Verleihung des Dr.-Erich-Salomon-Preis 2005

Die Verleihung des Dr.-Erich-Salomon-Preis 2005 der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) an Horst Faas findet am 1. Oktober in Hannover statt.

Damit verbunden ist die Ausstellung Visible War, die neben Fotografien auch zahlreiche Dokumente und Exponate zur Geschichte der Kriegsberichterstattung in Vietnam enthält.

Horst Faas begann seine Karriere 1951 in München bei der Bildagentur Keystone. 1952 wechselte er zur Associated Press (AP), für die er danach an den Brennpunkten der Welt fotografierte. Algerien, Kongo, Bangladesch und vor allem Vietnam sind die geografischen Marken seines bewegten Reporterlebens. Von 1963 bis 1974 leitete er die Fotoredaktion der AP in Saigon und war damit praktisch für die Berichterstattung der Agentur über die gesamte Dauer des Vietnamkrieges verantwortlich.

Samstag, 1. Oktober 2005 um 18 Uhr
Design Center in Hannover
FH Hannover FB Design und Medien
Expo Plaza 2
30539 Hannover

gefunden bei Fotoforum

Neues Sehen in Berlin

Die am 16. September startende Ausstellung Neues Sehen in Berlin beleuchtet eines der innovativsten Kapitel der neueren Fotografiegeschichte. Gezeigt werden rund hundert Aufnahmen von 18 namhaften Fotokünstlern, darunter Max Burchartz, Florence Henri, László Moholy-Nagy und Albert Renger-Patzsch.

Die Exponate gehen zurück auf Erwerbungen, die die Kunstbibliothek unter der Leitung von Curt Glaser, von 1924 und 1933 Direktor der Kunstbibliothek, zwischen 1929 und 1932 tätigte. Sie entstammen verschiedenen Ausstellungen, allen voran der Werkbundschau „Film und Foto“.

NEUES SEHEN IN BERLIN. FOTOGRAFIE DER ZWANZIGER JAHRE
Berlin, Kunstbibliothek
16.09.-20.11.2005

Fotografie und Druckgrafik

Ein interessantes Buch, auf das häufiger von Seiten verlinkt wird, die sich mit Druckgrafik beschäftigen, das aber zum Thema fotografische Verfahren die verschiedenen Techniken sehr gut erläutert.

Martin Riat:
Graphische Techniken. Eine Einführung in die verschiedenen Techniken und ihre Geschichte (Version 2.0 PDF, Burriana, Herbst 2002, Original in katalanischer Sprache). Ergänzung: aktuell ist die Version 3.0, siehe meinen neuen Post.

Das Buch gibt einen guten Überblick über die technischen Verfahren der Fotografie und steht in mehreren PDFs online zur Verfügung.

PDF1

Eine Einführung in photographische Verfahren (S. 39ff), einzelne Kapitel zum nassen Kollodiumverfahren und zum Bromsilbergelatine-Verfahren.

PDF2
Besonders interessant die Kapitel (S. 58ff):

Die Photographischen Effekte
Eberhardeffekt, Sabattier-Effekt, Solarisation, Schwarzschild-Effekt, Herschel-Effekt, Weinland-Effekt, Clayden-Effekt

Das Cliché-Verre
Photographische Kontaktkopie zur Vervielfältigung von gezeichneten Werken, wie sie die Vertreter der Barbizon-Schule verwendeten.

Die Photographischen Edeldruckverfahren
Pigmentdruck / Kohledruck, Gummidruck, Carbrodruck, Öldruck, Bromöldruck

Die Pinatypie
Ein Verfahren, das Anfang des 20. Jhs praktiziert wurde, um farbenphotographische Kopien auf Papier und auf Diapositivmaterial herzustellen: dazu gehören Dye-Transfer und Technicolor.

Fotonachlässe im Staatsarchiv Freiburg

Ein Hinweis in Archivalia:
Ein sehr lesenswerter Vortrag von Kurt Hochstuhl zur Vermarktung von Fotonachlässen (S. 18ff):

Der Autor berichtet über die positve Erfahrungen mit Fotosammlungen im Staatsarchiv Freiburg mit den Nachlässen von Willy Pragher und Sepp (Joseph) Allgeier. Vor allem der Nachlass Praghers hat bereits in der Vergangenheit einige Aufmerksamkeit erfahren.

Praghers Sammlung, die 1993 in das Archiv gelangte, umfasst rund 1 Millionen Bilder. Der freiberuflicher Fotograf war seit 1932 als in der Landeshauptstadt Berlin tätig, hat aber auch im Ausland fotografiert. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges, als er als Werbegrafiker in Rumänien arbeitete, entstanden allein 10.000 landeskundliche Aufnahmen zu Rumänien. Seit 1949 war Pragher in Freiburg als Fotograf tätig, wo er 1992 verstorben ist.

Der Nachlass von Sepp (Joseph) Allgeier, einem der Pioniere des Berg- und Sportfilms – Allgeier arbeitete u.a. zusammen mit Riefenstahl – umfasst ca. 4.840 Aufnahmen, die komplett digitalisiert wurden. Allgeier verstarb 1968 in Freiburg.

Die von Hochstuhl erwähnten Vermarktungsstrategien sind in ihrer Zusammenwirken durchaus logisch: Buchprojekte, das Internet sowie eine Ausstellung.

Was die Bereitstellung digitaler Bilder angeht, hat das Archiv im Fall des Pragher-Bestandes die Kooperation mit einer kommerziellen Bildagentur gesucht, doch steht diese Zusammenarbeit behördlicherseits auf dem Prüfstand.

Bislang sind nur die als Appetizer eingestellten Fotografien online verfügbar, die aber nur einen Bruchteil des Gesamtbestandes darstellen, themenbezogen sind das:
Baden-Würtemberg: gesamt 400.000 – eingestellt 50
Berlin 20er und 30er Jahre: gesamt 15.000 – eingestellt 20
Nationalsozialismus: gesamt 5.000 – eingestellt 16
Fotoreisen: gesamt 400.000 – eingestellt 15

Die Kooperation mit einem kommerziellen Anbieter ist sicherlich ein denkbarer Weg, Bilder im Web verfügbar zu machen. Den rechtlichen Rahmen sowie die Bemessung von Kostenaufwand und zu teilendem Profit, kann ich aus meiner Warte nicht beurteilen, doch stellt sich das Problem aus Nutzersicht folgendermaßen:

Kommerzielle Bildbarchive machen die Zusammensetzung ihrer Sammlung erfahrungsgemäß wenig transparent. Sie bedienen Kunden, die in der Regel mit sehr konkreten Suchanfragen kommen. Diese suchen nach konkreten Motiven und sind weniger an Sammlungszusammenhängen interessiert. Kommerzielle Anbieter richten sich an Kunden, die Bilder zu Illustrationszwecken suchen. Die Zusammensetzung ihrer historischen Teilarchive machen sie nach außen kaum sichtbar. Eine Zusammenfassung welche historischen Sammlung in den Bildpools von Getty und Corbis aufgegangen sind, wird man dort vergeblich suchen und das ist auch bei kleineren Bildagenturen oft nicht anders. Ein öffentliches Archiv definiert sich dagegen gewissermaßen aus der Summe seiner Teilsammlungen.

Vor dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrung mit der Aufarbeitung eines Fotonachlasses habe ich das bestehende Webangebot des Pragher-Archivs durchgesehen:

Aus meiner Sicht ist die Integration von Fotosammlungen in das Informationsangebot klassischer Archive ein grundsätzliches Problem, indem der Nutzer möglichst erst über die Findbücher geschickt wird. Tatsächlich kann ein nichtwissenschaftlicher Nutzer oder einer mit wenig Vorwissen kaum erkennen, was sich thematisch hinter einem Bestandsnamen verbirgt und in welchen Teilbeständen überhaupt Bilder zu finden sind.

Dabei sind die Bestandslisten im Webangebot des Landesarchvis Baden-Württemberg keineswegs einheitlich. Die Bestandsübersicht des Staatsarchivs Freiburg enthält den Eintrag „W134 Sammlung Willy Pragher I“, weitere Teilsammlungen dieses Bestandes sind nicht gelistet, sie können aber über die „Übergreifende Suche“ recherchiert werden, ein Zustand, der für den Benutzer wenig transparent ist.

Für die Suche im Pragher-Bildbestand stehen dem Benutzer alphabetische Listen für Personen, Sachthemen und Orte, aber auch eine Freitextsuche zur Verfügung, so dass recht differenziert gesucht werden kann. Aus einzelnen Treffern der verschieden Suchen kommend, kann immer wieder in die Strukturansicht (verwandter Aufnahmen) gewechselt werden, auch wenn man etwa per Freitextsuche recherchiert hat, eine Möglichkeit, die sehr schön den Zusammenhang einer einzelnen Aufnahme zum Teilbestand deutlich werden lässt.

In der Art wie Suchergebnisse dargestellt werden, zeigt sich einmal mehr der Gegensatz zwischen kommerziellen Bildarchiven und klassischen Archiven. Während erstere auf ein visuelle Orientierung des Nutzers zielen, zeigen die Treffer im Pragher-Bildbestand erst einmal die Metadaten, bevor der Nutzer auch zum Bild findet. Man kann sich eben manchmal des Eindrucks nicht erwehren, dass Archive ihr Bildmaterial etwas stiefmütterlich behandeln.

In puncto Transparenz lässt die Menüstruktur etwas zu wünschen übrig. Inhaltliche Seiten wie etwa der Lebenslauf des Fotografen werden hinter wenig aussagekräftigen Menüpunkten wie „Übersicht“ versteckt.

Die Chance einer Website mit Datenbankanbindung besteht sicherlich darin, einen Bildbestand der Öffentlichkeit stärker zugänglich zu machen. Das könnte im Freiburger Fall noch etwas besser gelingen, wenn das Datenbankangebot enger mit redaktionellen Seiten verbunden wäre, etwa weiteren Informationen zu Praghers Fotoreisen und einzelnen Werkgruppen innerhalb des Bestandes. Solche Seiten machen das Angebot nicht nur benutzerfreundlicher sondern überhaupt besser auffindbar. Die Seite wird von Suchmaschinen vielfältiger indiziert und damit unter inhaltlichen Gesichtspunkten besser auffindbar.

Diese Kritik soll die Qualität dieses Angebots insgesamt nicht in Zweifel ziehen. Es wäre zu wünschen, dass mehr Archive so offensiv mit ihren Bildbeständen an die Öffentlichkeit gehen.

Profiling Amerika – Amerikanische Fotografie 1860 – 1960

Das Forum für Fotografie in Köln zeichnet in seiner neuesten Ausstellung 100 Jahren amerikanischer Fotogeschichte. Zu sehen sind ab dem 3. September Fotografien aus der Zeit des Sezessionskrieges, der großen Depression nach der Weltwirtschaftskrise, des Zweiten Weltkrieges sowie der Nachkriegszeit. In der Ausstellung finden sich die Namen bedeutender Fotografen wie Mathew B. Brady, Walker Evans, Alexander Gardner, Margaret Bourke-White, Frances Benjamin Johnston, Dorothea Lange, Ben Shahn, Irving Penn, Arthur Rothstein, W. Eugene Smith, Jacob Riis und Gordon Parks.
Die Ausstellungsmacher stellen die Frage nach dem Selbstbild der Amerikaner. Alle Aufnahmen stammen aus den Beständen der Gesellschaft für Photo Archive e.V.

PROFILING AMERICA. AMERIKANISCHE FOTOGRAFIE 1860–1960
03.09-23.10.2005
Forum für Fotografie
Schönhauser Str. 8
50968 Köln

Bis heute ananlog

Zum 100jährigen Geburtstags des Erfinders der Minox, Walter Zapp, bringt die FAZ einen Artikel. Die Minox zeigt sich von der digitalen Revolution bislang unbeeindruckt, bis heute arbeiten die kleinen Kameras analog.

Die auf Kleinheit und Miniatursierung abgestellte Kamera, auch als „Spionagekamera“ bezeichnet, passt in eine Faust.
1936 lag der Prototyp der „Ur-Minox“ vor. Die Fertigung der 8×11 mm Film-Kamera erfolgte in einer staatlichen Radiofrabrik in Riga. 1941 floh Zapp vor der Russen nach Deutschland und gründetet 1945 mit seinem Partner Jürgens die Minox GmbH in Wetzlar. Von einem Investor ausgebootet konnte Zapp den Erfolg seiner Kamera aber nur noch aus der Ferne beobachten. Im Juli 2003 ist er verstorben.

Hauchdünne Beschichtungen

„Was haben Fotopapier und Wirkstoffpflaster, Entwurmungspräparate für Tiere und papierdünne Fernsehbildschirme gemeinsam?“, fragt das Handelsblatt.

Im Bereich der Schichttechnologie war Agfa führend, und so machen sich nun der ehemalgie Forschungsleiter, der Leiter der Forschungsbetriebe und ein Mitarbeiter aus Controlling und Technik selbstständig, indem sie Ihr Know-how um feinste Beschichtungstechnologien auf andere Anwendungsbereiche übertragen. Ihr Arbeitsplatz bleibt der Bayer Chemiepark und die Agfa-Beschichtungsmaschine wird voraussichtlich auch wieder zum Einsatz kommen.

Die Library of Congress lässt Frauen wählen

Der San Fracisco Chronicle berichtet über eine fotohistorische Ausstellung der Library of Congress zum Thema Frauenwahlrecht. Anlass ist das 85jährige Bestehen des Frauenwahlrechts.

Die 448 Fotos der Ausstellung umfassen eine Zeitraum von 130 Jahren und stellen eine Auswahl aus der Sammlung der National Woman’s Party (insges. 2650 Aufnahmen) dar.

Die online-Ausstellung stellt den Bildbestand zum Thema nicht nur im Web zur Verfügung, sondern liefert ergänzende Essays, eine Porträtgalerie und eine Timeline.

Historische Farbfotografie

Einen Einblick in das Arbeiten mit historischen Farbfotografien gibt der folgende Fund:

Bei der Erstellung von Farbabzügen musste laufend neu mit Filtern korrigiert werden, denn das Colorpapier fiel in der Produktion sehr unterschiedlich aus. Um ein Negativ mit dem Fotopapier einer bestimmten Produktionsmarge korrekt abziehen zu können, musste das Negativ durch Hinzunehmen bestimmter Farbfilter dem Fotopapier gewissermaßen angepasst werden. Dieses Arbeiten setzte sehr viel Erfahrung voraus, so dass mit einem technischen Hilfsmittel, dem Comparator, eine Vereinfachung des Verfahrens erreicht werden sollte.

Wie dieses Vorgehen in der Praxis aussah, zeigt das Buch Agfacolor von Heinz Berger (3. Aufl., Wuppertal 1950).
Dort heisst es (S. 51-52):

„Der Comparator arbeitet nach dem folgenden Prinzip … : Man hat ein Negativ auf Agfacolor-Papier optimal gefiltert, so daß die Gesamtfilterung dieses Negativs für eine bestimmte Emulsions-Nr. Agfacolor-Papier bekannt ist. Diese Filterung schaltet man in einen Strahlengang zu diesem gekannten Agfacolor-Negativ hinzu, so daß man dieses Negativ einschließlich der Filterfarbe vor sich sieht. In einem zweiten Strahlengang desselben Geräts wird nun das unbekannte Negativ, dessen Filterung man bestimmen will, eingeschaltet, gleichzeitig, werden so viele Kopierfilter hinzugeschaltet, daß das neue, unbekannte Negativ für das Auge die gleiche Gesamtfarbe aufweist, wie das bereits bekannte Negativ mit der zu diesem Negativ zugehörigen Filterung. Die so eingeschaltete Filterung wird dann im Kopiergerät für das neue unbekannte Negativ benützt und ergibt in sehr vielen Fällen bei entsprechender Übung sofort die richtig abgestimmte Kopie.“

Beim vorliegenden Gerät, sind die Regler, mit denen die Farben der verschiedenen Filter gemischt werden konnten, gut zu erkennen. In der linken Halterung/ im linken Strahlengang befinden sich die bekannten, für die konkrete Marge Papier schon korrekt ausgefilterten Negative. Rechts davon der Strahlengang für die unbekannten Negative, die auf demselben Papier abgezogen werden sollen.

3D im Web

Animierte Bilder sollen auch im wissenschaftlichen Anwendungen nicht fehlen, so jedenfalls geht der Trend. Dabei wird einiges in die Erstellung von 3D-Modellen investiert. Tatsächlich sind viele Projekte jedoch was die Bildqualität und Navigation anbelangt ziemlich unzulänglich, ganz zu schweigen von dem Problem des Nutzers ohne Rechte auf dem Dienst-PC das nötige Plugin zu installieren.

Aufgrund der nicht unerheblichen Kosten für 3D-Modellen sollten Erkenntinisgewinn und Kostenaufwand einer strengen Prüfung unterzogen werden.

Ein vernünftigen Mittelweg bieten mit Quicktime animierte Modelle, die die Koordinaten eines 3D-Objektes bereites in einen Film umgesetzt haben und damit geringerer Anforderungen an die Hardware des Nutzers stellen.

Daneben bietet die Fotografie einige Möglichkeiten durch bewegbare Bilder einen räumlichen Überblick zu verschaffen. Voraussetzung sind entsprechenden Kameras, bzw. Stitching-Software, mit der sich Bilder zusammen setzen lassen.

Über die Möglichkeiten der Verknüpfung mehrerer Quicktimes über Hotspots informiert schnell und verständlich die Seite der Humboldt-Uni.

Als absolut gelungenes Beispiel für Bildqualität der Blick über Paris (ein Hinweis von Netbib). Auch das zoomen (shift) macht hier richtig Spaß. In einem solchen Fall ist mit einer 360° Fotografie sehr viel mehr anzufangen, als mit einem Modell.