Fotostrecken: Leo Rosenthal und Sabine Weiss

Aktuell gibt es bei Zeit-online einige interessante historische Fotostrecken:

FOTOGESCHICHTE, Heft 120, Sommer 2011

Iris Metje, Stefan Schweizer (Hg.):
Der weite Horizont. Landschaft und Fotografie
Landschaft setzt ihre Betrachtung voraus, sie ist daher immer auch ein Bild. Das Heft bietet einen Überblick über ausgewählte Themen der Landschaftsfotografie im 19. und 20. Jahrhundert. Es zeigt, wie rasch sich die Fotografie der Landschaft von der Malerei emanzipierte und neue funktionale Ansprüche – u.a. militärische, kartografische, industrielle – einlöste. Im 20. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum fotografischer Landschaften. Dieses reicht von der ‚eroberten’ Natur als Wildnis bis hin zur künstlerisch oder zivilisatorisch gestalteten, schließlich bedrohten und verschwindenden Natur.
Ein umfassendes Literaturverzeichnis zum Thema „Landschaft und Fotografie“ ergänzt die Beiträge und macht das Heft zum unverzichtbaren Nachschlagewerk.

www.fotogeschichte.info

BEITRÄGE

  • Iris Metje, Stefan Schweizer: Der weite Horizont. Landschaft und Fotografie (Editorial)
  • Ulrich Pohlmann: Naturwunder und Territorium. Anmerkungen zur Landschaftsfotografie im 19. Jahrhundert
  • Klaus Honnef: Die Evidenz des Sichtbaren. Zur modernen Landschaftsfotografie seit den 1970er Jahren
  • Almut Weinland: Blicke aufs Meer. Aspekte maritimer Landschaften in der Fotografie
  • Iris Metje: Harmonische Einheit und Spuren des Wandels. Industrielandschaft als fotografische Landschaft
  • Stefan Schweizer: Begrenzte Blicke. Motivische und funktionale Aspekte der Garten- und Parkfotografie
  • Rolf Sachsse: Entfernung der Landschaft. Heimatfotografie als NS-Bildkonstruktion
  • Landschaft und Fotografie. Eine Literaturauswahl

Auf der Suche nach natürlichen Farben – 150 Jahre Farbphotographie

„Auf der Suche nach natürlichen Farben – 150 Jahre Farbphotographie“ – unter diesem Titel veranstaltet die DGPh zusammen mit dem Industrie- und Filmmuseum Wolfen (IFM) eine Fachtagung in der ehemaligen Agfa Filmfabrik Wolfen in Bitterfeld.

28. bis 30. Oktober 2011

Zum mehrtägigen Kolloquium treffen sich anerkannte Fachleute. In über einem Dutzend Vorträgen erörtern hochgeschätzte Referenten das Phänomen „Farbe“, den technischen Weg zur Farbphotographie und den Reiz ihrer Anwendung. Zudem stellen sie künstlerische Strömungen, Sammlungen und Archive vor sowie die Arbeit berühmter Photographen mit dem Farbfilm und dessen journalistischen oder propagandistischen Einsatz.

mehr zur Tagung über die DGPh-Website

Die Totale Erfassung der Welt. Zur Geschichte fotografischer Messbilder

In Wien findet übermorgen eine Tagung zum fotografischen Messbild statt:

1858 wäre der deutsche Bauingenieur Meydenbauer bei von Hand ausgeführten Vermessungsarbeiten am Dom von Wetzlar fast vom Gerüst gefallen. Er sah sich dadurch nach eigener Aussage genötigt, die viel sicherere „Meßbildkunst“ zu erfinden. Im gleichen Jahr präsentierte Nadar sein erstes, aus 520 Metern Höhe aufgenommenes Luftbild, und der Militärarzt Chevallier ließ einen fotografischen Messtisch für die Erfassung topografischer Terrains patentieren. Solche Bilder scheinen einerseits am Ende einer langen Geschichte perspektivischer Aufnahmeverfahren zu stehen. Andererseits markieren sie den Beginn eines neuen Verfahrens – der Fotogrammetrie. Die noch vagen Versuche in der Herstellung präziser Bilder zeugen von dem Potenzial, welches der Fotografie schon früh zugesprochen wurde. Die Unklarheit über die Grenzen dieser neuen Bildtechnik zur fotografischen Erfassung der Welt setzte Imaginationen über ihre grenzenlose Anwendbarkeit in Gang. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts sollte die Fotogrammetrie verschiedenste Disziplinen wie die Kartografie, die militärische Aufklärung, die Architekturaufnahme oder die Archäologie revolutionieren. Wenn man sich die Luftbilder von Nadar oder die verzerrten Rundpanoramen von Chevallier ansieht, überkommen einen jedoch Zweifel, ob diese sich wirklich so nahtlos in die Geschichte einer Vermessung der Welt durch Bilder einfügen. Der Weg zu funktionierenden fotografischen Messbildern war einer des Ausprobierens, des Experimentierens und des Scheiterns, welcher vom Versprechen der Fotografie stetig vorangetrieben wurde.

Wie veränderten sich die Praktiken der Landaufnahme, der Kartografie oder der Denkmalpflege, wenn nicht mehr die Objekte selbst, sondern ihre Bilder vermessen werden sollten? Welche Rolle spielte das Archiv für die Auswertung von Messbildern? Wie wurde mit dem ästhetischen Überschuss von Messbildern umgegangen? Im engen Bezug auf das historische Material möchten wir solche Fragen aus Sicht der Kultur- und Kunstgeschichte diskutieren.

Programm via HSK
Datum, Ort: 27.05.2011, Wien, IFK Wien, Reichsratsstraße 17, 1010 Wien

Industriezeit. Fotografien 1845-2010

Das Münchner Stadtmuseum widmet derzeit der Industriefotografie eine Ausstellung. Sie untersucht die Entwicklung der Industriefotografie von den Anfängen bis zur Gegenwart.

Neben Fotografien aus dem Bestand des Museums sind Aufnahmen zweier Privatsammlungen zu sehen. Ergänzt wird die Schau durch Fotobücher zur Industriefotografie.

Ausstellungskatalog:
​Pohlmann, Ulrich; Scheutle, Rudolf: Industriezeit. Fotografien von 1845–2010. Hrsg.: Münchner Stadtmuseum, 192 S., 198 Abb., Tübingen: Ernst Wasmuth Verlag 2011, ISBN 978 3 8030 0738 4, 45,00 Euro

München, Stadtmuseum
15. April 2011 – 11. September 2011

>>> zur Ausstellungsseite des Museums

FOTOGESCHICHTE, Heft 119, Frühjahr 2011

FOTOGESCHICHTE, Heft 119, Frühjahr 2011
Das komische Bild. Die Fotografie und das Lachen
Hg. von Jörn Glasenapp und Claudia Lillge
www.fotogeschichte.info

Die Fotopraxis kennt zahlreiche humoristische Bilder. Zu denken wäre in diesem Zusammenhang etwa an entsprechende Aufnahmen von Weegee, Martin Parr oder Elliott Erwitt, an die große Bedeutung komischer Fotos in der Werbung, die humoristischen Postkarten, welche in großer Zahl in den Drehständern zu finden sind, oder aber an die zum Teil heftigen Lachsalven, die speziell private Schnappschüsse immer wieder auslösen.

Die Fototheorie hingegen hat sich bisher kaum mit dem komischen Bild beschäftigt. „Humor“, erklärt Roland Barthes in der hellen Kammer, „mag ich weder in der Musik noch in der Photographie“. Dieses Themenheft unternimmt einen ersten fotowissenschaftlichen Vorstoß in das weite Gebiet fotografischer Komik. Die einzelnen Beiträge belegen nicht zuletzt die Anwendbarkeit klassischer komiktheoretischer Positionen, sei es von Hobbes, Bergson oder Freud, bei der Auseinandersetzung mit Fotos. Vor allem aber unterstreichen sie die Tatsache, dass der Blick auf das Verhältnis von Fotografie und Komik erheblich lohnender ist, als es Barthes’ diesbezüglichen Ausführungen vermuten lassen.

BEITRÄGE

  • Jörn Glasenapp, Claudia Lillge: Komische Interferenz. Bergson und der fotografische sight gag
  • Nicole Wiedenmann: What happened to your face? Zur Grimasse in der Fotografie
  • Stefanie Rinke: Affe mit Brille. Komische Tierfotos und ihre Beziehung zum phylogenetischen Gedächtnis
  • Jörn Glasenapp: Der abwesende ‚Führer’. Zur komischen Herrscherprofanation in der Fotografie
  • Kay Kirchmann: „Die Entthronung des Ernstes“. Martin Parr und die Farbigkeit des Camp

REZENSIONEN

  • Anton Holzer: Michel Frizot, Annie-Laure Wanaverbecq: André Kertész, Ostfildern: Hatje Cantz, 2010
  • Anton Holzer: Werner Oechslin, Gregor Harbusch (Hg.): Sigfried Giedion und die Fotografie. Bildinszenierungen der Moderne, Zürich gta Verlag, 2010
  • Gisela Steinlechner: Miroslav Tichý, New York: International Center of Photography, Göttingen: Steidl, 2010

FORSCHUNG

  • Nanni Baltzer: Fotomontage im Kontext faschistischer Propaganda im Italien der Dreißigerjahre
  • Fiona Geuß Der Fotograf Giorgio Sommer sieht die Schweiz
  • Walter Moser: Film Stills von Warren Lynch zu Erich von Stroheims Greed (1924) – Eine medientheoretische Untersuchung von Fotografie und Film
  • Denise Wiedner: Polaroid zwischen Hilfswerkzeug und autonomem künstlerischem Medium

BÜCHER, KURZ VORGESTELLT

  • Václav Macek (Hg.): The History of European Photography: 19003–1938, Bratislava: Central European House of Photography, 2010, 30 x 24 cm, 802 S. in zwei Teilbänden, gebunden, 99 Euro (+ 15 Euro Versand). Bestellung: www.sedf.sk,info@sedf.sk
  • Bernd Stiegler, Ann Wilde, Jürgen Wilde (Hg.): Albert Renger-Patzsch: Die Freude am Gegenstand. Gesammelte Aufsätze zur Photographie, Reihe photogramme – München: Wilhelm Fink Verlag, 2010
  • Matthias Schöning, Bernd Stiegler, Ann Wilde, Jürgen Wilde (Hg.): Ernst Jünger – Albert Renger-Patzsch: Briefwechsel 1943–1966 und weitere Dokumente, Reihe photogramme, München: Wilhelm Fink Verlag, 2010
  • Arno Fischer: Fotografie (deutsch-englisch), Ostfildern: Hatje Cantz, 2009
  • Ute Eskilsen, Museum Folkwang, Essen (Hg.): Photography Collection Museum Folkwang, Göttingen: Steidl, 2010
  • Martha Caspers (Hg.): Abisag Tüllmann. 1935–1996. Bildreportagen und Theaterfotografie. Ausstellungskatalog, Ostfildern: Hatje Cantz, 2010
  • Anton Holzer, Frauke Kreutler (Hg.): Trude Fleischmann. Der selbstbewusste Blick. Ausstellungskatalog, Ostfildern: Hatje Cantz, 2010
  • Karin Hartewig: Wir sind im Bilde. Eine Geschichte der Deutschen in Fotos vom Kriegsende bis zur Entspannungspolitik, Leipziger Universitätsverlag, 2010
  • Wolfgang Maderthaner: Tolle Jahre. Sport, Gesellschaft, Politik in Österreich. Der Fotograf Mario Wiberal, Wien: Album Verlag, 2011
  • Thomas Overdick: Photographing Culture. Anschauung und Anschaulichkeit in der Ethnographie, Zürich: Chronos, 2010
  • Hans Rooseboom: What’s wrong with Daguerre? Reconsidering old and new views on the invention of photography, Amsterdam: Nescio, 2010
  • Rainer Rother, Judith Prokasky (Hg.): Die Kamera als Waffe. Propagandabilder des Zweiten Weltkrieges, München: edition text + kritik, 2010
  • Beatrix Ruf, Thomas Seelig (Hg.): Mark Morrisroe, Zürich: JRP Ringier Kunstverlag, 2010
  • Edward Steichen: Celebrity Design. Ausstellungskatalog, Göttingen: Steidl/Edition Folkwang, 2010
  • Antonin Dufek: Vladimír Jindřich Bufka, Prag, Fototorst, 2010
  • Enrico Sturani: Cartoline. L’arte alla Prova della Cartolina, Taranto: Edizioni Barbieri, 2010

„Bitte recht freundlich!“ – Fotografie im Freilichtmuseum Detmold

Das LWL-Freilichtmuseum Detmold stellt 2011 Fotografie in den Mittelpunkt. „Bitte recht freundlich! Das Fotoporträt“ lautet das Motto des Themenjahres, in dem sich das größte deutsche Freilichtmuseum der Geschichte des Fotoporträts widmet.

Dazu gibt es zwei Sonderausstellungen: Eine Kabinettausstellung widmet sich der Entwicklungsgeschichte des Porträts. „Darin zeigen wir den gesellschaftlichen Wandel der Porträtfotografie“, erklärt LWL-Museumsleiter Dr. Jan Carstensen. Und in der Ausstellungsscheune Westendorf im „Paderborner Dorf“ präsentiert das LWL-Freilichtmuseum zudem Männerporträts der 1930er- und 1940er-Jahre aus dem ehemaligen Fotoatelier Kuper in Rietberg, das 2010 im Museum wieder aufgebaut wurde.

Das Programm rundet das Themenjahr mit zusätzlichen Fotoworkshops, Mitmachprogrammen, Führungen und Vorführungen ab.

vollständiger Pressetext unter lwl.org

Historische Bildsammlungen

Auf Spiegel online gibt es derzeit einiges zu historischen Bildbeständen:

Samurai in Sepia – Die Bildsammlung entstand um 1860 anlässlich der Reise einer deutschen Delegation unter Graf Friedrich Albert zu Eulenburg. Der Fotohistoriker Sebastian Dobson hat Fotos aufgespürt, die zum Teil seit 1861 nicht mehr ans Licht kamen.

Fotograf der Delegation war Carl Bismarck zusammen mit August Sachtler. Vor Ort unterstützte sie der US-Amerikaner John Wilson.

Dazu wird demänchst ein Bildband erscheinen:

Sebastian Dobson, Sven Saaler: „Unter den Augen des Preußen-Adlers: Lithographien, Zeichnungen und Photographien der Teilnehmer der Eulenburg-Mission in Japan 1860-1861“, ludicium-Verlag, März 2011, 400 Seiten.

Der Beitrag Das Kindermädchen mit der Kamera ist den Aufnahmen des Kindermädchens Vivian Maier gewidmet. Maier verstrab 2009 verarmt in Chicago, zuvor war ihre Lebenswerk zwangsversteigert worden. Der Immobilienmakler John Maloof kam so in den Besitz ihrer Aufnahmen.

Maier fotografierte die Menschen auf der Straße, den Geschäftsmann oder den Obdachlossen, daneben immer wieder Kinder, verwahrlost und zerzaust, aber auch die unbeschwert spielenden Kinder der Oberschicht.

Die erhaltene Sammlung beläuft sich auf über 100.000 Aufnahmen. Maloof postet zur Sammlung regelmäßig in seinem Blog VIVIAN MAIER – HER REDISCOVERED WORK.

RUNDBRIEF FOTOGRAFIE – Dezember 2010

Die Dezember-Ausgabe 2010 des „Rundbrief Fotografie“ ist erschienen.
Unter http://www.rundbrief-fotografie.de/nf68.htm sind der Index, die Abstracts und Links online eingestellt.

www.rundbrief-fotografie.de

EDITORIAL

  • Vanessa Hirsch: Hamburg – Kultur auf dem Rückzug

EIN BILD

  • Andreas Krase: Szenen eines Fotografenlebens

KONSERVIERUNG & RESTAURIERUNG

  • Andreas Gruber: Die Fotografien von Heinrich Kühn – Forschungsprojekt zur Herstellungstechnik [The photographs of Heinrich Kühn: Investigation into the Technology]
  • Caroline Wintermann, Ulrike Müller: KUR-Projekt – Exemplarische Sicherung deutscher Bildgeschichte 1945-1960 [The KUR Project: Exemplary Safeguarding of German Historical Images, 1945-1960]

MEDIENGESCHICHTE

  • Annelen Karge: „Aber an Farbe hängt, nach Farbe drängt doch alles“ – Farbige 3-D-Perspektiven ab 1880 [‚But everything depends on colour, everything demands colour‘: Colour 3-D Perspectives after 1880]

ARCHIVE UND SAMMLUNGEN

  • Jens Torner: Praktikabilität versus Perfektion – Das Fotoarchiv der Porsche AG [Practicability versus Perfection: The Photographic Archive of Porsche AG]
  • Thomas Thorausch: BILD.TANZ.ARCHIV – Die Fotosammlung des Deutschen Tanzarchivs [PICTURE.DANCE.ARCHIV: The Photograph Collection of the German Dance Archive, Cologne]

REZENSIONEN

  • Geimer, Peter: Theorien der Fotografie. Zur Einführung. Hamburg: Junius Verlag, 2009. 229 S., zahlr. sw-Abb. ISBN 978-3-88506-666-8. EUR 14.90 (Torsten Scheid)
  • Müller-Heiden, Barbara: Fachrichtung Bildagentur. Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste. Ein Leitfaden zur Ausbildung. Sinzheim: PIAG, 2009. 172 S. ISBN 978-3-921864-51-7. EUR 19,50 (Hanns-Peter Frentz)
  • Herz, Rudolf: Lenin on tour. Göttingen: Steidl-Verlag, 2009. Texte deutsch/englisch. 272 S., zahlr. Farb-Abb. ISBN 978-3-86930-048-1. EUR 35,00 (Wolfgang hesse)
  • Steiner, Katharina: Max Krajewsky. Architekturfotograf zwischen Handwerk und Kunst. Begleitbuch zur Ausstellung „Max Krajewsky – Chronist der Berliner Baugeschichte. Architektur- und Industriefotograf zwischen Handwerk und Kunst“ der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin, 2. März bis 27. Juni 2010. Tübingen, Berlin: Wasmuth Verlag, 2010. 64 S., 49 Abb. ISBN 978-3-8030-0722-3. EUR 19,80 (Michael Stöneberg)

FORTBILDUNG
Berichte

  • CH-Bern: Wolken, Schlieren, Rauschen: Fotografische Unschärfen unterschiedlich scharf (auf)geklärt (Fritz Franz Vogel)
  • CH-Zürich: Memoriav-Kolloquium 2010 (Kurt Deggeller)
  • DE-München: „Deutscher Militärischer Kunstschutz in Italien 1943-1945″ (Franziska Maria Scheuer)

FOTOGESCHICHTE 118, Winter 2010

Das aktuelle Heft der Zeitschrift Fotogeschichte ist dem Thema Fotopostkarte gewidmet:

Timm Starl, Eva Tropper (Hg.)
Zeigen, Grüssen, Senden
Aspekte der fotografisch illustrierten Postkarte

In den letzten Jahren ist ein neues Interesse an der Postkarte zu beobachten. Lange Zeit war die Beschäftigung mit diesem Massenmedium ein Anliegen einer engagierten Sammlergilde gewesen. Später wurde es von Stadt- und Heimatmuseen zur Darstellung historischer Topografie eingesetzt. Seit den 1970er Jahren verwenden Ethnologen und Alltagshistoriker Postkarten als Quellenmaterial.
Erst in jüngster Zeit interessieren sich Kunst- und Kulturwissenschaftler für das Medium. Die Autorinnen und Autoren dieses Heftes beschäftigen sich mit der medialen Eigenlogik der populären Karten, die zwischen Bild und Text, zwischen Fotografen, Verlegern und Verkäufern, Absendern und Sammlern ausverhandelt wird. Sie zeigen exemplarisch, welche Fragen sich an das Medium Postkarte stellen lassen.

BEITRÄGE

  • Eva Tropper: Bild/Störung. Beschriebene Postkarten um 1900
  • Roberto Zaugg: Zwischen Europäisierung und Afrikanisierung. Zur visuellen Konstruktion der Kapverden auf kolonialen Postkarten
  • Sándor Békési: »Puszta-Idyll«. Zur Konstruktion und Tradition eines Landschaftsmotivs
  • Rudolf Jaworski: Augenblicke des Politischen. Die Entstehung der Tschechoslowakischen Republik auf alten Fotopostkarten
  • Timm Starl: »… freue ich mich Sie und ihre Freunde begrüßen zu dürfen«. Einladungskarten zu Fotoausstellungen

REZENSIONEN

  • Lars Nowak: Philip Brookman (Hg.): HELIOS. Eadweard Muybridge in a Time of Change, Göttingen/Washington D.C. 2010.
  • Matthias Weiß: Katharina Sykora: Die Tode der Fotografie. Band 1: Totenfotografie und ihr sozialer Gebrauch, München 2009.
  • Nora Mathys: Marianne Feilchenfeldt Breslauer: Bilder meines Lebens. Erinnerungen, Wädenswil 2009; Kathrin Beer, Christina Feilchenfeldt (Hg.):
    Marianne Breslauer. Fotografien, Wädenswil 2010.
  • Gregor Harbusch: Ludger Derenthal, Christine Kühn (Hg.): Ein neuer Blick: Architekturfotografie aus den Staatlichen Museen zu Berlin, Berlin 2010.
  • Matthias Christen: Japanese Photobooks of the 1960s and ’70s, New York, 2009.
  • Matthias Christen: Hans Dickel: Künstlerbücher mit Photographie seit 1960, Stuttgart 2008.
  • Eva Tropper: David Prochaska, Jordana Mendelson (Hg.): Postcards. Ephemeral histories of modernity, The Pennsylvania State University Press, University Park, Pennsylvania 2010.

FORSCHUNG

  • Anett Holzheid: Das Medium Postkarte. Eine sprach- und kulturwissenschaftliche Studie.
  • Regula Portillo: Fotografie und Literatur. Zu ihrem Verhältnis anhand politischer Foto-Texte: Friedrichs Krieg dem Kriege, Tucholsky/Heartfields Deutschland, Deutschland über alles und Brechts Kriegsfibel.
  • Dagmar Keultjes: Die fotografische Retusche und ihre Bedeutung in Fotografien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Fotografie im Lager

Das Studienzentrum der KZ-Gedenkstätte Neuengamme hat einen Call for Papers veröffentlicht:

Bilderwelten – Fotografie, Film und künstlerische Bildproduktionen in den nationalsozialistischen Lagern und Ghettos und deren Rezeption.

Hamburg
11.02.2011-13.02.2011

Ausschreibung via H-Soz-u-Kult

FOTOGESCHICHTE 117, 2010

Das aktuelle Heft der Zeitschrift widmet sich der Geschichte der Fotografie in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz:

EINE KURZE GESCHICHTE DER FOTOGRAFIE: TEIL II
Deutschland, Oesterreich, Schweiz 1939-1970

Das Themenheft bietet einen Ueberblick über die Fotoentwicklung in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz der Jahre 1939 bis 1970. Ein laengerer Überblickstext führt in die jeweilige Fotoepoche ein, es folgen biografische Informationen zu wichtigen Fotografen und Fotografinnen und ein ausgewählter Literaturüberblick. Das Heft bildet den zweiten Teil einer Reihe, die die Fotografie des 20. Jahrhunderts im Ueberblick präsentiert. Teil eins (Fotogeschichte, Heft 113, 2009) stellte die Fotoentwicklung in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz der Jahre 1900 bis 1938 vor.

Information, Bestellung und Archivsuche: www.fotogeschichte.info

BEITRÄGE

  • Hans-Michael Koetzle: Von der Propaganda zur Kunst, vom Journalismus zum Design. Anmerkungen zur Fotografie in Deutschland 1939 bis 1970 (S. 5-26)
  • Ulrike Matzer: Zwischen Heimatfotografie und Medienkunst. Fotografie in Österreich 1939 bis 1970 (S. 27-50)
  • Peter Pfrunder: Die hohe Zeit der Reportage. Fotografie in der Schweiz 1939 bis 1970 (S. 51-66)

REZENSIONEN

  • Steffen Siegel: Geoffrey Batchen (Hg.): Photography Degree Zero. Reflections on Roland Barthes’s Camera Lucida, Cambridge (Mass.), London: The MIT Press 2009.
  • Bernd Stiegler: Peter Geimer: Theorien der Fotografie zur Einführung, Hamburg: Junius Verlag, 2009.
  • Maren Gröning, Ulrike Matzer: Peter Geimer: Bilder aus Versehen. Eine Geschichte fotografischer Erscheinungen (Fundus-Bücher 178), Hamburg: Philo Fine Arts 2010.
  • Alys George: Elizabeth Siegel: Playing with Pictures: The Art of Victorian Photocollage, Chicago: The Art Institute of Chicago, New Haven und London: Yale University Press, 2009.
  • Anja Nadine Werner: Christina Natlacen: Arnulf Rainer und die Fotografie. Inszenierte Gesichter, ausdrucksstarke Posen, Petersberg: Michael Imhof Verlag, 2010.

FORSCHUNG

  • Béla Albertini: Ungarische Fotografiegeschichte. Forschungs- und Publikationsprojekt – Museum für Ungarische Fotografie, 2009 bis ca. 2012

NEUE BÜCHER

  • Bodo von Dewitz für das Museum Ludwig Köln (Hg.): Politische Bilder. Sowjetische Fotografien 1918–1941. Die Sammlung Daniela Mrázkowá – Göttingen: Steidl, 2009.
  • Michel Frizot, Cédric de Veigy: VU. The story of a magazine that made an era. London: Thames&Hudson, 2009.
  • Renate Heyne, Floris M. Neusüss, Hattula Moholy-Nagy: Moholy-Nagy. The Photograms. Catalogue Raisonné – Ostfildern: Hatje Cantz, 2009.
  • Eberhard Illner, Matthias Winzen (Hg.): Licht fangen. Zur Geschichte der Fotografie im 19. Jahrhundert. Köln: Snoeck Verlagsgesellschaft, 2009.
  • Bernd Stiegler: Montagen des Realen. Photographie als Reflexionsmedium und Kulturtechnik. München: Fink, 2009.
  • Jens Jäger, Martin Knauer (Hg.): Bilder als historische Quellen? München: Fink 2009.
  • Ulrich Binder, Matthias Vogel (Hg.): Bilder, leicht verschoben. Zur Veränderung der Fotografie in den Medien. Zürich: Limmat, 2009.
  • Katharina Sykora: Die Tode der Fotografie. Band 1. Totenfotografie und ihr sozialer Gebrauch. München: Fink, 2009.
  • Matthias Christen: Die letzten Bilder. Fotografisches Totengedenken in der Zentralschweiz, Baden: hier+jetzt Verlag, 2010.
  • Esther Ruelfs, Tobias Berger (Hg.): Images recalled. 3. Fotofestival Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg, 2009.

Fotoausstellungen im Ruhr-Museum

Das Ruhr-Museum zeigt in Kürze zwei Ausstellungen:

27. September 2010 bis 16. Februar 2011

Alles wieder anders. Fotografien aus der Zeit des Strukturwandels
Die vom Wiener Architekten Bernhard Denkinger gestaltete Ausstellung zeigt ca. 400 Fotografien aus den 1970er Jahren bis 2000 – von Bernd und Hilla Bechers Dokumentationen der Relikte industrieller Architektur über die Bestandsaufnahme des Lebens im Stadtteil Pressemitteilung – Alles wieder anders.
Die Ausstellung setzt die Reihe der Sonderausstellungen des Ruhr Museums wie „Alle Bilder sind schon da!“, „Gold vor Schwarz. Der Essener Domschatz auf Zollverein“, „Living Stones. Die Natur als Künstlerin“ und „Das Große Spiel. Archäologie und Politik im Zeitalter des Imperialismus“ fort.
Ausstellungskatalog:448 Seiten mit ca. 450 Abbildungen, Hatje Cantz Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7757-2752-5, Preis im Museum 29,80 Euro, Buchhandel 39,80 Euro

Schwarzes Revier. Fotografien von Heinrich Hauser
Fotografien von Heinrich Hauser: 127 Fotografien erschienen 1930 in seiner mittlerweile klassischen Beschreibung der Reise durch das Ruhrgebiet, dem Buch „Schwarzes Revier“. Das heute vergriffene Werk, eine antiquarische Kostbarkeit, wird aus Anlass der Ausstellung im Ruhr Museum in erweiterter Form wieder aufgelegt.
Begleitbuch zur Ausstellung: Heinrich Hauser. Schwarzes Revier, 232 Seiten, 150 Abbildungen, Weidle Verlag Bonn 2010, ISBN 978-3-938803-25-7, Preis 19,80 Euro

via Liste geschichtskultur-ruhr.de

Fremde im Visier. Fotoalben aus dem Zweiten Weltkrieg

Zur Ausstellung in Jena gibt es ab dem 4. Nov. eine begleitende Vorlesungsreihe:
(via HSK)

Donnerstag, 4. 11. 2010, 19.00 Uhr
Dr. Petra Bopp (Kuratorin der Ausstellung „Fremde im Visier“)
Alltag der Wehrmachtssoldaten in den besetzten Ländern.
Eigen- und Fremdwahrnehmung in der privaten Fotografie des Zweiten Weltkriegs.

Donnerstag, 11.11. 2010, 19.00 Uhr
Frank Döbert (Journalist)
Thüringer Fotos aus dem II. Weltkrieg und deren propagandistische Verwertung – ein Forschungsbericht.

Mittwoch, 17. November, 18.00-20.00 Uhr
Regina Mühlhäuser (Arbeitsgruppe „Krieg und Geschlecht“ am Hamburger Institut für Sozialforschung)
Eroberungen. Sexuelle Gewalttaten und intime Beziehungen deutscher Soldaten in der SU 1941- 1945

Donnerstag, 20. 1. 2011
Sebastian Hollstein (Historiker)
„Thüringer Fotoalben 1939 – 1945 – gibt es eine ostdeutsche Erinnerungskultur zum II. Weltkrieg?“

Die Ausstellung „Fremde im Visier. Foto-Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg“ zeigt die Blicke deutscher Soldaten auf fremde Menschen, Landschaften und Kulturdenkmale in den besetzten Ländern. Nicht nur die Motive und Bildästhetik der Fotos spielen eine wichtige Rolle, sondern auch der Einfluss der Kriegspropaganda auf die Amateur-fotografie der Soldaten.

Ausstellungsseite

Histoires de la photographie en Espagne

In Paris widmet sich in Kürze eine Tagung der Fotografie in Spanien.

Ort der Tagung: Paris, Institut National d’Historie de l’Art, salle Vasari
Datum: Freitag, 24. September 2010

Zusammenfassung:
Objet culturel qui bénéficia d’un intérêt particulier dans l’Espagne de la transition démocratique, la photographie a été associée de façon singulière à l’affirmation d’une identité espagnole. Depuis le début des années 1980, différents protagonistes, artistes ou historiens, ont ouvert des pistes de réflexion sur l’usage et la reconnaissance de l’image photographique. En interrogeant leurs ambitions et leurs démarches mais aussi les positions de ces historiens et de ces artistes depuis les 30 dernières années en Espagne, il s’agira d’identifier les caractéristiques de ces discours, de questionner les enjeux et les limites d’un possible «modèle espagnol».

Programm über www.revues.org
Tagungsbroschüre (PDF)

Farbfotos aus den USA

Einestages – Zeitgeschichten auf Spiegel online – hat einen Beitrag von Eike Frenzel zum FSA-Projekt: Farbfotos aus den USA – Knipsen gegen die Krise

Anlass für die fotografische Dokumentation war die Krise der ländlichen Bevölkerung in den 1930er Jahren. Die im Auftrage der Landwirtschaftsversorgungsbehörde Farm Security Administration (FSA) arbeitenden Fotografen sollten auf das harte Leben der Landbevölkerung aufmerksam machen – allerdings weniger unter dem Blickwinkel der Krise als vielmehr im Sinne „guter Patrioten“.

Zwischen 1935 und 1942 entstanden etwa 270.000 Aufnahmen, darunter 1.600 in Farbe – alles recherchierbar über die Library of Congress:
America from the Great Depression to Word War II
Farm Security Administration/Office of War Imformation Collection

PhotoResearcher 13 (2010), 1: Photography in the Orient in the 19th Century

Das aktuelle Heft der Zeitschrift behandelt die Fotografie des Orients im 19. Jahrhundert.

PhotoResearcher. The Magazine of the European Society for the History of
Photography. Wien. ISBN 0958 2606; ISSN 0958 2606

Beiträge

  • Stéphanie Roy Bharath, The Sachés: a family of photographers working in India during the 19th century
  • Corien J.M. Achour-Vuurman, Arranging early photographs of Persepolis in Dutch photo-collections by the ideas of David Hockney
  • Bahattin Öztuncay, CARANZA: From Constantinople to the Société Française de Photographie
  • Mohammad Reza Tahmasbpour, Creative Photography in the Early Years of Photography in Iran
  • Stéphanie Roy Bharath, The Alkazi Collection of Photography: Visual Heritage from South Asia
  • Herta Wolf, „Collections of all Kinds will be Formed“ The Photograph as an Image and Medium for Taking Inventory

via HSK

Blickpunkte. Fotografien als Quelle zur Erforschung der Kultur der Deutschen im und aus dem östlichen Europa

Die Tagung der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde, Görlitz findet vom 15.09.2010-17.09.2010 im Schlesisches Museum zu Görlitz statt

Ankündigung via HSK

VORTRÄGE

Mittwoch, 15.09.2010

  • Prof. Dr. Marita Krauss, Dr. Miroslav Schneider, Dr. des. Sarah Scholl-Schneider (Augsburg)
    „Heimatbilder“ – multiperspektivische Zugänge zum Zusammenleben in der Mitte Europas. Fotografien aus dem Projekt Sudetendeutsche Vertriebene in Bayern

Donnerstag, 16.09.2010

  • Teresa Volk M.A. (Freiburg)
    Ein Bildarchiv geht online. Das neue Datenbankprojekt des Johannes-Künzig-Instituts für ostdeutsche Volkskunde, Freiburg
  • Dr. Wolfram G. Theilemann (Sibiu/Hermannstadt)
    Das Bildarchiv des ZAEKR Sibiu/Hermannstadt, Rumänien: Enstehung – Erschließungsstand – Recherchemöglichkeiten
  • Mgr. Magdalena Górniak (Opole/Oppeln)
    Die Schlesische Fotothek als Quelle zur Erforschung der Geschichte und Kultur Schlesiens. Vorstellung einer interaktiven Homepage
  • Elzbieta Berendt M.A., Dr. Malgorzata Michalska (Wroclaw/Breslau)
    Geschichte und Geschichten. Interpretationsweisen von alten niederschlesischen Fotoaufnahmen
  • Dr. Elke Bauer (Marburg)
    Zwischen Inszenierung und Authentizität: Kontextualisierung ausgewählter Bildzeugnisse zum Alltagsleben der Deutschen in Ostmitteleuropa vor 1945

Freitag, 17.09.2010

  • Mgr. Vladimír J. Horák, PhD. (Ostrava/Ostrau)
    Fotografien in der Ethnografie als Zeitdokument: der eingefangene Augenblick: Realität oder Fiktion?
  • Dr. Malwine Seemann (Oldenburg)
    Mädchen-Landjahrlager in Schlesien – Bilder einer Erziehungseinrichtung des Nationalsozialismus
  • Eva Pluharová-Grigiene M.A. (Hamburg)
    Imaginäre Heimat. „Heimat“ und „Heimatverlust“ in der visuellen Erinnerung der Memelländer nach 1945
  • Theresa Langer, Dipl.-Kulturwirtin (Passau)
    Die fotografische Darstellung der Deutschen in den tschechischen Grenzgebieten in tschechoslowakischen Printmedien nach Ende des Zweiten Weltkriegs