“Bitte recht freundlich!” – Fotografie im Freilichtmuseum Detmold

Das LWL-Freilichtmuseum Detmold stellt 2011 Fotografie in den Mittelpunkt. “Bitte recht freundlich! Das Fotoporträt” lautet das Motto des Themenjahres, in dem sich das größte deutsche Freilichtmuseum der Geschichte des Fotoporträts widmet.

Dazu gibt es zwei Sonderausstellungen: Eine Kabinettausstellung widmet sich der Entwicklungsgeschichte des Porträts. “Darin zeigen wir den gesellschaftlichen Wandel der Porträtfotografie”, erklärt LWL-Museumsleiter Dr. Jan Carstensen. Und in der Ausstellungsscheune Westendorf im “Paderborner Dorf” präsentiert das LWL-Freilichtmuseum zudem Männerporträts der 1930er- und 1940er-Jahre aus dem ehemaligen Fotoatelier Kuper in Rietberg, das 2010 im Museum wieder aufgebaut wurde.

Das Programm rundet das Themenjahr mit zusätzlichen Fotoworkshops, Mitmachprogrammen, Führungen und Vorführungen ab.

vollständiger Pressetext unter lwl.org

GRAT ELOI RONC – PHOTOGRAPHE ELECTRICIEN

Die Ausstellung geht dem Werk des im Aostatal tätigen Fotografen Grat Eloi Ronc (1859-1944) nach. Der gezeigte Bildbestand entstammt dem Archiv Brel (Bureau Régional pour l’Ethnologie et la Linguistique).

Der 1859 geborene Fotograf betrieb ein kleines Fotostudio im Dorf Plan d’Introd. Seine Arbeiten zeigen neben dem obligatorischen Portraits das Leben in den Tälern Rhêmes und Valsavarenche, in der Valpelline, der Valtournenche und dem Val d’Ayas. Nebenbei arbeitete er auch als Uhrmacher, Drechsler und Elektriker.

GRAT ELOI RONC (1859-1944)
PHOTOGRAPHE ELECTRICIEN

Espace Porta Decumana
Biblioteca Regionale Aosta
4. April 2009 – 1. August 2009
Regione autonoma Valle d’Aosta

via s-fotografie

Theo Frey in Winterthur

Dem Fotografen Theo Frey widmet die Fotostiftung Schweiz eine Ausstellung. Frey verfolgte mit seinen Aufnahmen ein soziales Engagement und dokumentierte u.a. das ländliche Leben in der Schweiz. Der fotografische Nachlass von 100.000 Aufnahmen liegt in der Fotostiftung in Winterthur und ist dort über die Bilddatenbank recherchierbar.

mehr über www.fotografie-forum.de

Theo Frey, Fotografien
01.03.-24.08.2008
Fotostiftung Schweiz
Winterthur

Zum Nachlass von Arnold Zwahlen – “Denn dies ist der beste Platz der Welt”

Felicitas Hoppe stellte in der Printausgabe der FAZ vom letzten Samstag den Fotografen Arnold Zahlen (geb. 1916) vor. Anlass ist die jüngste Publikation zum Nachlass des Fotografen von Wilfried Meichtry.

Einmal mehr zeigen sich hier die Qualitäten eines alten Dorffotografen – etwa in der dichten, beinahe intimen Betrachtungsweise der Menschen, denen die Anwesenheit des Fotografen oft gar nicht bewusst ist. Gleichzeitig geht der Fotograf auf die Suche nach Typen und Rollen der dörflichen Gesellschaft – häufig im Bewusstsein, dass diese alte Welt so nicht fortbestehen wird. Sie lebt in diesem erstaunlichen Nachlass weiter.

Arnold Zwahlen. Der Dorffotograf
hrsg. von Wilfried Meichtry
Benteli Verlag, Zürich 2007
franz./dt., 192 S.
€ 49,80

mehr zum Fotografen:
www.revue.ch (PDF mit Buchankündigung)
www.vs.ch (PDF mit Pressedossier)

mehr speziell zur Schweizer “Dorffotografie”:
Paul Hugger: Der schöne Augenblick – Schweizer Photografen des Alltags
Offizin, Zürich 1990

The Prokudin-Gorskii Photographic Record Recreated

Die Library of Congress hat (seit 2001) eine russische Fotosammlung als Ausstellung online: die Prokudin-Gorskii Photographic Record. Die Dokumentation des zaristischen Russland datiert zwischen 1905 und 1915. Die LoC hat die Sammlung 1948 erworben.

Neben der Aufbereitung in Form einer Webpräsentation kann die Sammlung auch komplett durchsucht werden.

Die Sammlung enthält ethnologische Dokumentationen, Kirchen und bedeutenden Bauten des zaristischen Russlands und Kunstgegenstände bis hin zu Buchmalerei, Gärten und Landschaftsaufnahmen, Bahnanlagen und technische Bauten. Punktuell hat Sergei Mikhailovich Prokudin-Gorski auch im Ausland fotografiert, so gibt es Aufnahmen von Mailand, Lugano, Venedig, Capri.

Prokudin-Gorskii hatte sich als ehrgeiziges Ziel die Dokumentation des Russischen Reiches gesetzt und dazu die Unterstützung durch Zar Nikolaus II: gewonnen. Zwischen 1909 und 1912 dann wieder 1915 machte er Dokumentationen zu 11 Regionen und reiste dabei in einem speziell ausgestatteten Eisenbahnwagen, der vom Tansportministerium gestellt wurde.

Sergei Mikhailovich Prokudin-Gorski verwendete das Dreifarbenverfahren, wobei für Rot, Gelb und Blau jeweils eine eigene Belichtung gemacht wurde und die originale Farbeitkeit dann beim Übereinanderlegen der drei schwarzweißen Farbauszüge reproduziert wurde. In diesem Falle in Form einer Diaprojektion, daneben hat es (später) auch Verfahren gegeben die Farbigkeit im Druckverfahren wieder herzustellen. Die Zeit ist an den Aufnahmen nicht ganz spurlos vorüber gegangen, so dass einige der digitalen Reproduktion heute stark verfärbt erscheinen, doch ist die Farbigkeit insgesamt bemerkenswert, wie etwa die Aufnahme des Alim Khan, Emir von Bukhara zeigt. Parallel dazu hat Prokudin-Gorski auch in s/w gearbeitet.

Zur Sammlung des Fotografen gibt es ferner eine russische Seite: The World of 1900-1917 in Color sowie einen Beitrag der Wikipedia mit weiteren Links.

Die s/w-Glassplatten der der einzelnen Farbauszüge wurden in Verfahren der digichromatography wieder zu Farbaufnahmen rekonstruiert, mehr dazu im Artikel der Wikipedia.

Typisch für die amerikanische Seite ist ihr spartanisches Design, aber hier interessieren natürlich die Inhalte. Die knapp 40-MB-Archivfiles (TIFF) können direkt herunter geladen werden.

Time and Again

Der Fotograf Peter Feldstein hat 1984 die Menschen im dem kleinen Ort Oxford in Iowa fotografiert. Er bat die Leute sich so zurecht zu machen, wie sie es für einen Samstag Nachmittag täten. Dann kam er im vergangenen Jahr zurück und fotografierte dieselben Personen noch einmal.

Das Projekt Time and Again ein eine fotografisch herausragende Sozialdokumentation der Menschen auf dem Lande.

Jindrich Streit im Fotoforum West

Sie erzählen vom kargen Leben, von Freud und Leid, von Liebe und Lastern: Über mehrere Jahrzehnte hinweg hat der Fotograf Jindrich Streit in seinem tschechischen Heimatdorf Sovinec auf den Auslöser gedrückt und sowohl Schönes als auch Hässliches in zärtlichen Bildern festgehalten.

schreibt Tirol online

Ein tschechisches Universum
Jindrich Streit
Fotoforum West
Adolf Pilcher Platz 8, 75324 Innsbruck
16. September 2005 – 20. Oktober 2005

Schweizerische Fotografie auf dem Lande

Ein Schweizer Fotograf, auf dessen Bildsammlung ich hier aufmerksam machen möchte: Ernst Brunner (1901-1979).
Die Sammlung befindet sich heute beim Schweizerischen Institut für Volkskunde. Die Aufnahmen sind jedoch nicht nur volkskundlich, sondern auch fotografisch sehr interessante Arbeiten. Ich bin im Rahmen meiner Arbeit zu Iganz Böckenhoff auf diesen Fotografen aufmerksam geworden.
Brunner war in den 30er Jahren über die Inventarisierung historischer Denkmäler und als Amateur zum Beruf des Bildreporters gekommen.
Lit. Peter Pfrunder: Ernst Brunner, Photographien 1937-1962, Zürich 1998.

Website: Ignaz Böckenhoff – Fotografie auf dem Lande

Auftraggeber: Gemeinde Raesfeld

Ignaz Böckenhoff war der Fotograf der kleinen Leute. In Raesfeld im Westmünsterland geboren, hatte der Sohn eines Großbauern keinen Beruf erlernt. An sozialem Aufstieg war ihm auch nicht gelegen, er verbrachte sein Leben eher unauffällig, als ein scharfer Beobachter seiner Zeit. Seine Sammlung von 80.000 Negativen ist ein außergewöhnliches Dokument für den politischen und sozialen Wandel vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie befindet sich heute im Besitz der Gemeinde Raesfeld und wird im Westfälischen Landesmedienzentrum aufbewahrt.

Technischer Rahmen:
zugrundeliegende Dokumentation mit Apollo Mediamanager (Oracle)
Zope/Plone-basiertes CMS
Importschnittstelle zu einer Objektorientierten Datenbank

Projektleitung: Ruth Goebel
Architetktur und Umsetzung: Fafalter GmbH, Düsseldorf