis

Die Fotoagentur European Pressphoto Agency (epa) kooperiert laut einem Bericht bei Heise fortan mit Corbis. Die noch junge epa, für die etwa 400 Fotografen Bilder liefern, ist ein Zusammenschluss elf eurpäischer Pressebildagenturen und erst seit zwei Jahren weltweit aktiv. Sie wurde 1985 in Frankfurt gegründet. Größter Anteilseigner ist mit 33 Prozent dei Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Artikel bei Heise

The Art of the Archive

Kunst aus dem Archiv des Los Angeles Police Department zeigt die Ausstellung The Art of the Archive in Zürich. Zu sehen sind kriminalistische Dokumentaraufnahmen der Identifikation und Beweisaufnahme, die hier erstmals unter künstlerischen Gesichtspunkten beleuchtet werden.
(Bericht in Fotografie-Forum)

The Art of the Archive
Fotografien aus dem Archiv des Los Angeles Police Department
15.07.-18.09.2005
Kunsthaus Zürich

Sammlung Hoffmann

Die Bilddatenbank der Bayrischen Staatsbibliothek mit dem Archiv Hoffmann behandelt eine Rezension bei H-Soz-u-Kult. Etwas knapp geraten in dieser Besprechung allerdings die eigentlichen Inhalte der Datenbank. Zur Sammlung Heinrich Hoffmanns wären einige Worte zu deren Inhalten hilfreich gewesen, noch weniger helfen für Recherchen allerdings die Beschreibung von Design und Benutzerführung.

Neben zahlreichen Personenaufnahmen Hitlers und seiner Umgebung enthält das Archiv Hoffmann etwa architekturhistorisch interessante Aufnahmen von den Bauaktivitäten der Nationalsozialisten am Münchner Königsplatz, die Entstehung von Führerbau, Verwaltungsbau (Kartothek mit der Kartei der Parteimitglieder!) und Ehrentempeln bis hin zu einer 1955 entstandenen Aufnahme Hoffmanns mit spielenden Kindern auf dem Gelände der gesprengten Ehrentempel.

Interessant auch die Aufnahmen der NSDAP Reichsgeschäftsstelle in der Schellingstraße mit dem Atelier Heinrich Hoffmanns.

Mit der Suche nach „Reichsparteitag“, findet man nicht nur die bekannten Aufnahmen von 1933, sondern auch die älterer Reichtsparteitage, die für die Entwicklung propagandistischer Großveranstaltungen durchaus interessante Vergleiche bieten.
Vom Reichsparteitagsgelände gibt es Aufnahmen aus der Bauzeit, Besichtigungen der Baustelle und des Neusbaus, aber wenig echte Architekturaufnahmen, mit der Dokumentation des Geländes war vielmehr Walter Hege beauftragt worden. Von Hege stammen auch einige wenige Aufnahmen von den Ehrentempeln am Münchner Königsplatz.

Weitere Großbauten des NS-Regimes im Bildbestand sind die der Neuen Reichskanzlei in Berlin (Suche mit „RKL“!), das Haus der Deutschen Kunst, die Reichsautobahnen, Berghof (Inneneinrichtung!) und Haus Wachenfeld auf dem Obersalzberg, die Ordensburgen in Croessinsee und Sonthofen, das Reichsluftfahrtministerium, die Mangfallbrücke, das KdF-Seebad Rügen; schließlich die Bauten der Olympischen Spiele: das Olympische Dorf, das Polofeld und das Olympiastadion.

Nicht zu vergessen die Porträts der NS-Architekten: Albert Speer, Paul Ludwig Troost, Werner March.

Wer denn gleich alles auf einmal will, kann über Suche nach Sigel „65“ (Sigelliste auf der Einstiegsseite) auch alle relevanten Fotografien zum Thema Architektur in der Datenbank treffen, das sind dann allerdings mehr als 2700 Treffer.

Die Suche über die Sigelliste bietet tatsächlich den einzigen thematischen Einstieg in die Datenbank, bei dem der Benutzer nicht schon die passenden Suchbegriffe selbst mitbringen muss. Interessant etwa die Bilddokumente zu den Auslandsbeziehungen des nationalsozialistischen Deutschlands, die sich mit „01“ für Italien suchen lassen.

Ein Desiderat für weitere Forschungen: Die im Archiv Hoffmann enthaltenen älteren Aufnahmen stammen laut Sachsse, „Erziehung zum Wegsehen“, S. 394 aus Bildarchiven jüdischer Fotografen, die Hoffmann systemtaisch für seine Bildagentur aufgekauft hat. Um diesem Punkt nachzugehen bietet die Datenbank der BSB aber keinerlei Grundlage.

Zwar liefert die Suche über Ort = Berlin und nicht Künstler = Hoffmann, eine Reihe von Treffern, zu denen jedoch häufig kein Urheber bekannt ist. Aus größeren Bildarchiven finden sich in dieser Trefferliste etwa Atlantic und Scherl. An dieser Stelle wüsste man deshalb gern mehr und es rächt sich, dass keine Indizes hinterlegt sind, die dem Benutzer Orientierung bieten würden, welche Fotografen in diesem Archiv vertreten sind.

Was gibt es sonst noch zu Hoffmann?
Laut Fotografendatenbank der Piag liegen die Nutzungrechte am Bestand Hoffmann zum Teil beim Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin, ein Teil des Nachlasses befindet sich bei akg-images. Sonst nützlich auch die Seite zu Hoffmann beim Deutschen Historischen Museusm, die ihn ebenfalls unter ihren Fotografen listen.

Aspekte der zeitgenössischen Fotografie

Das Wolfsberg Arts Forum veranstaltet im Herbst eine Tagung zum Thema Aspekte der zeitgenössichen Fotografie. Die Tagung richtet sich an Kunst- und Kulturinteressierte sowie Sammler.
Besonderes Augemerk gilt dabei auch der Zwitterrolle der Fotografie zwischen Information/Dokumentation und Kunst. Aus dem Bereich der Bildarchive spricht David Laidler von Getty Images, New York.

Wolfsberg Arts Forum
7.-8. November 2005

Programm als PDF

Ende einer Ära?

Die Beschaffung von Fotomaterialien für analoges Fotografieren dürfte in Zukunft nicht leichter werden:
Nachdem Agfa insolvent ist, hat nun auch Kodak angekündigt, kein s/w-Fotoapapier mehr herzustellen (Filme und Chemie wird es aber noch weiter geben). Immerhin gab es eine weitere positive Nachricht, dass Ilford – im August 2004 hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet – durch einen Management Buy Out gerettet werden konnte.

RAW als Windows-Standard

Microsoft will in seinem angekündigten Betriebssystem Longhorn auch RAW-Formate unterstützen und arbeitet dazu mit Canon, Nikon und Fuji, sowie dem Softwarhersteller Adobe zusammen. Letzterer hatte mit dem Format DNG versucht, im Tauziehen um das RAW-Format von Bildern einen Standard zu setzen. Einem Standard im Sinne von OPEN RAW, wird man mit der jüngsten Entwicklung vermutlich aber nicht näher kommen.

voller Artikel bei Heise

Emulieren, Migrieren, Normieren

Ein Hinweis aus Demuseum, die Tagung zum Thema Langzeitarchivierung in Archiven, Bibliotheken und Museen. Der Ansatz, dieses Problem für Institutionen unterschiedlichen Charakters anzugehen, ist schon deshalb gewinnbringend, weil sich Langzeitarchivierung allzu häufig nur auf Ausschnitte der tatsächlich vorhandenen Daten erstreckt. Letztendlich sind nicht nur Bildfiles zu archivieren, sondern ebenso die Inhalte von Datenbanken und Textdokumenten.

Workshop des Bibliotheksservice-Zentrums Baden-Württemberg
Württembergisches Landesmuseum Stuttgart
4. Juli 2005
10.30 – 17.00 Uhr