August Sander in Linz

Zus Sander-Ausstellung der SK-Kulturstiftung bringt der Kölner Stadtanzeiger einen Artikel: Anna sorgte für die Sensation.

Gegenüber den steifen Konventionen der Studiofotografie bildete sich Ende des 19. Jahrhunderts ein Gegentyp heraus: das ungekünstelte Porträt in natürlicher Umgebung. Wie die impressionistischen Maler favorisierten auch Fotografen des neuen Stils wie August Sander das „Pleinair“ – Arbeiten in freier Umgebung. Der Autodidakt aus dem Westerwald, der später vor allem für seine sachliche Dokumentation „Menschen des 20. Jahrhunderts“ im Stil der Neuen Sachlichkeit berühmt ist, betrieb von 1901 bis 1909 im oberösterreichischen Linz ein professionelles Fotostudio. Über 200 Aufnahmen aus Sanders bislang unterbelichteter Frühzeit, seinen „Linzer Jahren“, hat die Photographische Sammlung der Kölner SK-Stiftung Kultur zusammengetragen.

1904 spazierte seine Frau Anna mit rotem Sonnenschirm durch eine Landschaft in der Umgebung von Linz. Sander nahm sie in der damals technisch neuartigen Dreifarbenfotografie auf. Seine Fotografien in natürlichen Farben waren eine Sensation und ein Thema für die Gazetten – und faszinieren noch immer.