Berge im Kasten. Fotografien aus der Sammlung des Deutschen Alpenvereins, 1870-1914

Im Jahre 1870 stieg erstmals ein Mensch zum Fotografieren auf die Zugspitze: Bernhard Johannes, ein in Partenkirchen ansässiger Fotograf schoss die ersten Bilder. Innerhalb von drei Jahren wiederholte er diese Expedition mit Großbildkamera, Dunkelkammerzelt und mehreren Trägern insgesamt sechsehn Mal und erstellte dabei die erste Fotoserie von Deutschlands höchstem Berg. Mit dieser Aktion war der Partenkirchener allerdings nicht allein. Eng verzahnt mit dem beginnenden Hochgebirgstourismus spezialisierten sich alpenweit eine ganze Reihe von Fotografenateliers auf die Darstellung von Gipfeln, Felsen und Gletschern.

In den folgenden Jahrzehnten ermöglichten neue Technologien immer brillantere Aufnahmen, gleichzeitig eroberten die Fotografen immer weiter entfernte, schwer zugängliche Gebirge. Ein Vittorio Sella oder Fritz Benesch dokumentierten die Welt der Hochtouristen in nie da gewesener Prägnanz und hielten die verschiedensten tages- und jahreszeitlichen Stimmungen fest. Erste Expeditionen dokumentierten fotografisch das außeralpine Hochgebirge. Dem gegenüber stehen die Bilder der Alpintouristen, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts mit einfach zu bedienenden Kameras erstmals persönliche Erinnerungen mit nach Hause brachten. Unterbelichtete und verwackelte Aufnahmen geben noch heute Auskunft über glückliche Gipfelbezwinger und Bergkameraden bei mehr oder weniger schweren Kletterpartien.

Die Ausstellung im Alpinen Museum dokumentiert die Frühgeschichte der Bergfotografie anhand großteils originaler Fotoabzüge einzelner Fotografen wie Bernhard Johannes, Friedrich Würthle, Vittorio Sella und Fritz Benesch. Daneben zeigen liebevoll gestaltete private Alben, Glasdiaserien für Vorträge und Knipserfotografien die andere Seite der Bergfotografie. Gleichzeitig ist in der Ausstellung zu sehen, wie der Alpenverein das neue Medium für seine Aktivitäten nutzte.

Die Objekte stammen aus der umfangreichen Fotosammlung des Deutschen Alpenvereins (150.000 Aufnahmen), die seit dessen Gründung vor über 130 Jahren zusammengetragen wurde. Die Ausstellung steht in Zusammenahang mit dem mehrjährigen Projekt „Historisches Alpenarchiv“, das von der Europäischen Union (Interreg IIIa), dem Kulturfond Bayern und der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Alpenvereins gefördert wird. Ergänzt wird die Ausstellung mit Objekten aus den Sammlungen einzelner DAV-Sektionen und Alpenvereinsmitglieder.

Begleitbuch zur Ausstellung
BERGE IM KASTEN. FOTOGRAFIEN AUS DER SAMMLUNG DES DEUTSCHEN ALPENVEREINS, 1870-1914. München, Deutscher Alpenverein 2006. ISBN 3-937530-13-4. 159 Seiten mit zahlreichen Abbildungen.

11. Mai 2006 bis 18. März 2007
Alpines Museum des Deutschen Alpenvereins
Praterinsel 5, 80538 München

Ausstellungsseite

Unbekannter Knipser. Frauen beim Klettern am Wallberg, 1907.
Archiv des Deutschen Alpenvereins, München

Eine Kathedrale in jedem Gesicht, der litauische Fotograf Antanas Sutkus

Im Rahmen des Festivals scene: estland lettland litauen in nrw zeigt das Stadtmuseum Münster die Ausstellung „Eine Kathedrale in jedem Gesicht“ – der litauische Fotograf Antanas Sutkus.

Antanas Sutkus wurde am 27. Juni 1939 im Distrikt Kaunas, Litauen, geboren. 1958 bis 1964 studierte er Journalismus an der Universität Vilnius. Der große litauische Fotograf begann als Fotojournalist und arbeitet seit 1969 als freier Fotograf in Vilnius, Litauen. Er war Mitbegründer des Fotovereins in Litauen (PASL), des ersten fotografischen Verbandes in der Sowjetunion. Der Verein und mit ihm sein Gründungspräsident Sutkus etablierten die Fotografie als Kunst in Osteuropa und beförderten das Ansehen der litauischen Fotografen in ihrem Heimatland, aber auch international. Antanas Sutkus lebt und arbeitet in Vilnius, Litauen.

Sutkus ist der Porträtist der Menschen seiner Umgebung – in allen Situationen und Stimmungen. Ihn zeichnet eine große Intensität in der Wahrnehmung aus. Mit der klassischen Eleganz der Schwarz-Weiß-Fotografie und dem neugierigem Blick ringt er nicht nur dem engen sozialistischen Alltag einen Funken Hoffnung ab und legt die Vitalität von Alltagssituationen im Kleinen offen.

1976 begann er seine Fotofolge „Die Menschen Litauens“, in dem er die Veränderungen seines Heimatlandes festhält. Die Motivation für diese Serie beschreibt er selbst als Versuch, für zukünftige Generationen ein psychologisches Porträt der Gegenwart zu zeichnen, das seiner Meinung nach aufgrund von Fotos bewertet werden wird.

Bislang ist der Fotokünstler nur bei wenigen westeuropäischen Fachleuten bekannt und geschätzt, doch eine breitere fotointeressierte Öffentlichkeit ist noch nicht mit dem Werk von Antanas Sutkus in Berührung gekommen. In der gemeinsamen Präsentation der Friedrich-Hundt-Gesellschaft und des Stadtmuseums Münster werden ca. 130 Fotos aus der Mitte der 1950er Jahre bis in das Jahr 2004 zu sehen sein.

30. 05. 2006 – 10. 09. 2006
Stadtmuseum Münster

Ausstellung fotoprojekt emscher:zukunft,19.05.-18.06.06

„Die EMSCHERGENOSSENSCHAFT hat seit ihrem Bestehen ein Fotoarchiv von mehr als 200.000 Bildern aufgebaut.

Die unterschiedlichen Ansätze der ausgezeichneten und nun zu sehenden Arbeiten offenbaren vielfältige Perspektiven – plastisch gezeichnete Landschaften, nahezu abstrakte Farbeindrücke der Natur, Alltag der Menschen, deren Leben in einer Welt von gestern konserviert scheint, morbide Symphonien des Verfalls, aber auch der humorvolle Blick auf die Hinterlassenschaften der Menschen oder nostalgische Polaroid-Impressionen.

„Gegenwart sehen – Zukunft gestalten“ lautete das Motto der Ausschreibung, mit dem die Emschergenossenschaft im August 2005 zur Beteiligung am „fotoprojekt emscher:zukunft“ aufrief. Insgesamt gingen 67 Arbeiten ein, davon 40 Fotoserien und 27 Konzepte. Gegenstand ist die Emscher, die mehr als ein Jahrhundert lang weniger als Fluss, denn als offene Abwasserleitung der Region zwischen Dortmund und Dinslaken fungierte. Seit den 90er Jahren wird die „Cloaca Maxima“ in einem auf 30 Jahre angelegten Generationenprojekt umgebaut – eine Jahrhundertchance für die Region, die es in Bildern fest zu halten gilt. >

Eröffnung:
19. Mai 2006, 17.00 Uhr
Emscher-Quellhof
Quellenstr. 3, 59439 Holzwickede

via Geschichtskultur

Fotografien, Filme, Freundinnen

Dem Werk der Fotografin Ella Bergmann-Michel hat das Historische Museum in Frankfurt eine Ausstellung gewidmet.

Die Ausstellung präsentiert das weitgehend in Frankfurt entstandene, avantgardistische fotografische und filmische Werk der Künstlerin Ella Bergmann-Michel (1895-1971) und ihre Beziehung zur Kultur und Architektur des Neuen Frankfurt.

Ella Bergmann-Michel lebte seit 1920 mit dem Künstler Robert Michel und ihren beiden Kindern in der Schmelzmühle in Eppstein-Vockenhausen. Das Haus im Taunus entwickelte sich mit Gästen wie Kurt Schwitters, László Moholy-Nagy, Jan Tschichold, Willy Baumeister, Mart Stam und anderen Künstlern zu einem wichtigen Treffpunkt der Avantgarde – zum „Heimatmuseum of Modern Art“.

Neben ihrem dadaistisch konstruktivistischen bildnerischen Werk, setzte sich die Künstlerin zwischen 1927 und 1935 intensiv mit den Medien Fotografie und Film auseinander. Im „Bund Das Neue Frankfurt“ leitete sie die „Liga für unabhängigen Film“, die Avantgardefilme internationaler Filmkünstler präsentierte und drehte ab 1931 eigene experimentelle Dokumentarfilme. Ihr Atelier lag im Zentrum Frankfurts, am Eschenheimer Turm.

Weitere Fotoausstellungen am Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen

Ab Sonntag, dem 30. April, präsentiert das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen zwei neue Fotoausstellungen, die sich mit Aspekten des oberschlesischen Industriegebiets befassen.

Von Kohle gezeichnet
Dariusz Kantor – Fotografien
Oberschlesisches Landesmuseum: 30. April – 11. Juni 2006

Janoschs Zabrze
Fotoarbeiten von Schülern des Kunstgymnasiums in Zabrze/Hindenburg
Oberschlesisches Landesmuseum: 30. April – 11. Juni 2006

Die Schwerstarbeit, die Frauen in der Kohlenaufbereitung auf oberschlesischen Gruben leisten, hat Dariusz Kantor, 1967 in Zabrze geboren, heute als freier Fotograf im Ruhrgebiet ansässig, in 43 SW-Fotografien dokumentiert. Der Zyklus „Von Kohle gezeichnet“ entstand in den Jahren 2002-2004 auf 12 oberschlesischen Zechen. Kantor realisiert seine Projekte ausschließlich in Schwarz-Weiß unter Verwendung konventioneller Aufnahme- und Verarbeitungstechniken. Magazine der größten polnischen Tageszeitungen, die Przekroj und die Schweizer DU haben seine Arbeiten veröffentlicht.

via Geschichtskultur Ruhr

Der Krieg auf Fotos polnischer und deutscher Soldaten

Unter dem Titel Barrieren durchbrechen, Brücken bauen läuft derzeit eine Fotoausstellung am Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen, mit Aufnahmen polnischer und deutscher Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg.

Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstr. 62
40883 Ratingen
bis 14. Mai 2006

Eine Ausstellung des Museums zur Geschichte der Fotografie, Krakau, und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Essen e.V. als Beitrag zum Deutsch-Polnischen Jahr 2005-2006

Frank-Heinrich Müller – Photographiedepot

FRANK-HEINRICH MÜLLER – Photographiedepot

Von Frank-Heinrich Müllers künstlerischem Ansatz, zu fotografieren, zu sammeln und zu ordnen, zeugt sein Photographiedepot. Einem Archäologen gleich, geht er Spuren von Zivilisationen und Kulturen nach. Seine Fotografien sind architektonische, landschaftliche und industrielle Zeugnisse des Umbruchs. Bestandteil seiner Arbeit sind auch umfangreiche Bilddokumentationen – wie zuletzt über die Entstehung des BMW Werkes der Architektin Zaha Hadid in Leipzig.

zu sehen bei:
Wäcker & Jordanow
Galerie für Fotografie
Gollierstr. 17
80339 München
Ausstellungsdauer: 23.03.2006 – 13.05.2006

Anton Stankowski in Stuttgart

Zum 100. Geburtstag von Anton Stankowski zeigt eine groß angelegte Retrospektive einen umfassenden Überblick über das freie und angewandte Schaffen des Künstlers (1906 -1998). Neben verschieden Arbeiten auf Papier, Gemälden und Plastiken, sind auch Fotografien zu sehen.

Staatsgalerie Stuttgart
08. April – 02. Juli 2006

Glauben Sie bloß nicht, was Sie sehen

… titelt die FAZ anlässlich der Ausstellung „Click – Doubleclick” im Haus der Kunst in München (bis 23. April). Interessant ist besonders der folgende Abschnitt:

Bilder heute entstehen am Computer. Dieser Rechner ist ein Hilfsmittel, ein Werkzeug – keineswegs schon ein neues Medium. Aber was früher aufwendige Retusche bedeutete, wenn ein Detail auch nur minimal verändert werden sollte, erledigt der Fotograf jetzt dank aufwendiger Rechnerprogramme mit einem Doppelklick auf die Maus.

Eine Veränderung der Kunst durch solche Möglichkeiten kann gar nicht ausbleiben. Es kommt aber auch zu einer Veränderung der Wahrnehmung von Fotografie. Denn so ungerechtfertigt der Glaube in ihre wahrhaftige Abbildung immer gewesen sein mag, so prägt er doch maßgeblich unser Vertrauen in das Medium. Das könnte nun vorbei sein.

„Click – Doubleclick” hat der Kurator Thomas Weski seine Ausstellung im Münchner Haus der Kunst genannt, mit der er diese Zäsur in der Fotografie beleuchtet. Mit hundertfünfzig Beispielen von vierundzwanzig Fotografen zeigt Weski, wie dokumentarischer Stil als künstlerische Aussage begriffen werden kann, ohne daß es sich bei den Bildern um Dokumente im reinen Sinn handelt.

August Sander in Linz

Zus Sander-Ausstellung der SK-Kulturstiftung bringt der Kölner Stadtanzeiger einen Artikel: Anna sorgte für die Sensation.

Gegenüber den steifen Konventionen der Studiofotografie bildete sich Ende des 19. Jahrhunderts ein Gegentyp heraus: das ungekünstelte Porträt in natürlicher Umgebung. Wie die impressionistischen Maler favorisierten auch Fotografen des neuen Stils wie August Sander das „Pleinair“ – Arbeiten in freier Umgebung. Der Autodidakt aus dem Westerwald, der später vor allem für seine sachliche Dokumentation „Menschen des 20. Jahrhunderts“ im Stil der Neuen Sachlichkeit berühmt ist, betrieb von 1901 bis 1909 im oberösterreichischen Linz ein professionelles Fotostudio. Über 200 Aufnahmen aus Sanders bislang unterbelichteter Frühzeit, seinen „Linzer Jahren“, hat die Photographische Sammlung der Kölner SK-Stiftung Kultur zusammengetragen.

1904 spazierte seine Frau Anna mit rotem Sonnenschirm durch eine Landschaft in der Umgebung von Linz. Sander nahm sie in der damals technisch neuartigen Dreifarbenfotografie auf. Seine Fotografien in natürlichen Farben waren eine Sensation und ein Thema für die Gazetten – und faszinieren noch immer.

Arbeit am Image

… titelte die taz anlässlich der Ausstellung Für immer und ewig – World’s most photographed im Kölner Museum Ludwig. Gezeigt wird die Inszenierung von Macht, Ruhm, Schönheit, Glamour, Humanität und Genie; die Ergebnisse von Zensur, Mythenbildung und Selbststilisierung.

Die von Robin Muir kuratierte Ausstellung wurde 2005 erstmals in der Londoner National Portrait Gallery gezeigt und versammelt einen Kern von 10 Aufnahmen. Sie wurde erweitert durch Leihgaben aus Privatbesitz und Photographien des Kölner Museums, die das Repertoire z.B. durch Portraits der unvergesslichen Marlene Dietrich und andere Highlights der Sammlung L. Fritz Gruber ergänzen.

Museum Ludwig
Köln
bis 1.Mai

„chaplin in pictures“

… heisst die neue Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen:

Hut, Stock, Schnurrbart, Watschelgang: Charlie Chaplin ist eine Ikone des 20. Jahrhunderts. Das Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen widmet dem Künstler (1889-1977) ab 3. Februar die Ausstellung «chaplin in pictures: mensch, mythos, filmemacher», wie das Haus mitteilte. Die Schau ist den Angaben zufolge die erste große Museumsausstellung über Charles Chaplin.

via freiepresse.de

August Sander, Linzer Jahre (1901-1909)

ein Beitrag via kulturserver.de :

Nur wenig bekannt war bis heute, dass August Sander bis 1909, bevor er nach Köln übersiedelte, im oberösterreichischen Linz ein professionelles Atelier betrieb, seine Arbeiten erfolgreich in Ausstellungen plazierte, zahlreiche Auszeichnungen erhielt und innerhalb seines Fachs durchaus anerkannt war. Nicht zuletzt aufgrund seiner Beteiligung am kulturellen Leben der damals
60.000 Einwohner zählenden Landeshauptstadt, war ihm ein vielversprechender Start in einer zunächst fremden Umgebung gelungen. Ganz im Sinne der durch die Kunstphotographie geprägten Zeit betätigte sich Sander auch als Maler und suchte in der generellen Auseinandersetzung mit dem künstlerischen Bild, den Stellenwert des Mediums der Photographie zu steigern. Ihre spezifischen Einsatzmöglichkeiten und Verfahrensweisen wurden erprobt und vor dem Hintergrund kunsthistorischer, häufig im praktischen Experiment erworbenen Erkenntnisse abgewogen.

Viele der in den Linzer Jahren entstandenen Portraitaufnahmen verdeutlichen bereits Sanders große Beobachtungsgabe und frühes Gespür für eine sensible Aufnahmeführung, die er in den 1920er Jahren in eine sachliche Sicht überführte. Lebensnähe und Authentizität statt inszenierter Posen und steifer Atelierkulissen waren von Beginn an seine Maximen für eine gut Portraitaufnahme. Dieser hohe Anspruch spiegelte sich sowohl in einer präzisen Positionierung seiner „Modelle“ als auch in einem individuell abgestimmten, und im Gegensatz zum verbreiteten Stilmix, schlichten Wohnstil. Eine weitere Konsequenz war, dass Sander – wie es für seine Praxis nach dem Ersten Weltkrieg bekannt ist – Einzel- und Gruppenportraits in der Natur, etwa im Garten der Abgebildeten, bevorzugte. Auch lassen sich im Frühwerk des Photographen Beispiele von Berufsbildern, wie jene des in Linz ansässigen Apothekers oder Museumskustos entdecken, für die Sander schließlich mit seinem gesellschaftsbeschreibenden Werk „Menschen des 20. Jahrunderts“ berühmt wurde.

Katalog zur Ausstellung:
August Sander, Linzer Jahre 1901-1909, mit Texten von Gabriele
Conrath-Scholl, Dr. Martin Hochleitner und Dr. Susanne Lange, herausgegeben von der Photographischen Sammlung/ SK Stiftung Kultur und der Landesgalerie Linz am Oberösterreichischen Landesmuseum, München: Schirmer/Mosel, 2005 (224 S., 119 Tafeln, 121 Abb.) – broschierte Ausgabe an der
Ausstellungskasse 29,00 EUR, Hardcover-Buchhandelsausgabe 39,80 EUR

Ausstellungseröffnung: 9. Februar
SK Stiftung Kultur
Im Mediapark 7
50670 Köln

Die Kunst Deutscher zu sein

Nach all dem hin und her um die „Du bist Deutschland“-Kampagne nun eine interessante und vielfältige Ausstellung zum Thema:

Was sind eigentlich deutsche Tugenden? Was verbindet mich mit anderen Deutschen? Was sagt mir das Wort Heimat? Welches Bild haben andere Nationen von uns? Was ist typisch deutsch? Wann ist man ein/e Deutsche/r?

28 Studierende des Fachbereichs Fotodesign an der Fachhochschule Dortmund haben sich ein Semester lang mit diesen und ähnlichen Fragen auseinandergesetzt, um herauszufinden, was es für eine junge Generation heute noch bedeutet, Deutsche/r zu sein. Das von Hansjoachim Nierentz (Deutsche Gesellschaft für Photographie) initiierte Projekt wurde unter der Leitung der Professoren Caroline Dlugos, Cindy Gates, Heiner Schmitz und Jörg Winde realisiert. Bei den diesjährigen 7. Internationalen Fototagen in Mannheim war die Ausstellung der FH Dortmund einer der meist beachteten Beiträge junger zeitgenössischer Fotografie.

Im Mittelpunkt stand dabei die Frage nach der Identität des Einzelnen in Bezug auf Nationalität und Geschichte, aber auch im Hinblick auf Vorurteile und Klischees.

Mit einem Augenzwinkern werden die vermeintlich deutschen Tugenden wie Ordnung, Fleiß und Pünktlichkeit behandelt oder das Phänomen der Unübersetzbarkeit von Begriffen wie „Gemütlichkeit“ oder „Weltschmerz“. Und natürlich bekommt auch die deutsche Küche ihr Fett weg ?
Einige Arbeiten beschäftigen sich mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, deren überlieferte Bildwelten zu Symbolen geronnen sind, die sich plötzlich und unvermittelt mit dem Heute überlagern können. Andere Arbeiten setzen sich mit der Frage auseinander, was Heimat bedeutet und spüren hierfür Kindheitserinnerungen im sozialistischen Plattenbau von Berlin-Marzahn auf, oder beschäftigen sich mit dem Los von Migranten, die sich zwar mit einem deutschen Pass ausgestattet, aber kulturell entwurzelt, plötzlich in anonymen Unterkünften oder Ämterfluren wiederfinden.
Ein bestimmendes Thema war auch das Selbstverständnis einer jungen Generation Deutscher, deren Eltern in den Sechziger Jahren als Kinder der damals sogenannten „Gastarbeiter“ ins Land gekommen waren.

via IDW-online

Ausstellungsseite Die Kunst ein Deutscher zu sein

Kinderfotos – Achim Lippoth und seine Sammlung

Achim Lippoth (geb. 1968), Kölner Sammler und Kinderfotograf, hat Kinderporträts von Diane Arbus, Anne Biermann, Hugo Erfurth, Lee Friedlander, Tom Wood, Will McBride, Sally Mann, William Egglestone, Wegee und anderen gesammelt. Diese Privatsammlung wird erstmals öffentlich gezeigt. Zudem wird eine Auswahl seiner eigenen Fotos zu sehen sein.

Kinderfotografien
Achim Lippoth und seine Sammlung
10.02.-09.04.2006
in der Rudolf-Scharpf-Galerie
Wilhelm-Hack-Museum
Berliner Str. 23
67059 Ludwigshafen
http://www.wilhelm-hack-museum.de
http://www.lippoth.com

via Fotografie Forum News