Computers and the History of Photography

Interessant der Aufruf, der 1990 in der Zeitschrift Photoresearcher unter dem Titel „Computers and the History of Photography“ veröffentlicht wurde:

Anthony Hamber hatte bereits die Erkenntnis, dass hier Wissen zunächst noch von einzelnen zusammengetragen wurde, von dem sehr viel mehr Fachleute profitieren konnten.

Therefore, the editorial board … would like to call … to send information on any computer database they have constructed giving an indication as to whether they might be willing to make their programmes available to other scholars.

http://www.eshph.org/journal/2015/10/30/photoresearcher-no-11990/
http://www.eshph.org/wp-content/uploads/2015/12/pr_no_01.pdf

Photographers’ Identities Catalog

Ich bin begeistert: der Photographers’ Identities Catalog der New York Public Library fasst biografische Daten zu mehr als 115.000 Fotografen weltweit zusammen.

Die Anwendung hat ein flatschmodernes, sehr performantes Suchinterface, ist normdaten- und geodatenbasiert. Darüber sind dann auch die nachgewiesenen Beständen (einer Auswahl) amerikanischer Sammlungen erschlossen, s. Screenshot.

Datenbasis bildet unter anderem die Datenbank von photographydatabase.org, dann die VIAF authority files, Wikidata und Wikipedia.

Das Tool schließt auch europäische Fotografen mit ein. Ein gutes Beispiel dafür, was mit Normdaten heute möglich ist. Angebote wie Fotoerbe.de könnten da einen substantiellen inhaltlichen Beitrag leisten, wenn mehr mit Normdaten gemacht würde. Über die Personennormdaten findet der Nutzer leicht die betreffenden Bestände und ist nicht mehr auf die Recherche über ein spezifisches Portal angewiesen.

Der Aufwand, sich diesen modernen Standards anzuschließen ist eigentlich überschaubar, weil jedem Fotografen nur ein paar Kerndaten sowie Normdaten-IDs mitgegeben werden müssen, die über eine Schnittstelle adressierbar sind.

PIC Database

http://pic.nypl.org/

via British photographic history

Unbekannter Meisterfotograf um 1904 gesucht

Wunderbar, die kleine Sammlung mit Reisefotografien, die William Nelson da aufgetan hat:

http://www.spiegel.de/einestages/raetselhaftes-fotoalbum-einer-europareise-1904-a-1073145.html

Der Fotograf und Sammler hat eine Flickr-Seite eingerichtet, wo man weitere Bilder sehen kann:

https://www.flickr.com/photos/billinmn/sets/72157622733362984

Sein Ziel ist es den Fotografen / die Fotografin zu finden.

So aus dem Bauch heraus würde ich sagen, es könnte eine durchaus eine sehr ambitionierte Amateurin sein. Dame aus gutem Hause / gut verheiratet, viel Zeit zum Reisen, kunsthistorisch gebildet. Sie holt das genrehafte der Szenerie hervorragend heraus. Der Bildaufbau hat fast etwas malerisches.

War es eine Europäerin die später emigrierte oder war es eine Amerikanerin mit einem sehr speziellen Interesse für das „alte Europa“?

Fotodokumentation Kanton Luzern – Lexikon der Fotografie in der Zentralschweiz

Die Seite Fotodok bietet eine umfangreiche Dokumentation zur Fotografie in der Zentralschweiz. Die Website wird von einer Stiftung betrieben, die neben der fotohistorischen Dokumentation im Rahmen dieses Portals fotografischen Nachlässe bearbeitet und digitalisiert.

Interessant u.a. die folgende Unterseiten:

RIBApix

Die Datenbank RIBApix des Royal Institute of British Architects hat einen sehr hochwertigen Bildbestand. Der Einstieg ist über eine Facettierung möglich.

Etwas schade, dass bei Fotografen nur mit Texteingabe gesucht werden kann. Alternativ gibt es leider auch keine Übersicht über die wesentlichen Teilbestände.

RIBApix

IIIF-Image Viewer

Der IIIF kümmert sich um die Interoperabilität von Bilddaten und damit die bessere Sichtbarkeit und Zugänglichkeit von Bildern im Web. Der Initiative gehören große Bildarchive und Bibliotheken an.

IIIF (International Image Interoperability Framework) has the following goals:

To give scholars an unprecedented level of uniform and rich access to image-based resources hosted around the world.
To define a set of common application programming interfaces that support interoperability between image repositories.
To develop, cultivate and document shared technologies, such as image servers and web clients, that provide a world-class user experience in viewing, comparing, manipulating and annotating images.

In puncto Imageviewer hat die Initiative einige auf ihrer Website:

http://iiif.io/apps-demos.html

DGPh-Stipendium zur Geschichte des deutschsprachigen Photobuchs

Die Sektion Geschichte und Archive der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) vergibt 2015 zum zweiten Mal ein Stipendium zur Geschichte des deutschsprachigen Photobuchs. Mit diesem Stipendium, das zunächst zehn Jahre lang im zweijährlichen Rhythmus ausgeschrieben wird, soll die historische Erforschung aller Aspekte der Photopublizistik als Teil der allgemeinen Photogeschichte besonders gefördert werden. Das Stipendium geht auf die Initiative und ein Legat des international renommierten Designers, Kurators, Sammlers und Photographie-Förderers Manfred Heiting (DGPh) zurück.

mehr via DGPh

Historische Fotobestände bei Coding Da Vinci

In den Projekten von Coding Da Vinci arbeiten Institutionen aus dem Kulturbereich mit Entwicklern zusammen und neue Apps zu entwickeln.

Übersicht über die Projekte:
http://codingdavinci.de/projekte

Viele Projekte greifen auf historische Bildbestände zurück, u.a. aus dem Bildbestand Willy Pragher. Hier nur einige Beispiele:

Dieser thematisch fokussierte Zugang ist sicher gut, um die Sichtbarkeit der Bildbestände noch zu erhöhen!
Am 5. Juli 2015 wird die Preisverleihung sein.

Digitalisierung in der Hosentasche

In Italien läuft derzeit eine Unterschriftenaktion, die darauf zielt, das Fotografieren in öffentlichen Archive und Bibliotheken freizugeben. Damit könnte jeder die gewünschten Dokumente mit dem Handy digitalisieren.

http://ilgiornaledellarte.com/articoli/2015/4/123892.html

Im Artikel wird darauf verwiesen, dass die Archives Nationales in Frankreich sowie die British Library diesen Schritt bereits unternommen haben.

via https://twitter.com/Fotoliberebbcc/status/586633450700021760

Dazu hätte ich noch als Ergänzung:

Verschiedene Scan-Apps für das Handy sind bereits auf dem Markt und die neueren Modelle verfügen ohne weiteres über gute Kameras. Wem viellicht noch die ruhige Hand fehlt, dem sei diese Hilfe empfohlen:

http://www.cultofmac.com/168391/scanbox-turns-your-iphone-into-the-perfect-portable-scanner-for-just-15

Zahlen zur Filmfotografie

Die analoge Fotografie auf Film hatte im Jahr 2000 mit 85 Millionen Aufnahmen pro Jahr ihren Höhepunkt.
Die Zahl der aufgenommenen Fotos insgesamt steigt weiter exponentiell. Es bleibt im analogen Bereich ein gewisser Markt für Enthusiasten und Professionelle. De facto hat die digitale Fotografie übernommen.

Statistik siehe PetaPixel

Captain Linnaeus Tripe: Photographer of India and Burma, 1852-1860

Die Ausstellung National Gallery in Washington ist als online-Ressource zugänglich. In der zweiten Jahreshälfte ist die Ausstellung noch in London zu sehen.

Captain Linnaeus Tripe: Photographer of India and Burma, 1852–1860

Ausstellungskalender:
National Gallery of Art, Washington, 21. September 2014 – 4. Januar 2015
The Metropolitan Museum of Art, New York, 24. Februar – 25. Mai 2015
Victoria and Albert Museum, London, 23. Juni – 11. Oktober 2015

via British photographic history

Echos of War

Die Ausstellung ECHOES OF WAR zeigt ausgewählte fotografische Originalaufnahmen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, die erstmals in einem künstlerischen Kontext zu sehen sind. Die historischen Fotografien erzählen individuelle Geschichten und nehmen unterschiedliche Blickwinkel ein – sowohl was Ort und Anlass ihrer Entstehung betrifft, als auch in Bezug auf ihre Provenienz. Die Aufnahmen stammen vor allem aus Deutschland, England, Frankreich, Polen, Russland und den USA. Sie bilden den Grundstock der fotografischen Vintage-Sammlung der Fotografin Benita Suchodrev.

Erworben auf Auktionen, im Rahmen privater Recherchen bei Zeitzeugen und Sammlerkollegen sowie auf Flohmärkten in zahlreichen Ländern konnte die russisch-amerikanische Fotokünstlerin Benita Suchodrev einen Schatz von persönlichen Erinnerungen heben, der zeitgeschichtliche Einblicke gewährt und die Auseinandersetzung mit der Erfahrung des Kriegs befördert. Zu sehen sind Fotografien von professionellen Kriegsberichterstattern, Soldaten und Privatpersonen, die seltene Aufnahmen aus Flugzeugen, Bilder von öffentlichen Hinrichtungen, Fallschirmspringer kurz vor der Landung, sowjetische und deutsche Kindersoldaten und den Alltag sowie die Nachkriegszeit in den zerbombten Städten zeigen.

Die ausgewählten Motive werden zusammen mit den rückwärtig angebrachten Beschreibungen gezeigt, deren Wortwahl eine weitere Ebene des Bildausschnitts eröffnen. So sind ebenso propagandistische Gedanken wie oft sehr persönliche Widmungen auf der Rückseite von Privataufnahmen zu finden.

In einem zweiten Teil der Ausstellung werden die Vintage-Fotografien durch historische Porträtaufnahmen ergänzt, die – künstlerisch bearbeitet – einen doppelten Blick erlauben. Sie sind als Antwort der Fotokünstlerin Benita Suchodrev auf das gefundene Material aufzufassen, das Echo des Kriegs in unsere heutigen Sicht- und Sehweisen zu überführen.

Die Ausstellung will weder eine politische Aussage machen noch die Grausamkeit des Krieges übertünchen. Vielmehr möchte sie eine Auswahl von mehr als 130 subjektiver, privater Blicke der Menschen präsentieren, die diese Fotos gemacht haben. Zusammengestellt und kuratiert aus Sicht einer Künstlerin und Fotografin ergeben sich neue Zusammenhänge, die nicht streng wissenschaftlich konnotiert sind, sondern die Schrecken und lichten Momente, das Bemühen um Bildästhetik unter barbarischen Umständen und die Sichtweisen von einer Welt im Kriegszustand dokumentieren. 

Wo?
ECHOES OF WAR
Blick.Macht.Bild – Atelier für Fotografie
Motzstraße 52 (Viktoria-Luise-Platz) 10777 Berlin

blickmachtbild.com
www.BenitaSuchodrev.com

Nutzerzahlen in Archiven gehen zurück

Leider nicht frei im Netz zugänglich:

Das Magazin „Source“ hat sich mit den (rückläufigen) Nutzerzahlen von Archiven in Großbritannien beschäftigt.
Es gibt zudem Hinweise zu digitalen Angeboten, Anzahl der Mitarbeiter und Kosten der Archive.

Die geringeren Nutzer vor Ort scheinen nicht allein die Folge von online-Angeboten zu sein, sondern werden auch durch weniger Personal und knappere Öffnungszeiten verursacht.

via
British Photographic History