Rundbrief Fotografie Vol. 23 (2016), Nr. 3

EIN BILD
Michael Hagner: Purkyněs Lachen (S. 4–7)

MEDIENGESCHICHTE
Sonja Feßel: Fotografie zwischen Kunstmarkt und Wissenschaft: Zum Glasplattenbestand der Kunsthandlung Fritz Gurlitt, Berlin, im Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg (S. 8–22)

MATERIALITÄT
Stefanie Pfeifer und Maria Bortfeldt: Sondervorhaben Ost-Berlin: Die Restaurierung der Architekturcollagen von Dieter Urbach (S. 23–31)

BESTÄNDE
Agnes Matthias: Welten erschließen: Die Fotobestände der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen (S. 32–38)

DATENBANKEN
Katja Schumann: Fotografie zwischen Reproduktion und Artefakt: Das Datenbankprojekt „Daphne“ im Kontext der fotografischen Bestände an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (S. 39–44)

AUSSTELLUNGEN
Johanna Gummlich: Fotografien für Köln und die Welt – 90 Jahre Rheinisches Bildarchiv: Jubiläumsausstellung im Kunsthaus Rhenania, Köln, 10. bis 22. November 2016 (S. 45–51)

BERICHTE
Manuela Fellner-Feldhaus: Eingeklebt, gedruckt, gebunden – Fotos in Büchern: Zur DGPh-/ESHPh-Tagung „Seiten, Blicke | Pages, Views – Aktuelle Forschungen zu Geschichte und Tendenzen von Photo | Buch | Album“, Wien, 10. Juni 2016
(S. 52–54)

LITERATUR

Rezensionen

Fotojournalismus: Unzulängliche Handreichungen zu einer schwindenden Profession (Bernd Weise) (S. 55/56)

Die Autochrome von Heinrich Kühn: Faksimilierung und Publikation früher Farbfotografie (Katja Schumann) (S. 57–59)

Die „Ipha“ in Dresden 1909: Ein aktueller Beitrag zur Bildkritikforschung
(Katja Schumann) (S. 59–61)

www.rundbrief-fotografie.de/

Atelier “Arno Kersten Sohn Nachfahren”

Nachlass des Fotoateliers “Arno Kersten Sohn Nachfahren” liegt beim Schloss- und Spielkartenmuseum im Residenzschloss Altenburg. Das Museum bearbeitet den Nachlass jetzt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Fotothek in Dresden.

Der Nachlass dreier Fotografengenerationen zeigt Stadt und Umland von Altenburg in Fotografien von 1870 bis zum Vorabend des Zweiten Weltkriegs.

http://www.deutschefotothek.de/cms/atelier-kersten.xml

Schicksal Emigration – Gerti Deutsch und Jeanne Mandello

DAS VERBORGENE MUSEUM zeigt Fotografien von Gerti Deutsch und Jeanne Mandello
Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem FOTOHOF archiv, Salzburg und dem Nachlass Mandello, Barcelona/New York

Pressetext:

»Schicksal Emigration« rekonstruiert ein Stück vergessener Geschichte zweier, aus Deutschland und Österreich emigrierter Fotografinnen.

Für die Wiener Emigrantin, Gerti Deutsch, wurde »Picture Post«, das 1938 in London von dem ungarischen Emigranten Stefan Lorant gegründete liberale, antifaschistische Magazin zur neuen fotografischen Heimat. Die1940er- und 1950er-Jahre im britischen Exil waren ihre produktivste Zeit als Fotojournalistin. Aus ihrem Gesamtwerk werden Straßenszenen und Porträts aus den 1930er-Jahren in Wien, Reportagen zu Transporten jüdischer Kinder auf der Flucht aus Deutschland und Aufnahmen vom Wiederaufbau ihrer Heimatstadt Wien nach Kriegsende und von einer Reise nach Japan (1960) gezeigt.

Jeanne Mandello, die Fotografin mit der Leica, hatte in Berlin am LetteVerein ihr Handwerk erlernt und war ganz vom Stil der fotografischen Moderne in den 1920er-Jahren beeinflusst. Durch die Nationalsozialisten um die Karriere gebracht, erlebte sie als Emigrantin eine kurze Phase in Paris als Modefotografin, bevor ihr das spanisch geprägte Uruguay schließlich eine neue Heimat und eine zweite Chance als Fotografin geboten hat. Unter den wenigen, geretteten Fotografien werden Aufnahmen aus Deutschland um 1933, Pariser Modeaufnahmen, Architekturfotografien und Reportagen aus Uruguay aus den 1940er- und 1950er-Jahren zu sehen sein.

Eröffnung: Mi 28.09.2016, 19 Uhr

DAS VERBORGENE MUSEUM
Dokumentation der Kunst von Frauen e.V.
Schlüterstraße 70, 10625 Berlin
Öffnungszeiten: Do & Fr 15-19 ; Sa & So 12-16 Uhr
(geschlossen vom 19.12.16 – 04.01.17)

DGPh-Forschungspreis für Photographiegeschichte 2016

Schon seit 1978 würdigt die Sektion Geschichte und Archive der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) wissenschaftliche Forschungen auf dem Gebiet der Geschichte und Theorie der Photographie.

Der 2012 neu ausgerichtete DGPh-Forschungspreis für Photographiegeschichte ist für alle Phänomene des Photographischen offen. Neben der Geschichte und Theorie der Photographie sind damit auch Themenbereiche angesprochen, die sich mit der gesellschaftlichen Bedeutung und den Spuren beschäftigen, die die Photographie über ihren eigenen Gegenstand hinaus im gesellschaftlichen Leben hinterlassen hat. Der Preis richtet sich an ForscherInnen aller Fachrichtungen, deren wissenschaftliche Arbeit in diesem Sinne einen eigenständigen, innovativen und originellen Beitrag darstellt.

Bewerbungen und Manuskripte für den DGPh-Forschungspreis für Photographiegeschichte können in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden. Dabei soll es sich um ein in zwei Jahren vor dem Einsendungsschluss entstandenes, publiziertes oder unpubliziertes Manuskript oder Werk handeln. Projektskizzen und unvollendete Manuskripte können nicht angenommen werden.

Zur Bewerbung müssen folgende Bewerbungsunterlagen als PDF-Dateien online unter http://www.dgph.de/sektionen/geschichte_archive/ausschreibung-dgphforschungspreis-fuer-photographiegeschichte-2016
eingereicht werden:

  • ein Abstract der eingereichten Arbeit (ca. 3.500 Zeichen)
  • das abgeschlossene Manuskript
  • ein Curriculum Vitae
  • eine Publikationsliste.

Einreichungsfrist ist der 30. September 2016.
Weitere Informationen über die Deutsche Gesellschaft für Photographie unter www.dgph.de

Rundbrief Fotografie Vol. 23 (2016), No. 2, N.F. 90

http://rundbrief-fotografie.de.dd30938.kasserver.com/archiv/hefte/rf-90

EDITORIAL

  • Christian Bracht: Zur Notwendigkeit von Standards und dem fruchtbaren Regelbruch

INHALT

  • Costanza Caraffa: Fehl am Platz? Ein Dichterporträt in einem Archiv fotografischer Kunstreproduktionen

MEDIENGESCHICHTE

  • Rolf H. Krauss: Der fotografische Akt um 1900: Ein Medienphänomen

DATENBANKEN

  • Christian Bracht: Kulturerbe vernetzt: Die Verbunddatenbank „Bildindex der Kunst und Architektur“

ERSCHLIESSUNG

  • Volker Janke und Thomas Helms: Fotoalben und ihre digitale Erschließung: Ein Praxisbericht

FORSCHUNG

  • René Senenko: Gegen Faschismus, Kriegsgefahr und Kapital: Ein Postkarten-Projekt

BERICHTE

  • Kurt Deggeller: „Seid umschlungen, Millionen!“: Das fotografische Kulturerbe in der Schweiz

LITERATUR

  • Rolf Sachsse: Der volle Wagen: Eine Geschichte der Fotografie vor Henri Bergsons „Le rire“ (Rolf Sachsse)

Computers and the History of Photography

Interessant der Aufruf, der 1990 in der Zeitschrift Photoresearcher unter dem Titel “Computers and the History of Photography” veröffentlicht wurde:

Anthony Hamber hatte bereits die Erkenntnis, dass hier Wissen zunächst noch von einzelnen zusammengetragen wurde, von dem sehr viel mehr Fachleute profitieren konnten.

Therefore, the editorial board … would like to call … to send information on any computer database they have constructed giving an indication as to whether they might be willing to make their programmes available to other scholars.

http://www.eshph.org/journal/2015/10/30/photoresearcher-no-11990/
http://www.eshph.org/wp-content/uploads/2015/12/pr_no_01.pdf

Photographers’ Identities Catalog

Ich bin begeistert: der Photographers’ Identities Catalog der New York Public Library fasst biografische Daten zu mehr als 115.000 Fotografen weltweit zusammen.

Die Anwendung hat ein flatschmodernes, sehr performantes Suchinterface, ist normdaten- und geodatenbasiert. Darüber sind dann auch die nachgewiesenen Beständen (einer Auswahl) amerikanischer Sammlungen erschlossen, s. Screenshot.

Datenbasis bildet unter anderem die Datenbank von photographydatabase.org, dann die VIAF authority files, Wikidata und Wikipedia.

Das Tool schließt auch europäische Fotografen mit ein. Ein gutes Beispiel dafür, was mit Normdaten heute möglich ist. Angebote wie Fotoerbe.de könnten da einen substantiellen inhaltlichen Beitrag leisten, wenn mehr mit Normdaten gemacht würde. Über die Personennormdaten findet der Nutzer leicht die betreffenden Bestände und ist nicht mehr auf die Recherche über ein spezifisches Portal angewiesen.

Der Aufwand, sich diesen modernen Standards anzuschließen ist eigentlich überschaubar, weil jedem Fotografen nur ein paar Kerndaten sowie Normdaten-IDs mitgegeben werden müssen, die über eine Schnittstelle adressierbar sind.

PIC Database

http://pic.nypl.org/

via British photographic history

Unbekannter Meisterfotograf um 1904 gesucht

Wunderbar, die kleine Sammlung mit Reisefotografien, die William Nelson da aufgetan hat:

http://www.spiegel.de/einestages/raetselhaftes-fotoalbum-einer-europareise-1904-a-1073145.html

Der Fotograf und Sammler hat eine Flickr-Seite eingerichtet, wo man weitere Bilder sehen kann:

https://www.flickr.com/photos/billinmn/sets/72157622733362984

Sein Ziel ist es den Fotografen / die Fotografin zu finden.

So aus dem Bauch heraus würde ich sagen, es könnte eine durchaus eine sehr ambitionierte Amateurin sein. Dame aus gutem Hause / gut verheiratet, viel Zeit zum Reisen, kunsthistorisch gebildet. Sie holt das genrehafte der Szenerie hervorragend heraus. Der Bildaufbau hat fast etwas malerisches.

War es eine Europäerin die später emigrierte oder war es eine Amerikanerin mit einem sehr speziellen Interesse für das “alte Europa”?

Fotodokumentation Kanton Luzern – Lexikon der Fotografie in der Zentralschweiz

Die Seite Fotodok bietet eine umfangreiche Dokumentation zur Fotografie in der Zentralschweiz. Die Website wird von einer Stiftung betrieben, die neben der fotohistorischen Dokumentation im Rahmen dieses Portals fotografischen Nachlässe bearbeitet und digitalisiert.

Interessant u.a. die folgende Unterseiten:

RIBApix

Die Datenbank RIBApix des Royal Institute of British Architects hat einen sehr hochwertigen Bildbestand. Der Einstieg ist über eine Facettierung möglich.

Etwas schade, dass bei Fotografen nur mit Texteingabe gesucht werden kann. Alternativ gibt es leider auch keine Übersicht über die wesentlichen Teilbestände.

RIBApix