Glauben Sie bloß nicht, was Sie sehen

… titelt die FAZ anlässlich der Ausstellung „Click – Doubleclick” im Haus der Kunst in München (bis 23. April). Interessant ist besonders der folgende Abschnitt:

Bilder heute entstehen am Computer. Dieser Rechner ist ein Hilfsmittel, ein Werkzeug – keineswegs schon ein neues Medium. Aber was früher aufwendige Retusche bedeutete, wenn ein Detail auch nur minimal verändert werden sollte, erledigt der Fotograf jetzt dank aufwendiger Rechnerprogramme mit einem Doppelklick auf die Maus.

Eine Veränderung der Kunst durch solche Möglichkeiten kann gar nicht ausbleiben. Es kommt aber auch zu einer Veränderung der Wahrnehmung von Fotografie. Denn so ungerechtfertigt der Glaube in ihre wahrhaftige Abbildung immer gewesen sein mag, so prägt er doch maßgeblich unser Vertrauen in das Medium. Das könnte nun vorbei sein.

„Click – Doubleclick” hat der Kurator Thomas Weski seine Ausstellung im Münchner Haus der Kunst genannt, mit der er diese Zäsur in der Fotografie beleuchtet. Mit hundertfünfzig Beispielen von vierundzwanzig Fotografen zeigt Weski, wie dokumentarischer Stil als künstlerische Aussage begriffen werden kann, ohne daß es sich bei den Bildern um Dokumente im reinen Sinn handelt.