1945 – im Blick der Fotografie

Anlässlich der deutschen Kapitulation vor 60 Jahren gibt es eine Reihe von Fotoausstellungen, die sich mit dem Jahr 1945 befassen.
Aus regionalem wie auch internationalem Blickwinkel ist die Ausstellung des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Münster interessant, die an diesem Samstag eröffnet wird.

Zu sehen sind 320 Fotografien aus regionalen (westfälischen) und überregionalen Archiven, den großen alliierten Bildarchiven, sowie aus Museumsbesitz, die im Verlauf des Jahres 1945 entstanden sind und dabei ganz unterschiedliche Blickweisen auf die epochalen Ereignisse dieses Zeitabschnittes bieten.

Die Fotografie hat wie keine andere Bildgattung die Wahrnehmung und die Erinnerung an die Zeit von den letzten Kriegsmonaten bis zur Befreiung und zum Neuanfang geprägt.
Es geht um offizielle Bilder des Krieges, der Kapitulation und der Befreiung, aber auch um Fotos, die privat von Zeitzeugen aufgenommen wurden.

Das Jahr 1945 bedeutete nicht in allen Ländern eine zeitgleiche Zäsur. Die Französische Fotografen, wie Henri Cartier Bresson, Robert Doisneau oder Brassaï, reflektieren mit ihren stimmungsvollen Aufnahmen alltäglicher Situationen in Paris bereits die Abwesenheit des Krieges und zeigen die mit der Befreiung von der deutschen Besatzung 1944/1945 zurückgekehrte „Joie de vivre“.

Demgegenüber halten zur gleichen Zeit in den nördlichen Niederlanden die Fotografen der sogenannten „Versteckten Kamera“, wie Cas Oorthuys oder Charles Breijer, einen Hungerwinter fest, unter dem die Bevölkerung schwer zu leiden hatte.

22. Mai bis 11. September 2005
Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
in Kooperation mit dem Westfälischen Landesmedienzentrum
Domplatz 10
49149 Münster
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