100 Hefte Fotogeschichte

100 Hefte Fotogeschichte. Ein Anlass zum Feiern? Ja, aber gefeiert haben
wir bereits vor einem halben Jahr (im Gründungsjahr 1981 erschienen nur
zwei Hefte).

Mit Heft 100 kehrt nun wieder der Alltag ein. Entstanden ist ein gemischtes
Heft mit fünf spannenden Beiträgen aus allen Epochen der
Fotografiegeschichte. Jörn Glasenapp eröffnet es mit einem Beitrag zur
Fotografie von Bernd und Hilla Becher. Die Bechers sind, so argumentiert er,
nicht „Historiker des Industriezeitalters“ (Klaus Honnef), sondern sie
arbeiten im Gegenteil „durch und durch ahistorisch“. „Die Bechers treten
beim ersten Schritt, der Bilderstellung, scheinbar ganz hinter den
Gegenstand zurück, um beim zweiten Schritt, der Präsentation des
Gegenstandes, das Heft zur Gänze in die Hand nehmen zu können.“

Friedrich Tietjen beschäftigt sich mit der Frühgeschichte der Fotografie.
Daguerre, so argumentiert er, war als Erfinderfigur „erfolgreicher“ als
seine Konkurrenten, weil er das Medium von Anfang an als kommerzielles
gesehen hatte.

Franziska Brons stellt den bisher wenig bekannten Pionier der Luftfotografie
Julius Neubronner vor. Und sie erzählt, wieso seine hochfliegenden Pläne nur
eine kurze Episode blieben.

Astrit Schmidt-Burkhardt geht der Geschichte des künstlerischen Blicks am
Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts nach und liest diese Geschichte
aus dem Blickwinkel der Metaphorik des Auges.

Mit dem überwachenden Auge der Fotografie beschäftigt sich schließlich
Walter Mentzel. Er rekonstruiert die Geschichte der Wiener Polizeifotografie
in den Jahren 1870 bis 1938.

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via H-Museum