Studientage für Fotografie: Erscheinungen der Fotografie

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Bereits zum dritten Mal finden in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) die „Studientage für Fotografie“ am Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg statt. Das Forschungskolloquium widmet sich vom 21. bis 25. Juli 2015 dem Thema der Materialisierungen und Mediatisierungen der Photographie in allen ihren Produktions- und Rezeptionskontexten.

Studientage für Fotografie 2015: Internationales interdisziplinäres Forschungskolloquium für Promovierende und Post-Docs
Zeit: 21.07.2015 13:00 h – 25.07.2015 14:00 h
Ort: Tagungsraum von Foto Marburg im Ernst-von-Hülsenhaus

Weitere Information unter
http://www.fotomarburg.de/aktuelles/events/studientage2015

Missing Links & Forschungslücken

… unter dem Titel veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) vom 6. bis 8. März ein Symposium in der Berlinischen Galerie.

www.dgph.de/startseite/deutsche-gesellschaft-fuer-photographie-veranstaltet-internationale-tagung-zum-175

Zum 175-jährigen Jubiläum der Photographie werden verschiedene Fragen aufgeworfen:
Wo liegen die weißen Flecken auf der Landkarte der Photographiegeschichte? Welches sind die einerseits heute dringend erscheinenden Desiderate und andererseits geeignete neue Ansätze, um der Photographieforschung neue Richtungen zu eröffnen? Welche Wendepunkte gab es in der 175-jährigen Geschichte der Photographie wirklich? Und wie ist der als so tiefgreifend empfundene Wandel des Mediums seit der Digitalisierung aus historischer Perspektive einzuordnen und zu bewerten? Wo gab und gibt es in der Geschichte des Mediums Photographie „Missing Links“, die Neuorientierungen, aber auch Sackgassen und „Fehlentwicklungen“ aufzeigen und erklären können?

Programm

Donnerstag, 6. März, ab 18:30 Uhr

Begrüßungen: Ulrich Domröse (Berlinische Galerie), Ditmar Schädel und Angela Matyssek (DGPh)

Freitag, 7. März, ab 9:30 Uhr

Begrüßung
Claude W. Sui, Internationales Forum für Fotografie, ReissEngelhorn-Museen, Mannheim:
Pioniere der Photogeschichte. Helmut und Alison Gernsheim

Klaus Honnef, freier Kurator, Bonn, Kulturpreisträger der DGPh 2011:
Deutsche Photographie – der vertriebene (und vergessene) Teil

Urs Stahel, freier Kurator, Zürich:
2D in 3D. Über das Ausstellen von Photographien

Michael Biedowicz, Magazin der Wochenzeitung Die Zeit, Berlin:
Die Wa(h)re Photographie – über die Arbeit mit Bildern im Journalismus

Mogens S. Koch, Konservatorskolen Kopenhagen, Kulturpreisträger
der DGPh 2003:
Vom Handwerk zur Wissenschaft. Entwicklung der Konservierung-Restaurierung von photographischen Materialien

Podiumsdiskussion
Photographie als Handels- und Sammelgut:
Ulrich Domröse (Berlinische Galerie), Robert Morat (Robert Morat Galerie, Hamburg/ Berlin), Simone Klein (Sotheby’s, Paris), Wilhelm Schürmann (Sammler, Herzogenrath) Moderation: Christiane Stahl (DGPh)

Verleihung des Kulturpreises 2014 der DGPh an Gottfried Jäger
Laudatio: Bernd Stiegler, Universität Konstanz

Samstag, 8. März, ab 9:30 Uhr

Begrüßung
Harun Badakhshi, Charité und Humboldt-Universität zu Berlin:
Der Körper und seine Bilder. Photographie als Wissensproduktion in der klinischen Medizin

Guido Hofmeyer, Felix Schoeller Group, Osnabrück:
tba

Kai-Uwe Wärner, Deutsche Presse Agentur, Frankfurt am Main:
Dixel’n statt Printen. Der Anfang vom Ende der analogen Photographie

Florian Kaps, Impossible, Berlin:
Das unmögliche Sofortbild

Tagungsende ca. 13:30 Uhr

Tagungsgebühren
Studenten komplett frei (bitte Nachweis erbringen)
1 Tag: 25 € für Mitglieder, 40 € für Gäste
2 Tage: 45 € für Mitglieder, 75 € für Gäste
Donnerstagabend frei
Kulturpreisverleihung am Freitagabend frei
Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle der DGPh bis Freitag, den 28. Februar
2014 online oder unter dgph@dgph.de (Mail) oder 0221 / 92 32 069 (Tel.)
entgegen.

via Pressemitteilung
Anmeldung hier

Duesseldorf Photo Weekend 2014

Vom 31. Januar bis zum 2. Februar findet zum dritten Mal das große Wochenende der Fotografie in Düsseldorf statt:

www.duesseldorfphotoweekend.de

Es gibt Ausstellungen und Veranstaltungen in mehr als 24 Galerien, Museen und Institutionen. Das Wochenende wird am 30. Januar mit der Ausstellung „Heimat“ im NRW-Forum eröffnet, der Film „The Man Who Invented Himself“ über Duane Michals ist am Samstag zu sehen. Freitag Abend ab 22 Uhr wird DJ Rusty Egans von der Band The Rich Kids auflegen.

Der Gang der Dinge. Welche Zukunft haben photographische Archive und Nachlässe?

Der Gang der Dinge. Welche Zukunft haben photographische Archive und Nachlässe?
Symposium der Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) in Kooperation mit dem Institut Heidersberger, Wolfsburg, und dem Netzwerk Fotoarchive e.V., Köln
29. und 30. Juni 2012
Schloss Wolfsburg in Wolfsburg

Programm
Änderungen vorbehalten
siehe http://www.dgph.de/sites/default/files/content/presse_news/pressemitteilungen/120326/PM_Der%20Gang%20der%20Dinge_3-12.pdf

Freitag, 29. Juni 2012, ab 14:00 Uhr
Moderation: Dr. Christiane Fricke

  • Eröffnung Bernd Rodrian, Institut Heidersberger und DGPh Dr. Christiane Fricke, DGPh
  • Simon Schwinge, DGPh „Jetzt machen Sie mal was Schönes. Am besten über die Frisuren der 50er Jahre. Über Irrungen und Wirrungen eines photographischen Nachlasses auf der Suche nach einer Perspektive.“
  • Dr. Florian Mercker, PHIDIAS Rechtsanwälte „Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Wie sichere ich die Weitergabe rechtlich ab?. Juristische Fragen bei der Weitergabe einer Sammlung / eines Nachlasses“
  • Simone Klein, Sotheby’s Department Europe und DGPh „Welchen Wert hat mein Bestand?“
  • Marjen Schmidt, Dipl.-Ing.Fotografierestaurierung, DGPh „Was sind gute Archivbedingungen?“
  • Franziska Maria Scheuer, M.A., Promotions-Stipendiatin der Phillips Universität Marburg Vom ‚Archiv ohne Besucher‘ zum öffentlichen Museum. Die Pariser Autochrome-Sammlung „Les Archives de la Planète“


Samstag, 30. Juni 2012, ab 9:30 Uhr

Moderation: Simon Schwinge

  • Sebastian Lux, Stiftung F.C. Gundlach / Jens Bove, Deutsche Fotothek Dresden: „Quo vadis? Der Umgang mit photographischen Nachlässen in Deutschland“ Konkrete Perspektiven für die Erhaltung und Aktivierung bedrohter Bestände als Kulturgut und visuelles Gedächtnis. Zentrale und dezentrale Strukturen für die Archivierung von Photographennachlässen, ihre Vermittlung und ihre Präsentation in einer Bilddatenbank.
  • Karolina Lewandowska, Archeology of Photography Foundation, Warschau. „Die Archeology of Photography Foundation in Warschau. Ein Modell für den Umgang mit Nachlassgebern“
  • Dr. Enno Kaufhold, freier Photohistoriker, Berlin „Netzwerk Fotoarchive e.V. Das Bewahren von Photoarchiven auf der Basis dezentraler Strukturen. Informationen geben, Initiativen bündeln und vernetzen.“
  • Daniel Barroy, Mission de la photographie „Französische Archive und Sammlungen im Netz. Zum Start der Website ARAGO“
  • Thomas Jahn, Foto Marburg „Dokument und Artefakt. Neuere Entwicklungen in der Archivierung und Dokumentation kunsthistorischer Photo-Nachlässe.“
  • Dr. Karin Lingl, Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds „Erhalten statt Kassieren. Zur Praxis des Archivs für Künstlernachlässe in Brauweiler“
  • Sabine Krell, Stadtarchiv Bonn und DGPh „Photographische Nachlässe in öffentlichen Archiven. Zu den Kassations-Kriterien eines Stadtarchivs“
  • Bernd Rodrian, Institut Heidersberger und DGPh „Institut Heidersberger – Das lebendige Archiv“
  • Dr. Christiane Stahl, Alfred Ehrhardt Stiftung und DGPh „Zukunftsmodelle für die langfristige Finanzierung der Stiftung“
  • Podiumsgespräch: Ausdauer und Phantasie: Sinnvolle und neue Wege zur Sicherung fotografischer Nachlässe und Archive? Moderation: Wolfgang Hesse, Rundbrief Fotografie, Dresden, und Anna Gripp, Photonews, Hamburg, beide Netzwerk Fotoarchive und DGPh

Histoires de la photographie en Espagne

In Paris widmet sich in Kürze eine Tagung der Fotografie in Spanien.

Ort der Tagung: Paris, Institut National d’Historie de l’Art, salle Vasari
Datum: Freitag, 24. September 2010

Zusammenfassung:
Objet culturel qui bénéficia d’un intérêt particulier dans l’Espagne de la transition démocratique, la photographie a été associée de façon singulière à l’affirmation d’une identité espagnole. Depuis le début des années 1980, différents protagonistes, artistes ou historiens, ont ouvert des pistes de réflexion sur l’usage et la reconnaissance de l’image photographique. En interrogeant leurs ambitions et leurs démarches mais aussi les positions de ces historiens et de ces artistes depuis les 30 dernières années en Espagne, il s’agira d’identifier les caractéristiques de ces discours, de questionner les enjeux et les limites d’un possible «modèle espagnol».

Programm über www.revues.org
Tagungsbroschüre (PDF)

Blickpunkte. Fotografien als Quelle zur Erforschung der Kultur der Deutschen im und aus dem östlichen Europa

Die Tagung der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde, Görlitz findet vom 15.09.2010-17.09.2010 im Schlesisches Museum zu Görlitz statt

Ankündigung via HSK

VORTRÄGE

Mittwoch, 15.09.2010

  • Prof. Dr. Marita Krauss, Dr. Miroslav Schneider, Dr. des. Sarah Scholl-Schneider (Augsburg)
    „Heimatbilder“ – multiperspektivische Zugänge zum Zusammenleben in der Mitte Europas. Fotografien aus dem Projekt Sudetendeutsche Vertriebene in Bayern

Donnerstag, 16.09.2010

  • Teresa Volk M.A. (Freiburg)
    Ein Bildarchiv geht online. Das neue Datenbankprojekt des Johannes-Künzig-Instituts für ostdeutsche Volkskunde, Freiburg
  • Dr. Wolfram G. Theilemann (Sibiu/Hermannstadt)
    Das Bildarchiv des ZAEKR Sibiu/Hermannstadt, Rumänien: Enstehung – Erschließungsstand – Recherchemöglichkeiten
  • Mgr. Magdalena Górniak (Opole/Oppeln)
    Die Schlesische Fotothek als Quelle zur Erforschung der Geschichte und Kultur Schlesiens. Vorstellung einer interaktiven Homepage
  • Elzbieta Berendt M.A., Dr. Malgorzata Michalska (Wroclaw/Breslau)
    Geschichte und Geschichten. Interpretationsweisen von alten niederschlesischen Fotoaufnahmen
  • Dr. Elke Bauer (Marburg)
    Zwischen Inszenierung und Authentizität: Kontextualisierung ausgewählter Bildzeugnisse zum Alltagsleben der Deutschen in Ostmitteleuropa vor 1945

Freitag, 17.09.2010

  • Mgr. Vladimír J. Horák, PhD. (Ostrava/Ostrau)
    Fotografien in der Ethnografie als Zeitdokument: der eingefangene Augenblick: Realität oder Fiktion?
  • Dr. Malwine Seemann (Oldenburg)
    Mädchen-Landjahrlager in Schlesien – Bilder einer Erziehungseinrichtung des Nationalsozialismus
  • Eva Pluharová-Grigiene M.A. (Hamburg)
    Imaginäre Heimat. „Heimat“ und „Heimatverlust“ in der visuellen Erinnerung der Memelländer nach 1945
  • Theresa Langer, Dipl.-Kulturwirtin (Passau)
    Die fotografische Darstellung der Deutschen in den tschechischen Grenzgebieten in tschechoslowakischen Printmedien nach Ende des Zweiten Weltkriegs

„Die Eroberung der beobachtenden Maschinen“ Arbeitstagung des DFG-Projekts „Das Auge des Arbeiters“

„Die Eroberung der beobachtenden Maschinen“
Arbeitstagung des DFG-Projekts „Das Auge des Arbeiters“

Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV)
Deutsche Fotothek / Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)

Dresden, 16./17. April 2010

Seit Februar 2009 forscht eine Arbeitsgruppe am Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV) in Dresden im Rahmen des von der DFG geförderten Projekts „Das Auge des Arbeiters. Untersuchungen zur proletarischen Amateurfotografie der Weimarer Republik am Beispiel Sachsens“. Nach Abschluss des ersten Jahres sollen in einer Arbeitstagung bisherige Ergebnisse zur Diskussion gestellt werden.

Die Perspektivverlagerung der Geschichtswissenschaft von der Parteien- zur Alltagsgeschichte der Arbeiterbewegung, die Entwicklung aktueller Praxen von Medienamateuren im Internet und die Zuwendung der Volkskunde zur Fotografie haben neue Fragen und neue Aufmerksamkeiten für zwei miteinander verbundene Modernisierungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit sich gebracht: die Entwicklung der Amateurfotografenbewegung im proletarischen Milieu als eigensinnige Produktion und die zunehmend bildbewusste Propaganda der Arbeiterparteien. Diese Kulturen mittels sozialgeschichtlicher, fotohistorischer und volkskundlicher Zugangsweisen zu beschreiben, ist zentrales Anliegen der Projektarbeit.

Im Zusammenhang des DFG-Projekts wurden zwei wesentliche Bestände in öffentlichem Besitz erschlossen und solche aus Privatbesitz zugänglich. Gerade angesichts der asymmetrischen Überlieferung einer überwiegend mündlichen Kultur stellen diese Sammlungen eine einzigartige Quelle zum Selbstbild sozialer Unterschichten der Weimarer Republik dar. Ihre Erforschung zielt zugleich auf das Verstehen popularer Medienpraxis zwischen privatem Knipsen und größtmöglicher Publizität. Dabei wird der mikroskopische Blick auf die Rekonstruktion von Milieus und Bildbedeutungen erweitert um erstmalige Recherchen zur Thematik in Moskauer Archiven, mit Überlegungen zur Rezeption in der Nachkriegszeit verbunden sowie mit dem aktuellen Stand und den Perspektiven volkskundlicher Arbeitskulturenforschung ins Verhältnis gesetzt.

Programm

Freitag, 16. April 2010

  • Eröffnung und Einführung
  • Bernd Jürgen Warneken: Nicht erledigt. Fünf Thesen zur volkskundlich-kulturwissenschaftlichen Arbeiterforschung
    Der Mauerfall brachte auch einen tiefen Fall der deutschen Arbeiterkulturforschung. Und dies interessanterweise nicht nur in Ost-, sondern auch in Westdeutschland. Die kurze Karriere dieses Forschungszweigs erwies sich als eng mit der politisch-ökonomischen
    Systemkonkurrenz verbunden. Sie brachte aber auch einen ostwestlichen Ideenaustausch, der beiderseits seine subversiven Komponenten hatte. Wurden in dieser Zeit Instrumente entwickelt und Ergebnisse geliefert, an denen eine aktualisierte Arbeiterforschung heute anknüpfen kann? Und darf man die heutige kulturwissenschaftliche Migranten- oder Prekariatsforschung als zeitgemäße Fortsetzung der früheren Arbeiterkulturforschung betrachten? Oder muss man sagen: „Etwas fehlt“?
  • Wolfgang Hesse: „Der Unterricht muß auch auf der Straße erteilt werden.“ Stadtraum – Bildraum – Schriftraum.
    In den Aufnahmen der proletarischen Fotoamateure erscheint die Stadt als belebter Raum. Sie ist nahezu synonym mit der „Straße“ als Lebensort, die zugleich metaphorisch für das politische Aufbegehren der Unterschichten steht. In diesem physischen und symbolischen Terrain bewegen sich alle Beteiligten auch medial. Im Fokus der Aufmerksamkeit des Vortrags steht der Eigensinn derjenigen, die sich den Standards der (bürgerlichen) Pressefotografie verweigerten. Diskutiert wird insbesondere, welche Qualitäten den Fotografien und deren betexteten Reproduktionen in Zeitschriften und Zeitungen als mentalitätsgeschichtlichen Quellen zukommen. Und nicht zuletzt macht ihre Analyse als Dokumente und zugleich als Indikatoren für die Medienkompetenz sowohl ihrer Hersteller wie ihrer Betrachter die Wirkung der Fotomontagen John Heartfields plausibel.
  • Ursula Schlude: „Es wäre uns peinlich, schlechte Fotos nach Deutschland zu schicken.“ Die Austauschbeziehungen zwischen deutschen und sowjetischen Arbeiterfotografen 1926 bis 1933.
    Der historisierende Blick auf die kurze Zeitspanne von 1926 bis 1933, während der deutsche Arbeiterfotografen ihren sowjetischen Kollegen begegnet sind – medial vermittelt oder besuchsweise –, und es zum inspirierenden Austausch kommen konnte, ist trotz zeitlicher Nähe nicht wirklich scharf zu stellen. Zu marginal scheint der Vorgang gewesen oder nach 1933 nicht mehr rekonstruierbar zu sein, wenn man von den Rückblicken absieht, die einige wenige Fotoamateure dieser Generation in Publikationen der DDR zu Papier brachten. Es bleiben als Fundorte der Überlieferung die Zeitschriften – in Deutschland „Der Arbeiter-Fotograf“, in der Sowjetunion „Sovetskoe Foto“ bzw. „Proletarskoe Foto“ – sowie die fragmentarische Dokumentation in Russland. Ergebnisse von Recherchen in Moskauer Archiven und Bibliotheken werden vorgestellt und auf bisherige Erkenntnisse über die kommunistische Fotoamateurbewegung bezogen, ihren Fixpunkten und Konjunkturen der ästhetisch-politischen Programmatik sowie den sowjetisch-deutschen Asymmetrien, wie sie etwa in den gegenseitig inspirierten Fotoreportagen über eine typische Arbeiterfamilie – in Moskau und Berlin 1931 – zum Ausdruck kamen.
  • Carsten Voigt: „Das Illustrierte Volksecho“. Eine Wochenzeitung der KPD Sachsens
    Obwohl sich der KPD-Bezirk Sachsen in großen finanziellen Schwierigkeiten befand, unternahm er 1931 den Versuch, eine illustrierte Wochenzeitung zu gründen – ein gewagtes Projekt mitten in der Wirtschaftskrise. Dennoch gelang es unter großen Anstrengungen, die Zeitung zu etablieren. Für die sächsischen Arbeiterfotografen bot sich dadurch eine neue Veröffentlichungsmöglichkeit an. In welchem Umfang tatsächlich Arbeiterfotografen am Illustrierten Volksecho mitwirkten, ob sie ihre selbst gestellten Ziele in der Zeitung verwirklichen konnten, was für Bilder zur Veröffentlichung gelangten und wie diese in Beziehung zum Text standen, will der Vortrag behandeln. Dazu soll eine kurze Inhaltsanalyse vorgenommen und näher untersucht werden, wie sich das Illustrierte Volksecho von der Arbeiter Illustrierten-Zeitung, aber auch von den kommunistischen Tageszeitungen in Sachsen unterschied.
  • Wilhelm Körner: „Wir sind das Auge unserer Klasse“, Köln 1980. Regie: Wilhelm Körner, Kamera: Jörg Bookmeyer, Ton: Anke Apelt, 16 mm, 45 min., Farbe.
    Der Film entstand im Rahmen einer Sendereihe des Westdeutschen Rundfunks (Redaktion Kultur und Politik/Medienkritik, Ludwig Metzger) zur Kultur der Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik. Er lässt einige der Protagonisten der Arbeiterfotografen-Bewegung berichten, vor allem Erich Rinka, den Reichssekretär der Vereinigung der Arbeiter-Fotografen Deutschlands. Erzählt wird aus der Perspektive der Mitte der 1970er Jahre in der Bundesrepublik aufkommenden linken, gewerkschaftlich orientierten Fotografenbewegung, die sich dann auch „Arbeiterfotografen“ nannten: Ein junger Fernmeldetechniker, Mitglied der Essener Gruppe, entschließt sich nach einer Begegnung mit Theo Gaudig, einem ehemaligen Dreher bei Krupp und Arbeiterfotograf, Erich Rinka in Ostberlin zu besuchen, um mehr über die Arbeitsweisen und Zielsetzungen, die Gestaltungsfragen und ästhetischen Diskussionen der Arbeiterfotografen der Weimarer Republik zu erfahren.
  • Peter Badel: Arbeiterfotograf. Potsdam 1979. Regie: Peter Badel, Kamera: Prashant Chandar Bajpai, 35 mm, 29 min., Farbe.
    1979 konnte Peter Badel im Rahmen seines Studiums einen Dokumentarfilm über Ernst Thormann drehen, der als Reichsbildwart der Vereinigung der Arbeiter-Fotografen Deutschlands aktiv gewesen war: Thormann war verbittert, weil die Arbeiterfotografie in der DDR zu Propagandazwecken stilisiert und nicht etwa zur Popularisierung von Konflikten genutzt wurde. Das Propagandistische war ihm nicht fremd, aber eigentlich war er eher ein
    stiller Beobachter und eben auch ein leiser Fotograf – in erster Linie vom Leben auf der Straße, von Zigeunern und dem Leben im Berliner Scheunenviertel. Wenn man den Film „Arbeiterfotograf“ heute sieht, dann hat er viel mit der Utopie von Kommunismus oder Sozialismus zu tun, der Film ist aber in keiner Weise irgendwelchen DDR-politischen Zwängen angepasst gewesen: Er war kein Auftragsfilm und wurde auch nicht redaktionell
    beaufsichtigt, sondern komplett innerhalb der Kameraabteilung der HFF organisiert und realisiert; später zeigten ihn die Leipziger Dokwoche und das DDR-Fernsehen. Aus dieser Dokumentation ist eine jahrelange enge Bindung entstanden und 1984 hat Peter Badel den fotografischen Nachlass des Ehepaars Thormann übertragen bekommen.

Samstag, 17. April 2010

  • Joachim Schindler: „…die Nützlichkeit wirklich guter Landschaften…“. Zur Arbeit der Fotosektionen bei den sächsischen Naturfreunde-Ortsgruppen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.
    Am 8. Juli 1909 wurde in Dresden die erste sächsische Ortsgruppe des Touristenvereins „Die Naturfreunde“ (TVDN) gebildet. Von Beginn an verstanden sich die Naturfreunde als internationale proletarische Kultur-, Bildungs- und Touristen-Organisation. In den fünf Jahren bis zum Ersten Weltkrieg wurden in der Dresdner Ortsgruppe 14 „Vorträge mit Lichtbildern“ veranstaltet, und zur Förderung der Bildungsarbeit konstituierte sich bereits 1911 die Fotosektion. Zum Ende des Jahres 1922 bestanden in vier größeren sächsischen Ortsgruppen Abteilungen bzw. Fachgruppen für Fotografie. Der Vortrag rekonstruiert deren Arbeit und stellt dabei auch die politischen Auseinandersetzungen bis hin zu Spaltungen innerhalb der Organisation zu Ende der Weimarer Republik dar. Mit der Besetzung des Dresdner Volkshauses im März 1933 und dem Verbot bzw. der Auflösung des TVDN endete dieses Kapitel organisierter Naturfreunde-Fotoarbeit.
  • Jens Bove, Sylvia Ziegner: Beruf: Arbeiterfotograf. Zum Werk und zur Rezeption von Richard Peter sen. (1895-1977)
    Die Arbeiterfotografie der Weimarer Republik wird gemeinhin als Produkt politisch und sozial engagierter Amateure definiert, die aus der Perspektive des Arbeiters agieren. Neben zahlreichen, heute meist unbekannten Laien gehörten zu deren exponiertesten Vertretern aber auch Berufsfotografen wie Richard Peter, der seit etwa Mitte der 1920er Jahre – wenigstens streckenweise – hauptberuflich als Fotograf und Bildjournalist gearbeitet hat, später durch auflagenstarke Bildbände wie „Dresden – eine Kamera klagt an“ (1950) Erfolge verbuchen konnte, und schließlich im Zuge der Aufwertung der Fotografie in den siebziger Jahren Eingang in den Kanon des „Nationalen Kulturerbes der DDR“ gefunden hat. Zu untersuchen ist einerseits, ob oder inwieweit eine professionelle Herangehensweise die Arbeitspraxis und Bildästhetik seiner Vorkriegsaufnahmen kennzeichnet, und andererseits, welche Rolle sein Status als Arbeiterfotograf, also als Protagonist eines in den 1950er und 60er Jahren überwiegend als abgeschlossen betrachteten Kapitels, für seine späteren Arbeiten, sein Selbstverständnis und für seine politisch-offizielle Würdigung wie für seine Rezeption gespielt hat.
  • Jörg Boström: Schatten im Licht. Kunst und Politik in der Fotografie von Walter Ballhause.
    In Plauen im Vogtland – Walter Ballhause Archiv – werden die Negative des Arbeiterfotografen Walter Ballhause aufbewahrt, die um 1930 in Hannover entstanden sind, dazu Bilder und Negative aus seiner Arbeit 1954 bis 1990. Man erkennt Ballhauses Interesse an der Grafik seiner Zeit wieder. Aber er setzt nicht bestehende Kunst um in Fotografie, sondern schafft neue Bilder sozialer Wirklichkeit. Er setzt die Menschen ins Licht. Die Arbeitslosen, die „Überflüssigen Menschen“, wie ein Buch von ihm betitelt ist. Sie werfen schwere, lange Schatten. Nach dem Kriege in Plauen, DDR: Die politischen Verhältnisse sind verändert und mit ihnen sein Bildstil. Arbeiterporträts entstehen in offenem Blickkontakt. Ernste, nachdenkliche Menschen, an welchen der Schrecken des Krieges und der Gefangenschaft noch in Spuren auf den Gesichtern und in der Körperhaltung erkennbar ist. Walter Ballhause formt auch hier gesellschaftliche Entwicklungen zu Bildern. Für den erwarteten Aufbauoptimismus der 50er Jahre in der DDR fehlt ihm der Wille zur Illusion. Er bleibt Realist.
  • Sylvia Metz: Geschichts-Bilder. Zum Fotografiebestand des Museums für die Geschichte der Arbeiterbewegung im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig.
    Der fotografische Bestand des Leipziger Museums für die Geschichte der Arbeiterbewegung wurde zwischen 1954 und 1986 gebildet. Er ist heute in der Fotothek im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig eingelagert und umfasst etwa 14.000 Aufnahmen. Nach intensiver Sichtung, thematischer Sortierung und Eingrenzung in den Zeitraum von 1918 bis 1938 erwiesen sich etwa 1.800 Objekte für das Projekt „Das Auge des Arbeiters“ als unmittelbar von Belang. Diese Aufnahmen wurden inhaltlich erschlossen, digitalisiert und in die Datenbank des Museums eingearbeitet. Es soll ein Überblick darüber gegeben werden, was von wem und wie fotografiert sowie welche Fotografien dann 25 Jahre später gesammelt und nach welchen Kriterien archiviert wurden.
  • Schlussdiskussion
    Diskutant: Timm Starl
  • Jens Bove: Führung durch die Deutsche Fotothek
    Die Deutsche Fotothek gehört mit ihren über 3 Millionen Aufnahmen zu den großen Bildarchiven. Traditionelle Sammelschwerpunkte sind Kunst und Architektur sowie die Regionalgeschichte Sachsens. Anfang der 1980er Jahre wurde dieses Profil um die Schwerpunkte Technik- und Musikgeschichte erweitert, außerdem um sozialdokumentarische und Pressefotografie. In den vergangenen Jahren sind umfangreiche Bestandsgruppen konservatorisch behandelt, digitalisiert und in der Datenbank verfügbar gemacht worden, darunter in Kooperation mit dem ISGV die 1982/83 erworbenen Nachlässe von Arbeiterfotografen, die unter http://arbeiterfotografie.deutschefotothek.de frei zugänglich sind.
  • mehr auf photo.dresden.de

Visuelle Medien und Forschung. Über den wissenschaftlich-methodischen Umgang mit Fotografie und Film

Die Kommission Fotografie der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde hat zusammen mit anderen Einrichtungen einen CFP zum Thema Visuelle Medien und Forschung. Über den wissenschaftlich-methodischen Umgang mit Fotografie und Film über die HSK-Liste veröffentlicht.

Die Tagung beleuchtet das Verhältnis von Wissenschaft und visuellen Medien vom 19. Jahrhundert und sucht dabei die kritische Auseinandersetzung mit der Rolle von Fotografie und Film als „hilfswissenschaftliches Mittel“ mit realgetreuen Abbildungsqualitäten. Untersucht werden soll zudem die Bedeutung der Fotografierenden oder/und filmenden Wissenschaftler und Forschungsreisenden.

Deadline für die Exposés ist der 1. Mai 2010. Die Tagung findet vom 15.10.2010-16.10.2010 am Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität Berlin statt.

Veranstalter
Kommission Fotografie der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde
Kommission volkskundlicher Film der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde
Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität Berlin
Museum Europäischer Kulturen, Berlin Berlin

CFP auf HSK

Depot und Plattform: Bildarchive im post-fotografischen Zeitalter

Die Sektion Geschichte und Archive der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) veranstaltet in Kooperation mit der Professur für Geschichte und Theorie der Fotografie an der Universität Duisburg-Essen eine Tagung zum Thema „Depot und Plattform: Bildarchive im post-fotografischen Zeitalter“.

DEPOT UND PLATTFORM
Freitag, 5. Juni bis Sonntag, 7. Juni 2009
Vortragssaal im Museum für Angewandte Kunst in Köln

Programm

vollständiges Programm über die DGPh-Website (PDF)

Freitag, 5. Juni 2009

  • Dr. Christiane Stahl (Stellv. Vorsitzende der DGPh) und Dr. Gerhard Dietrich (Komm. Direktor des Museums für Angewandte Kunst): Begrüßung

Fotografische Bildarchive im Depot
Moderation: Dr. Elke Purpus

  • Prof. Dr. Herta Wolf (Geschichte und Theorie der Fotografie, Universität Duisburg-Essen): „Es werden Sammlungen jeder Art entstehen“ – Bildarchive und ihre Medien
  • Dr. Angela Matyssek (Foto Marburg, Kunstgeschichtliches Institut, Philipps-
    Universität Marburg): Der Verlust der Spur. Über die Halbwertszeiten in Bildarchiven
  • Elias Kreyenbühl, lic.phil. (Imaging & Media Lab, Universität Basel): Vom Depot zur Plattform. Was kann das post-fotografische Archiv aus der Archivierungsgeschichte der Fotografie lernen?
  • Prof. Dr. Reinhard Förtsch/ Dr. Sylvia Diebner (Archäologisches Institut, Universität zu Köln/ Photothek, DAI, Rom): Vom „Instituto di Corrispondenza Archeologica“ zum „IMAGE GRID DAI ROM“. Informationsmanagment am Deutschen Archäologischen Institut
  • Verleihung des Erich-Stenger-Preises
    2008 der DGPh an Dr. Angela Matyssek, Laudatio: Prof. Dr. Herta Wolf

Samstag, 6. Juni 2009

Speichern und Organisieren von Bilddaten
Moderation: Prof. Dr. Claus Pias

  • Prof. Dr. Rudolf Gschwind (Imaging & Media Lab, Universität Basel): Rettet das fotografische Material das post-fotografische Archiv?
  • Dr. Franziska Heller (Seminar für Filmwissenschaft, Universität Zürich): Das Projekt AFRESA. Ein Dialog zwischen Foto und Film mit memopolitischen Folgen für das (digitale) Archiv-Konzept
  • Lisa Dieckmann, M.A. (Prometheus, Kunsthistorisches Institut, Universität zu Köln): Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenführung von Bildarchiven. Prometheus – das verteilte digitale Bildarchiv für Forschung und Lehre

Bildarchive auf der Plattform
Moderation: Estelle Blaschke, M.A.

  • Prof. Dr. Claus Pias (Erkenntnistheorie und Philosophie der digitalen Medien, Universität Wien): Bilder finden
  • Dr. Susanne Holschbach (Berlin): Fotokritik in Permanenz – Flickr als praktische Bildwissenschaft
  • Dr. André Gunthert (Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales, LHIVIC, Paris): Social networks – eine neue Form des visuellen Archivs?
  • Daniel Hornuff, M.A./ Simon Bieling (Institut für Kunstwissenschaften und Medientheorie, HfG-Karlsruhe): Wir sind Bild! Zur Identitätskonstitution bildarchivalischer social network sites

Abendvortrag

  • Prof. Dr. Wolfgang Ernst (Medientheorien, Humboldt-Universität zu Berlin): Wohldefinierte (Bild-)archive – und was sie nicht sind

Sonntag, 7. Juni 2009

Ökonomien des Bildarchivs
Moderation: Prof. Dr. Herta Wolf

  • Dr. Matthias Bruhn (Das Technische Bild am Hermann von Helmholtz-
    Zentrum, Humboldt-Universität zu Berlin): Kehrseiten der Fotografie
  • Estelle Blaschke, M.A. (Geschichte und Theorie der Fotografie, Universität Duisburg-Essen): Über die Produktion von visuellem Kulturgut. Transformationsprozesse kommerzieller Bildarchive
  • Dr. Elke Purpus (Rheinisches Bildarchiv / Kunst- und Museumsbibliothek, Köln): Das Rheinische Bildarchiv. Ein Bildarchiv in öffentlicher Trägerschaft zwischen Erwartungen und Realität im Transformationsprozess zum Digitalen

Schlussdiskussion

André Gunthert: A New Theory on an Important Point of the Sciences. Arago and the Divulgation of the Daguerreotype

André Gunthert (LHIVIC, Paris) spricht in Köln über Bekanntmachung und Verbreitung der Fotografie durch François Arago.

Gunthert ist Associate Professor an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) in Paris, Direktor des Laboratoire d’histoire visuelle contemporaine (LHIVIC) und Herausgeber der Zeitschrift Études photographiques.

Freitag, 17.04.2009, 19:30
Lesesaal II der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln im Museum für Angewandte Kunst (An der Rechtschule, 50667 Köln)

Veranstaltet von der Professur für Geschichte und Theorie der Fotografie an der Universität Duisburg-Essen in Kooperation mit der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln.

via fotografie-studium.de

Depot und Plattform: Bildarchive im post-fotografischen Zeitalter

Die Sektion Geschichte und Archive der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) veranstaltet im kommenden Juni in Kooperation mit der Professur für Geschichte und Theorie der Fotografie an der Universität Duisburg-Essen die Tagung „Depot und Plattform: Bildarchive im post-fotografischen Zeitalter“, Konzeption: Herta Wolf und Estelle Blaschke

Call for Papers

Fotografie fungiert zugleich als Medium (d.h. als Wissensspeicher) wie auch als Gegenstand (d.m. als fotografisches Objekt) eines Archivs. Daneben sind sich die Archive durch den Einzug digitaler Technik in einer Umbruchsituation. Nicht nur dass ein Speichermedium, die Fotografie, durch ein anderes, elektronische Datenspeicher, ersetzt wurde, verändern sich durch diesen Transformationsprozess sowohl die Ordnung und damit die Verwaltung von Bilddatenbanken als auch der Zugriff auf Bildarchive und damit die Disseminationsbedingungen der in diesen gesammelten Bilder.

Als Vorträge sind folgende Fragestellungen und Themen von Interesse:

  • Weil heute sowohl öffentlich-rechtliche Bildarchive ihre Bestände zunehmend verwerten (müssen) als auch kommerziell geführte Bildarchive, die – um ihre Sammlungen zu bewerben – Teile ihrer historischen Sammlungen kostenlos zur Verfügung stellen, um eine Digitalisierung eines Teils ihrer Bestände nicht umhinkommen, stellt sich die Frage nach den jeweiligen Selektionsinstanzen und deren Auswahlkriterien.
  • Der Verlust der Materialität des fotografischen Objekts ist begleitet von medialen Transformationsprozessen, die sich, unter anderem, in veränderten Nutzungsarten von Bildarchiven manifestieren. Wie verändert sich die Bildrecherche? Welche Auswirkungen hat der Übergang von einer Ordnung des Nebeneinanders zur Hierarchisierung der digitalen Recherche auf die Verwertung fotografischer Bilder bzw. auf die Bedeutungskonstituierung vermittels des Archivs?
  • Bestehen Differenzen und/oder Kontinuitäten zwischen den um 1900 konstituierten „Weltbildarchiven“ (wie z.B. Albrecht Meydenbauer oder Richard Hamann und Foto Marburg) bzw. „Weltprojekten“ (Markus Krajewski 2006) und den ebenfalls Vollständigkeitsphantasmen verdankten, durch Konzentrationsprozesse seit 1989 akkumulierten Fotobildarchiven von Corbis
    und Getty Images?
  • Wie sehen die epistemologischen und fotohistoriografischen Implikationen aus, die sich durch die elektronische Transformation in der Verwaltung und Verwertung großer Bilddaten ergeben? Lassen sich aus diesen neue Erkenntnisse über den epistemologischen Charakter bzw. mediale Aspekte der Fotografie gewinnen?
  • Wie sehen die Veränderungen im „Handel mit Fotografien“ (Allan Sekula 1981/2002 und 2002; Matthias Bruhn 2003) seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts aus?
  • Und wie verändert sich mit diesen die „Rechtsrealität“ (John Tagg 1981/2002) von Produzenten, Eignern und Nutzern elektronisch erfasster Fotoarchive?
  • Kann von einem Verlust von „Identität“ und damit Lesbarkeit bzw. Bedeutung(skonstituierung) von auf konkrete Verwertungszusammenhänge abzielenden, gewachsenen Archiven durch ihren Verkauf und die damit einhergehende materielle und elektronische Ver-Ortung gesprochen werden?
  • Während mit den Jahrzehnten die Historizität von analogen Fotografien in den Vordergrund tritt und damit das „Medium“ die „Botschaft“ verdrängt (Angela Matyssek 2009) verhält es sich bei den elektronisch gespeicherten und zirkulierenden Bildern umgekehrt: die Botschaft der Bilder bringt ihre Medialität zum Verschwinden, d.h. die Fotografie wird von der immateriellen fotorealistischen Repräsentation auf dem Bildschirm verdrängt.
  • Der Mythos der Digitalisierung als „Demokratisierung“ und „Öffnung“ der Archive, der Diskussionen der 1990er Jahre bestimmt hat, könnte im Hinblick auf die von Nutzern generierten Bilddatenbanken wie Flickr, Facebook und Google Images neu diskutiert werden.
  • Anhand der Geschichte von konkreten Fallbeispielen könnte das Bildarchiv im Hinblick auf die Überlieferung von visuellem Kulturgut und die Bedeutung, die dem auf Bildträgern gespeicherten visuellen Gedächtnis zukommt, thematisiert und kritisch erläutert werden.

Deadline für den Call for Papers: 08. März 2009

Depot und Plattform: Bildarchive im post-fotografischen Zeitalter
Tagung am Freitag, den 5. bis zum Sonntag, den 7. Juni 2009

Vollständiger Call for Papers via H-Net

Oral History and Photography – EDITED Collection

Die zum Thema Oral History und Fotografie ausgeschriebene Tagung geht den Beziehungen zwischen beiden Überlieferungsformen nach.

Themen

  • A. creating Oral Histories and Photographs: Methodological issues – Are oral historians’ and photographers’ roles in the creation of their documents similar?
  • B. interpreting Oral Histories and Photographs: Source, Evidence and analysis
  • C. Oral History and Photography As Social Movements

Deadline für das Einreichen von Themenvorschlägen für Vorträge ist der 31. Dezember 2008.
Eine detaillierte Ausschreibung befindet sich auf h-net.org.

gefunden auf photohist.fr

Podiumsdiskussion: Baukultur durch Fotografie!?

Dem Verhältnis von gebauter Umwelt und Fotografie geht die Podiumsdiskussion Baukultur durch Fotografie nach.

Fotografie setzt sich mit dem sichtbaren Umfeld der Menschen auseinander und erzeugt Bilder, die visuelle Erkenntnisse transportieren. Sie zeigt städtebauliche Defizite und vermag es, diesen durch Konzentration auf das Wesentliche ein Bild zu geben. Und Fotografie zeigt Aktuelles und Neues, Modellhaftes und Zukunftweisendes und wird so selbst zu einem wichtigen Instrument der Weiterentwicklung unserer Kultur.

Eine Veranstaltung von bild.sprachen – Fotografie im Wissenschaftspark
und der Landesinitiative StadtBauKultur NRW
10. Oktober 2008 um 17 Uhr
Plenarsaal im Wissenschaftspark Gelsenkirchen
Munscheidstraße 14, 45886 Gelsenkirchen

Kann Fotografie Zukunft gestalten?

Das Bridges Fotoprojekt setzt sich mit dem Umbau der Emscher auseinander.

Als Auftakt für eine Reihe weiterer Gespräche im Rahmen des Projekts gibt es eine Podiumsdiskussion zum Thema Kann Fotografie Zukunft gestalten? – Der Einfluss von Bildern auf Planungsprozesse.

Es diskutieren:

  • PROF. CHRISTA REICHER (Universität Dortmund / Fakultät Raumplanung)
  • DR. CHRISTOPH SCHADEN (Kunsthistoriker, Köln)
  • MARIO LOMBARDO (Artdirektor / künstlerischer Leiter BRIDGES Fotoprojekt, Berlin)
  • DR. MARTINA OLDENGOTT (Emschergenossenschaft, Essen)
  • INGO TAUBHORN (Kurator, Haus der Photographie in den Deichtorhallen Hamburg – angefragt)

Zeche Zollern
Grubenweg 5, 44388 Dortmund
7. August, 18:00 Uhr

La cultura fotografica nell’Università italiana

Zur Situation der Forschung zur Fotografie an italienischen Unversitäten veranstaltet das Museo di Fotografia Contemporanea – Cinisello Balsamo mit der Societaà Italiana per lo Studio della Fotografia eine Tagung: La cultura fotografica nell’Università italiana: situazione, problemi e prospettive

Studientag
6.-7. Juni 2008
Anmeldung über seminari@museofotografiacontemporanea.org

Museo di Fotografia Contemporanea
Villa Ghirlanda, Via Frova 10 – Cinisello Balsamo (Mi)
T. 02.6605661,
www.museofotografiacontemporanea.org
www.sisf.eu

Freitag, 6. Juni

Roberta Valtorta (MFC) – Le ragioni di un incontro: la situazione attuale e le questioni aperte
Marina Miraglia (SISF) – La SISF come possibile strumento di confronto e discussione
Francesco Casetti (Consulta Universitaria Cinema) – Fotografia e cinema: incroci disciplinari
Cosimo Chiarelli (Università di Pisa – SISF) – Per un “Osservatorio sugli insegnamenti della
fotografia in Italia”: Fisionomia, distribuzione geografica, prospettive

Esperienze didattiche a confronto
mit Beiträgen von:

  • Maria Antonella Fusco (Università di Napoli e Roma)
  • Giovanna Ginex (Università di Siena – Scuola di specializzazione in Storia dell’Arte)
  • Augusto Pieroni (Università di Roma)
  • Dario Sigona (Politecnico di Milano)
  • Franco Vaccari (Politecnico di Milano – sede di Piacenza)
  • Massimo Agus (Università di Siena – sede di Arezzo)
  • Antonio Giusa (Università di Udine)
  • Federica Muzzarelli (Università di Bologna)

Scavalcamenti disciplinari
Leitung: Michele Cometa (Università di Palermo)
mit Beiträgen von:

  • Marcello Walter Bruno (Università della Calabria)
  • Marco Capovilla (IULM di Milano)
  • Giovanni Fiorentino (Università della Tuscia)
  • Giacomo Daniele Fragapane (Sapienza Università di Roma)
  • Luigi Gariglio (Università di Torino)

Samstag 7. Juni

Metodi, strumenti, reti: problemi e proposte
Leitung: Luigi Tomassini (Università di Bologna)
mit Beiträgen von:

  • Italo Zannier (Università di Venezia)
  • Pierangelo Cavanna (Università di Torino)
  • Mario Cresci (Accademia di Brera)
  • Gabriele D’Autilia (Università di Teramo)
  • Claudio Marra (Università di Bologna)
  • Tiziana Serena (Università di Firenze)
  • Giovanni Chiaramonte (IULM di Milano)
  • Roberto Cassanelli (Università Cattolica di Milano)
  • Alberto Prandi (Università di Venezia)

Discussione, presentazione di laboratori e progetti
Leitung: Italo Zannier (Universit?a di Venezia)
mit Beiträgen von:

  • Gianantonio Battistella (Università di Udine)
  • Matteo Bergamini (Politecnico di Milano)
  • Federico Brunetti (Politecnico di Milano)
  • Cinzia Frisoni e Giorgio Porcheddu (Università di Bologna)
  • Guido Guidi (IUAV di Venezia)
  • Francesco Jodice (Libera Università di Bolzano)
  • Pio Meledandri (Politecnico di Bari)
  • Piero Pozzi (Politecnico di Milano)

Cycle de conférences „Lire et interpréter l’image photographique“

Über die Liste photohist.fr wurde heute die Vortragsreihe „Lire et interpréter l’image photographique“ veröffentlicht:

  • Donnerstag, 29. Mai, 19:00: Comment exposer la photographie?
    mit Beiträgen von: Quentin Bajac, (Musée National d’Art Moderne de Beaubourg), Virginie Chardin, Daniel Girardin (musée de l’Elysée, Lausanne, Jean-Luc Monterosso (Maison Européenne de la Photographie)
  • Samstag 31. Mai, 15:00: La photographie est- elle un bon témoin de l’histoire?
    Mit Beiträgen von: Jean-Pierre Azéma, (Historiker), Françoise Denoyelle (ENS Louis-Lumière), Pascal Ory (l’université Paris 1)
  • Donnerstag, 5. Juni, 19:00: Qu’est ce qu’une image photographique?
    Mit Beiträgen von: Anne Cartier-Bresson (Atelier de Restauration et de Conservation des photographies de la ville de Paris), Bertrand Desprez (Fotograf Agence Vu), Pierre Hauri (société Tribvn)
  • Montag, 9. Juni, 19:00: Vérité des images, vérité de l’histoire
    Diskussion orgnisiert von der Ligue des Droits de l’Homme, mit Beiträgen von: Paul Ardenne (université d’Amiens), Marc-Olivier Baruch (EHESS), Laurence Bertrand-Dorléac (université d’Amiens), Agnès Tricoire (Rechtsanwältin)

Ort der Vorträge dieser von André Gunthert angeregten Reihe ist die
Bibliothèque historique de la Ville de Paris
22, rue Malher, 75004, Paris
Die Plätze sind frei aber begrenzt, eine Reservierung ist unter 01.44.78.80.50 möglich.

FOTOBILD Hearing

Das Hearing-Programm der diesjährigen Fotobild ist online:

  • “Digitale Bildbearbeitung mit Grafiktabletts“, Workflowvortrag, Wacom Europa GmbH, Krefeld
  • “Fotofestivals im Vergleich – Konzepte und Chancen“, Vortrag und Gespräch, Dr. Bernd Fechner, photomarketing.de, Berlin
  • „Vom Fotoprojekt zum Fotobuch – Finanzierungsfragen und Verlagsrecht“, Vortrag und Gespräch, Dr. Bernd Fechner, photomarketing.de, Berlin
  • “Künstlerische Fotografie und digitale Urherberrechte”, Vortrag und Gespräch,
    Dirk Feldmann, Medienrechtsanwalt RAe Unverzagt von Have, sowie Justiziar von Freelens
  • „Das Recht des Sammlers am fotografischen Werk“, Vortrag und Gespräch, Prof. Dr. Ulrich Amelung, Hogan & Hartson Raue L.L.P., Berlin
  • „Making of a Photo Book“, Vortrag und Gespräch in englischer Sprache, Bruno Ceschel, Curator, London
  • „Positionen künstlerischer Fotografie im 20 . Jahrhundert“, Vortrag und Gespräch, Renate Gruber, Sammlung Gruber, Köln

Anmeldung und Programm

fotobild
Berlin
08.-12. Mai

fotografie europea reggio-emilia 2008

Am 30. April eröffnet die dritte Auflage der fotografie europea in Reggio-Emilia. Die Veranstaltung bietet unter dem Motto umano, troppo umano ein umfangreiches Programm aus Ausstellungen, Vorträgen und didaktischen Angeboten, das sich mit dem Bild des menschlichen Körpers befasst.

Damit verbunden ist in diesem Jahr die Eröffnung Spazio Gerra (ex albergo Cairoli), dem neuen Zentrum für Fotografie und das zeitgenössische Bild.

www.fotografiaeuropea.it

via Liste s-fotografie

Fotografie im Museum

Die Sächsischen Landesstelle für Museumswesen bietet eine Fortbildung zum Umgang mit Fotografien im musealen Kontext an:

Montag, 28. April 2008 ab 10 Uhr
Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden
Fotografische Sammlungen im Museum
Erschließung – Bewahrung – Erforschung – Digitalisierung
Sächsischen Landesstelle für Museumswesen

Programm

  • Begrüßung
    Dr. Jens Bove, Leiter Deutsche Fotothek der SLUB Dresden
  • Einführung in das Projekt „Fotosammlungen in Sachsen“
    Katja Margarethe Mieth, Direktorin der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen
  • Der Verrat der Bilder – einige Gedanken zur Fotografie im Museum
    Wolfgang Hesse, Fotohistoriker und Projektleiter „Fotosammlungen Sachsen“, Dresden
  • Vorstellung der Erfassungsstrategie: Sächsischer Fragebogen und Internetplattform am Beispiel von http://photo.dresden.de
    Katja Schumann, Fotohistorikerin, in Zusammenarbeit mit Katrin Tauscher, Stadtarchiv, Dresden
  • www.fotoerbe.de – eine bundesweite Plattform für Fotosammlungen
    Christoph Kaufmann, Leiter der Fotosammlung des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig in Zusammenarbeit mit Dr. Stefan Rohde-Enslin, Institut für Museumsforschung Berlin
  • Sondage der Fotosammlung und Perspektiven für die Museumsarbeit am Beispiel Borna
    Katarina Horn, Fotohistorikerin, Leipzig/ Annett Börner, Museologin, Museum der Stadt Borna
  • Beispiel Deutsche Fotothek: Methoden der EDV-gestützten Objekterfassung und benutzerfreundliche Fotosammlungspräsentation im Internet
    Dr. Jens Bove, Deutsche Fotothek, SLUB Dresden
  • Bewahren und Ausstellen – Maßnahmen und Praxistipps zur Bestandserhaltung von Fotografie aus restauratorischer Sicht
    Ulrike Müller, Diplomrestauratorin für Fotografie, Radeberg
  • Individuelle Lösung oder „sächsische Erfassungsmaske“. Empfehlungen für die EDV-gestützte Sammlungsdokumentation von Fotografie – eine Ist-Analyse
    Sylvia Ziegner, Fotohistorikerin und Dokumentarin, Dresden
  • Empfehlungen für die Digitalisierung von Fotografien und Langzeitarchivierung digitaler Foto- und Objektdaten (nestor)
    Dr. Jens Bove, Leiter Deutsche Fotothek, Mitglied der nestor-AG
  • Führungen durch die Deutsche Fotothek: Besucherservice, Negativarchiv, Digitalisierungszentrum
    Gesprächsangebote der Restauratorin Ulrike Müller am „Werkstatt-Tisch“