Ende einer Ära?

Die Beschaffung von Fotomaterialien für analoges Fotografieren dürfte in Zukunft nicht leichter werden:
Nachdem Agfa insolvent ist, hat nun auch Kodak angekündigt, kein s/w-Fotoapapier mehr herzustellen (Filme und Chemie wird es aber noch weiter geben). Immerhin gab es eine weitere positive Nachricht, dass Ilford – im August 2004 hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet – durch einen Management Buy Out gerettet werden konnte.

RAW als Windows-Standard

Microsoft will in seinem angekündigten Betriebssystem Longhorn auch RAW-Formate unterstützen und arbeitet dazu mit Canon, Nikon und Fuji, sowie dem Softwarhersteller Adobe zusammen. Letzterer hatte mit dem Format DNG versucht, im Tauziehen um das RAW-Format von Bildern einen Standard zu setzen. Einem Standard im Sinne von OPEN RAW, wird man mit der jüngsten Entwicklung vermutlich aber nicht näher kommen.

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Emulieren, Migrieren, Normieren

Ein Hinweis aus Demuseum, die Tagung zum Thema Langzeitarchivierung in Archiven, Bibliotheken und Museen. Der Ansatz, dieses Problem für Institutionen unterschiedlichen Charakters anzugehen, ist schon deshalb gewinnbringend, weil sich Langzeitarchivierung allzu häufig nur auf Ausschnitte der tatsächlich vorhandenen Daten erstreckt. Letztendlich sind nicht nur Bildfiles zu archivieren, sondern ebenso die Inhalte von Datenbanken und Textdokumenten.

Workshop des Bibliotheksservice-Zentrums Baden-Württemberg
Württembergisches Landesmuseum Stuttgart
4. Juli 2005
10.30 – 17.00 Uhr

Nochmal: Open Raw

Ein weiterer Artikel zur Frage eines offenen Standards für das Raw-Format von Bildern von Michael Reichmann und Jürgen Specht. Streckenweise durchaus scharf formuliert (zurecht). Aus der Perspektive der Bildarchive ist dies ein drängendes Problem.

1945 – im Blick der Fotografie

Anlässlich der deutschen Kapitulation vor 60 Jahren gibt es eine Reihe von Fotoausstellungen, die sich mit dem Jahr 1945 befassen.
Aus regionalem wie auch internationalem Blickwinkel ist die Ausstellung des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Münster interessant, die an diesem Samstag eröffnet wird.

Zu sehen sind 320 Fotografien aus regionalen (westfälischen) und überregionalen Archiven, den großen alliierten Bildarchiven, sowie aus Museumsbesitz, die im Verlauf des Jahres 1945 entstanden sind und dabei ganz unterschiedliche Blickweisen auf die epochalen Ereignisse dieses Zeitabschnittes bieten.

Die Fotografie hat wie keine andere Bildgattung die Wahrnehmung und die Erinnerung an die Zeit von den letzten Kriegsmonaten bis zur Befreiung und zum Neuanfang geprägt.
Es geht um offizielle Bilder des Krieges, der Kapitulation und der Befreiung, aber auch um Fotos, die privat von Zeitzeugen aufgenommen wurden.

Das Jahr 1945 bedeutete nicht in allen Ländern eine zeitgleiche Zäsur. Die Französische Fotografen, wie Henri Cartier Bresson, Robert Doisneau oder Brassaï, reflektieren mit ihren stimmungsvollen Aufnahmen alltäglicher Situationen in Paris bereits die Abwesenheit des Krieges und zeigen die mit der Befreiung von der deutschen Besatzung 1944/1945 zurückgekehrte „Joie de vivre“.

Demgegenüber halten zur gleichen Zeit in den nördlichen Niederlanden die Fotografen der sogenannten „Versteckten Kamera“, wie Cas Oorthuys oder Charles Breijer, einen Hungerwinter fest, unter dem die Bevölkerung schwer zu leiden hatte.

22. Mai bis 11. September 2005
Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
in Kooperation mit dem Westfälischen Landesmedienzentrum
Domplatz 10
49149 Münster
Abbildung01

Open-Raw

Über Raw-Formate ist in letzter Zeit häufiger diskutiert worden. Immer mehr Fotografen und Bildarchive beginnen, Raw-Bilder mit in die Langzeitarchivierung zu stecken. Hintergrund: Im Rawformat werden digitale Bilder verlustfrei abgelegt und können dann am Rechner genauer und sorgfältiger nachgearbeitet werden (Schärfen, Weißbableich, Entrauschen). Zudem ist die Entwicklung der Rawkonverter-Software, noch nicht soweit, dass das Maximum an Qualität bereits erreicht wäre. Mit zukünftiger Software wird die Umwandlung in andere Dateiformate qualitativ bessere Ergebnisse erzielen.

Da scheint die jüngste Initiative von Nikon wenig hilfreich, die Nutzer von Nikon-Profikameras auf die eigene Capture-Software festzunageln (an Kritik hat es freilich nicht gefehlt).
Der unabhängige Programmierer Dave Coffin hat zwar das Nikon-Rawformat bereits geknackt, doch mit weiteren Änderungen seitens von Nikon könnte sich das bald wieder erledigt haben (dazu mehr bei Heise).

In der Vergangenheit, hat es bereits so viele undokumentierte Veränderungen an Rawformaten gegeben, dass Initiativen wie Open-Raw nur zu unterstützen sind, gerade aus Sicht der Bildarchive.

Stoppt sie, bevor sie wieder schießen

Die New York Times brachte dieser Tage einen Artikel zur digitalen Bilderflut, die die private Bildproduktion zu überschwemmen droht.
Interessanter Gesichtspunkt: ein Bild, das immer wieder betrachtet wird, wird selbst zur Erinnerung. In einer massenhaften digitalen Bildproduktion wird es immer unwahrscheinlicher, dass ein Bild einen solchen Status erlangt.
Ebenfalls interessant: die meisten Menschen heben ihre Bilder auf, egal wie gut oder schlecht sie sind.
Und: Wie teilen wir die Bilder mit anderen, per Mail oder in Photo-Sharing Websites?

Artikel der New York Times

The Picture’s Image

Das ZKM in Karlsruhe veranstaltet zusammen mit der Graduiertenkolleg Bild. Körper. Medium eine Tagung zur Rolle des Bildes in den Naturwissenschaften und der Medizin
Programm

The Picture’s Image. Wissenschaftliche Visualisierung als Komposit
ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie
Lorenzstr. 19., 76135 Karlsruhe
07./ 08. Mai 2005