Harry Ransom Humanities Research Center erwirbt den Nachlass von Arnold Newman

Das Harry Ransom Humanities Research Center an der Universität Texas in Austin hat den Nachlass des Fotografen Arnold Newman (1918-2006) erworben. Newman hat sich u.a. als Portraitfotograf ausgezeichnet. Portraits der Sammlung zeigen Lyndon Baines Johnson, Pablo Picasso und Truman Capote sowie mehrere US-Präsidenten.

Der Nachlass umfasst Aufnahmen seit den späten 1930er Jahren. Das Material reicht von Negativen, über Dias und Farbtransparente bis hin zu Kontaktbögen und Abzügen sowie die Geschäftsunterlagen und Korrespondenz des Fotografen.

mehr im E-Photo Newsletter

Nachruf auf den Fotografen auf iphotocentral
und Aufnahmen des Fotografen in digitaljournlist.org

Frühe Farbfotografien von Indien

Als Beitrag des Spiegel Spezial Indien gibt es auf Spiegel Online einen Kurzbericht (mit Bildbeispielen) zur Fotosammlung des Bankiers Albert Kahn. Indien: Im milden Licht des Ostens .

Die Farbaufnahmen enstanden vor 1930 als Teil von Kahns Projekt „Archives de la Planète“ mit dem er es sich 1909 zur Lebensaufgabe gemacht hatte, ein umfassendes Porträt der damaligen Welt zu schaffen.

Mit Stipendien schickte er Fotografen auf Reisen bis der Börsenkrach von 1929 ihn ruinierte. Heute beherbergt das Musée Albert-Kahn die weltweit größte Sammlung früher Autochrome (72.000 Dokumente).

Weiter zu Projekt „Archives de la Planète“ informiert die Seite Albert Kahn (judaisme.sdv.fr), die Kurzinfo zum Museum in gulture.gouv.fr, ein Beitrag zum Musée Albert Kahn (www.eurasie.net), sowie ein Artikel in Persée.

Mehr zur frühen Farbfotografie auch in meinen älteren Post zur russischen Sammlung Prokudin-Gorskii Photographic Record.

Der Blick in die Ferne

In einem Buch- und Ausstellungsprojekt hat das Westfälische Museumsamt ethnographische Bildsammlung in Westfalen erforscht: Die Ferne im Blick. Westfälisch-lippische Sammlungen zur Fotografie aus Mission und Kolonien. Die Wanderausstellung eröffnet morgen, Donnerstag den, 21. September 2006.

Vetreten sind in dem Projekt neun fotografische Sammlungen aus Westfalen-Lippe. Zeitlicher Schwerpunkt ist die deutsche Kolonial- und Missionsgeschichte zwischen 1884 und 1918 mit einigen Ausblicken aus den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts. Ausstellung und Begleitbuch stellen in 150 Bildbeispielen westfälisch-lippische Sammlungen zur Fotografie aus Mission und Kolonien vor und lenken den Blick auf eine gezielte Auswahl aus Archiven und Museen, bieten aber auch eine beschreibende und erklärende Kommentierung dieser Bilder.

Eröffnung:
Donnerstag den, 21. September 2006, 19.30 Uhr
im Museum Forum der Völker – Völkerkundemuseum der Franziskaner
Melsterstr. 15 59457 Werl
Ausstellungsdauer:
21.09.2006 bis 19.11.2006

Weitere Ausstellungsstationen in Bad Berleburg, Brakel, Billerbeck, Lemgo, Minden-Lübbecke, Bergkamen und Datteln.

Zur Ausstellung ist ein Begleitbuch zum Preis von 24 Euro erschienen (erhältich über wma.info@lwl.org oder an der Museumskasse).

Die Ferne im Blick
Westfälisch-lippische Sammlungen zur Fotografie aus Mission und Kolonien

Günter Bernhardt

aus dem Inhalt

Eine Reise in Bildern
Missionsinspektor Walther Trittelvitz in Ostafrika, 1904 bis 1905
Julia Besten

Bilder aus der ostafrikanischen Mission
Tanga – Vom Fischerdorf zur Hafenstadt
Heidemarie Koch

Die „sprechenden“ Fotos aus dem Missionsgebiet der Herz-Jesu-Missionare
Helmuth Steenken

Die Franziskanermission in Shandong, Ostchina
Der fotografische Blick
Gudrun Wilms-Reinking

Konstruktion von Ethnizität und christlichem Glauben der Maasai in der Zeit von 1886 bis 1914
Katrin Schäfer

Konzeptionen katholischer und evangelischer Missionsphotographie
Bilder aus der südwestafrikanischen Herero-Mission und der nordbrasilianischen Mundurukú-Mission
Andreas Eckl

Vor und hinter der Kamera
Zur protestantischen Missionsfotografie vor 1914
Paul Jenkins

*Fortschritt im Tropenland“ – Koloniale Fotografie aus Westafrika
Eine Sammlung von Glasdiapositiven im Lippischen Landesmuseum Detmold
Ulrich Menter

Andenken an Sumatra
Die Kaufleute Johannes und Ernst Neubourg und ihr fotografischer Nachlass
Jürgen Scheffler

Zu Land, zu Wasser und in der Luft
Unbekannte Welten in Bild- und Schriftzeugnissen deutscher Asienreisender zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Barbara Geilich

Der Kolonialismus der Bilder
Das deutsche Beispiel
Horst Gründer

via Mailing www.westfaelische-geschichte.de

The Prokudin-Gorskii Photographic Record Recreated

Die Library of Congress hat (seit 2001) eine russische Fotosammlung als Ausstellung online: die Prokudin-Gorskii Photographic Record. Die Dokumentation des zaristischen Russland datiert zwischen 1905 und 1915. Die LoC hat die Sammlung 1948 erworben.

Neben der Aufbereitung in Form einer Webpräsentation kann die Sammlung auch komplett durchsucht werden.

Die Sammlung enthält ethnologische Dokumentationen, Kirchen und bedeutenden Bauten des zaristischen Russlands und Kunstgegenstände bis hin zu Buchmalerei, Gärten und Landschaftsaufnahmen, Bahnanlagen und technische Bauten. Punktuell hat Sergei Mikhailovich Prokudin-Gorski auch im Ausland fotografiert, so gibt es Aufnahmen von Mailand, Lugano, Venedig, Capri.

Prokudin-Gorskii hatte sich als ehrgeiziges Ziel die Dokumentation des Russischen Reiches gesetzt und dazu die Unterstützung durch Zar Nikolaus II: gewonnen. Zwischen 1909 und 1912 dann wieder 1915 machte er Dokumentationen zu 11 Regionen und reiste dabei in einem speziell ausgestatteten Eisenbahnwagen, der vom Tansportministerium gestellt wurde.

Sergei Mikhailovich Prokudin-Gorski verwendete das Dreifarbenverfahren, wobei für Rot, Gelb und Blau jeweils eine eigene Belichtung gemacht wurde und die originale Farbeitkeit dann beim Übereinanderlegen der drei schwarzweißen Farbauszüge reproduziert wurde. In diesem Falle in Form einer Diaprojektion, daneben hat es (später) auch Verfahren gegeben die Farbigkeit im Druckverfahren wieder herzustellen. Die Zeit ist an den Aufnahmen nicht ganz spurlos vorüber gegangen, so dass einige der digitalen Reproduktion heute stark verfärbt erscheinen, doch ist die Farbigkeit insgesamt bemerkenswert, wie etwa die Aufnahme des Alim Khan, Emir von Bukhara zeigt. Parallel dazu hat Prokudin-Gorski auch in s/w gearbeitet.

Zur Sammlung des Fotografen gibt es ferner eine russische Seite: The World of 1900-1917 in Color sowie einen Beitrag der Wikipedia mit weiteren Links.

Die s/w-Glassplatten der der einzelnen Farbauszüge wurden in Verfahren der digichromatography wieder zu Farbaufnahmen rekonstruiert, mehr dazu im Artikel der Wikipedia.

Typisch für die amerikanische Seite ist ihr spartanisches Design, aber hier interessieren natürlich die Inhalte. Die knapp 40-MB-Archivfiles (TIFF) können direkt herunter geladen werden.

The Heritage of the Great War

Die niederländische Seite The Heritage of the Great War ist der Bildproduktion im 1. Weltkrieg gewidmet, vor allem natürlich der Fotografie und Farbfotografie, daneben gibt es weitere kulturelle Zeugnisse wie Literatur und Musikstücke. Die Seite ist unorthodox und kritisch. Sie setzt sich insbesondere mit der Entstehung von Bildern im Krieg auseinander.

¤ minima photographica ¤ grammatica della fotografia ¤

Die Seite ¤ minima photographica ¤ grammatica della fotografia ¤ ist ein Angebot der Associazione per l’educazione alla comunicazione visiva – Firenze. Sie bietet neben redaktionellen Texten eine Übersicht über italienische und internationale Fotoarchive: Fotografia in archivio – segnalazioni .

Sehr interessant ist das Archiv des Energiekonzerns AEM sowie das Archivio Giuseppe Palmas (Foto del periodo della Dolce Vita e degli anni del Neorealismo).

Vom Farbdiaarchiv zu Online-Datenbank – „Führerauftrag Monumentalmalerei“

Zum Online Angebot des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München, dem Farbdiaarchiv Mitteleuropäische Wand- und Deckenmalerei ist ein Artikel von Stephan Klingen in Aviso – Zeitschrift für Wissenschaft & Kunst in Bayern – erschienen.

Der Aufsatz beschreibt ausführlich Entstehung und Durchführung dieser ersten großen Fotodokumentation in Farbe. Von 1943 bis zur endgültigen Niederlage hielten Fotografen und Propagandaministerium an dieser Dokumentation fest und fotografierten bis die Bomben fielen, noch am 12. April 1945 gingen Bilder beim Ministerium ein.

Die Farbdias selbst wurden in den letzten Kriegstagen und -wochen in Sicherungsdepots verbracht und anschließend auf verschiedene Einrichtungen zerstreut, bevor sie im Webangebot wieder zusammengeführt werden konnten. Die Digitalisierung der Dias sichert die vom Farbverfall bedrohten Aufnahmen.

via Archivalia

Verbreitung von Bildern – Chancen und Anforderungen

Kai Naumann hat sich in seiner Arbeit mit der Vertreitung von Bildern aus Archivbeständen beschäftigt. Die Arbeit ist als PDF online verfügbar.

Die Arbeit beschäftigt sich u.a. mit den organisatorischen und technischen Anforderungen, der Einbindung elektronischer Bezahlungssysteme sowie der Frage von Open Access.

Zusammenfassung

Die digitale Verbreitung von Bildern durch öffentlich-rechtliche Archive wird in den nächsten Jahren folgende Anforderungen stellen: In technischer Hinsicht sind ausreichende Ausstattung mit Massenspeichern, eine Kooperation mit verlässlichen Firmenpartnern, ein anschlussfähiges Design der Metadaten und die möglichst rasche Einbindung allgemein akzeptierter elektronischer Bezahlsysteme anzustreben. In Bezug auf Rechtslage und Rechtsentwicklung haben die Archive vor dem Hintergrund der digitalen Technikrevolution zum einen auf die Anerkennung eigener Leistungen gegenüber ihren Nutzern zu achten (Leistungsschutz kraft Sacheigentums, schuldrechtliche Vereinbarungen), zum anderen auf die Nutzung der Freiräume, die der Gesetzgeber ihnen zur wissenschaftlichen und kulturpolitischen Auswertung ihrer Bestände gegeben hat (Katalog- und Editionsprivileg nach § 58 Abs. 2, §§ 70 und 71 UrhG) und die zur Zeit teilweise bedroht sind (Schrankenrecht für geschlossene wissenschaftliche Nutzerkreise nach § 52a UrhG). Auf den Gesetzgebungsprozess zum Urheberrecht ist verstärkt Einfluss zu nehmen.
Die Verbreitung von Bildern in großem Maßstab wird nur durch Allianzen erfolgreich sein, da bei gemeinsamen Projekten die öffentliche Wahrnehmung größer und der finanzielle Aufwand geringer ist. Die Partner sollten Bildbestände ähnlicher Wertkategorie verwalten. Die Aussichten auf finanzielle Gewinne sind gering. Der Markt für historisches Bildmaterial schrumpft und ist in einem Konzentrationsprozess begriffen, der nur einigen wenigen Anbietern mit sehr großer Vielfalt und voller digitaler Zugänglichkeit annähernd gleichbleibende Erträge sichert. Im Hinblick auf den Auftrag der Archive, ihre Schätze der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sind die Chancen jedoch groß. Dabei sind die wachsende Unterstützung von Open-Access-Prinzipien und das Interesse der öffentlichen Hand an kostendeckenden Gebühreneinnahmen in Einklang zu bringen. Allgemein wird die zeitgemäße Bereitstellung von Bildern – besonders vor dem Hintergrund der Investitionen in Datenbanken – nicht ohne eine Gegenleistung der Nutzer möglich sein. Bei der Auswahl von Beständen für die digitale Verbreitung ist auf das Trägerformat, die urheberrechtliche Situation, den Erschließungsgrad und nicht zuletzt auf die zu erwartende Nachfrage Rücksicht zu nehmen. Die technische Strategie, der beste Rechtsrahmen und die richtige Organisationsform müssen aktiv gesucht, die zukünftige Entwicklung aufmerksam gesteuert werden. Geeignete Partner sind zu suchen und zu pflegen. Veränderungen lassen sich nur im Team verwirklichen.

via Archivalia

World War One Color Photos

Die Seite World War One Color Photos hat eine Zusammenstellung von Farbfotografien des Ersten Weltkriegs, die aus der Sammlung der Bibliotèque nationale de France stammen, und die der Autor über Gallica zusammengetragen hat.

Das Autochrome Farbverfahren war 1903 von den Brüdern Lumière erfunden und 1907 zum Patent angemeldet worden.

ein Tipp von Ehrensenf

Leider sind die Bilder in der Datenbank der BnF nicht mehr zu finden. Nach längerem Recherchieren kommt mir der Verdacht, dass sie mit juristischen Argumenten gestrichen worden sind, jedenfalls heisst es auf der Seite FAQ:

Pourquoi ne trouve-t-on pas plus de documents d’auteurs du XXe siècle ?
La BnF se doit évidemment de respecter la législation en vigueur concernant la protection de la propriété intellectuelle. Il lui est donc impossible de proposer des documents non libres de droit, ce qui élimine schématiquement toute édition postérieure à la première guerre mondiale. Les quelques exceptions à cette règle de base concernent des documents ayant pu faire l’objet d’un accord spécifique entre l’ayant droit et la BnF.

Womit der Wissenschaft mal wieder ein echter Bärendiest erwiesen worden wäre. Und das alles für ein paar schlechte Popsongs.

Fotografennachlässe in deutschen Archiven

Durch einen Hinweis der Archivliste, habe ich mich mit Recherchemöglichkeiten von Fotografennachlässen beschäftigt. Hier das Ergebniss:

Die Seite piag.de hat eine umfangreiche Datenbank zu Fotografenachlässen, die aber nur zahlenden Kunden mit einem Abonnement der Zeitschrift visuell zugänglich ist.

Metasuchen:

Fotografennachlässe in einzelnen Sammlungen:

Münsteraner Kriegschronik

Notizen zum Alltag der Kriegsjahre in Münster
Stadtarchiv stellt beim Themenabend Kriegschronik vor

Sie umfasst 8500 Fotografien und beschreibt in Tagesnotizen den Alltag der Jahre 1939 bis 1944: Beim Themenabend des Stadtarchivs am Montag, 22. Mai, 18 Uhr, stellt Anja Gussek-Revermann die „Kriegschronik“ vor. Sie spiegelt den von Not und Entbehrung geprägten Alltag der Münsteraner und ist die wohl aussagefähigste Quelle des Stadtarchivs aus jener Zeit.

Skizziert wird die Biographie des Chronisten Franz Wiemers, und es gibt Informationen zur ideologischen Einordnung der Chronik. Vor allem aber dürfen die Gäste des Themenabends in einigen der 52 Mappen blättern.

Dabei wird die große Bandbreite der Einträge deutlich. „Das war mein erster Fliegeralarm“, schließt der Verfasser seine Tagesaufzeichnungen am 4. September 1939. Ohne zu ahnen, dass viele weitere tausend folgen werden bis zur Aussage eines Bomberpiloten 1945: „Münster könnt ihr auf der Karte ausradieren“.

Ein unversehrtes Stadtbild, das Auftauchen erster Zwangsarbeiter, Bombenalarm, lästiges Anstehen vor Geschäften und dann eine Stadt, die allmählich in Schutt und Asche versinkt – die Kriegschronik gibt tiefen Einblick in den Alltag der Münsteraner. Der Themenabend ermuntert zugleich auch zum aktiven Forschen und Kennenlernen dieser authentischen Quelle in zwei Datenbanken.

Die Aufzeichnungen enden Mitte 1944. Anja Gussek-Revermann stellt dennoch auch das Kriegsende und erste Nachkriegsjahre anhand von Fotos, Plakaten und Akten vor.

Der Eintritt ist frei.

Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl bittet das Stadtarchiv,
An den Speichern 8, jedoch um Anmeldung unter
Telefon 4 92 – 47 01 oder als E-Mail archiv@stadt-muenster.de.