IIIF-Image Viewer

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Der IIIF kümmert sich um die Interoperabilität von Bilddaten und damit die bessere Sichtbarkeit und Zugänglichkeit von Bildern im Web. Der Initiative gehören große Bildarchive und Bibliotheken an.

IIIF (International Image Interoperability Framework) has the following goals:

To give scholars an unprecedented level of uniform and rich access to image-based resources hosted around the world.
To define a set of common application programming interfaces that support interoperability between image repositories.
To develop, cultivate and document shared technologies, such as image servers and web clients, that provide a world-class user experience in viewing, comparing, manipulating and annotating images.

In puncto Imageviewer hat die Initiative einige auf ihrer Website:

http://iiif.io/apps-demos.html

Bitte Computerkurse für Politiker!

Spiegel online weist in zwei Artikel auf die katastrophale Arbeit der Bundesregierung in Sachen Urheberrecht und IT-Sicherheit hin:

Auf die mangelnde Kompetenz und Ignoranz der Politik in Sachen Internet und IT hatten ja schon die Kinderreporter hingewiesen. Das sollte sich vielleicht jeder noch mal irgendwo bookmarken, damit man’s bis zur nächsten Wahl nicht wieder vergessen hat.

Urheberrecht und Architekturaufnahmen

Archivalia hatte neulich einen Hinweis auf einen Beitrag von Claude Mignot Droits sur l’image, droit à l’image: l’image architecturale (Les Nouvelles de l’INHA 28, März 2007, S. 2f): Archivalia: Architekturbilder kostenpflichtig.

In Frankreich sorgen sich allerhand Personen und Einrichtungen um die Rechte von Architekturaufnahmen. So will die Corbusier-Stiftung die Rechte für Aufnahme aller Bauten von Corbusier für sich in Anspruch nehmen, gleichzeit wolle auch die Besitzer der Gebäude, seien es der Staat oder Private, ein Scheibchen vom Vewertungskuchen. So privatisiert man also den öffentlichen Raum, damit keiner zur kurz kommt.

In dem Artikel gibt es auch einen Beitrag auf die rechtlich ebenso schwierigen Situation in Italien. Dazu auch: Codice dei beni culturali e del paesaggio, Decreto Legislativo 22 gennaio 2004, n. 42 (ex Legge Ronchey).

Smithonian Images bei Flickr

Wie schnell sich Datenbanken migrieren lassen, zeigt ein außergewöhnliches Beispiel, auf das die Seite boingboing hinweist: Smithsonian images migrated to Flickr for fair-er use.

Da die Smithonian Institutes auch für Bilder ohne copyright saftige Gebühren berechnen, hat eine Gruppe von Flickr-Usern die Vorschaubilder aus der Website von Smithonian geladen, die Metadaten in die Header geschrieben und alles auf Flickr bereitgestellt. Darunter so bekannte Bildbestände wie die Cyanotypien von Edward Muybridge. Zum Teil gibt es auch hoch aufgelöste Bilder, die bei Smithonian gekauft wurden.

Auf diese Weise kommen die Bilder praktisch mit ihrer integrierten Datenbank daher, d.h. am Ende kann sich jeder daraus eine kleine Bilddatenbank generieren. Den Katalog zur Sammlung gibt es dazu auch gedruckt: public domain prospectus.

Die Aktion zielt auf eine maximale Verbreitung und Nutzung der Bilder. Sie birgt einigen Sprengstoff und ist sicher ein seltenes Beispiel, in dem der Nachweis der Rechte der Bildverwalter im großen Stil auf die Probe gestellt wird. Das dürfte bei etlichen Einrichtungen allerdings auf wenig Gegenliebe stoßen.

Nachtrag
siehe auch Archivalia mit mehr Informationen zur Rechtefrage

Open Access und Lobbyismus: P.E.N gegen Wissenschaft

Wenn sich P.E.N Zentrum und Börsenverein zusammentun, um eine Erklärung unter dem Titel „Frankfurter Mahnung“ veröffentlichen, ja dann erwartet man doch eine weise, wohlüberlegte und auch wohlbegründete Stellungnahme zu einem gesellschaftlich bedeutsamen Thema.

Deutschland verliert, heisst es dort, „mit dem fehlenden Respekt für geistige Schöpfungen zugleich seine Rolle als eine der führenden Kultur- und Bildungsnationen“.

Der Ruf Deutschlands als eine führende Kultur- und Bildungsnation gründet sich auf Menschen wie Alexander von Humboldt, die gerade nicht in einer Zeit lebten, die von ausuferndem Urheberrecht geprägt wurden.

Es wird postuliert, das wegen fehlender Bodenschätze Deutschland darauf angewiesen sei, Schaffer vervielfältigungswürdiger Inhalte zu schützen, damit genügend Anreize für die Schaffung solcher Inhalte bestehen. Schließlich soll, im letzten Satz, der Staat mehr Geld in Wissensbereitstellung und -aufbereitung investieren.

Spätestens hier wird deutlich, dass die „Frankfurter Mahnung“ in Ihrem Kern eine Art Subventionsantrag ist, der durch ein paar wirr kombinierte Behauptungen aus der volkswirtschaftlichen Klamottenkiste ergänzt wurde.

Natürlich ist es gerechtfertigt, wenn Autoren literarischer Werke und Komponisten ihr Urheberrecht wahrnehmen und sich vergüten lassen. Die Vertreter von Open Access fordern ja nicht, dass jegliche geistige Leistung frei sein muss.

Open Access zielt auf die freie Zugänglichkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die wissenschaftliche Diskussion braucht diese Erkenntnisse, damit sie geführt werden kann. Je mehr Wissenschaftler von der Diskussion aus Kostengründen ausgeschlossen werden, umso ärmer wird die Diskussion. Schon jetzt ist es so, dass Wissenschaftler die keiner gut betuchten Organisation wie der Max-Planck-Gesellschaft angeschlossen sind, es sehr schwer haben, die Kosten für die Nutzung von Fachpublikationen zu tragen.

In diesem Zusammenhang ist vielleicht interessant, dass der Fachverlag Elsevier im Jahr 2005 eine Umsatzrendite von über 30% hatte. Die so erzielte Rendite ist natürlich dem Wissenschaftsbetrieb entzogen, weil sie an die Anteilseigner ausgeschüttet wird.

Wer die Erkenntnisse aus seiner wissenschaftlichen Tätigkeit publiziert, der macht das sicherlich nicht wegen des jährlichen Schecks der VG Wort. Rechnet man neben den üblichen Druckkostenzuschüssen noch die jahrelange Arbeit der wissenschaftlichen Auseinandersetzung hinzu, sind die meisten anderen beruflichen Tätigkeiten bedeutend lukrativer.

Wirtschaftlich ist der Effekt einer Veröffentlichung eher indirekt. Eine qualitativ gute, lange Publikationsliste erhöht die Chancen einer besser bezahlten oder interessanteren Stelle. Hierbei ist die wissenschaftliche Wahrnehmung der Publikation von entscheidender Bedeutung. Wird die wissenschaftliche Wahrnehmung aufgrund steigender Kosten und damit reduzierter Verbreitung geringer, wird der Zugang zu Veröffentlichungen reduziert – Wissenschaft wird elitär und entzieht sich einer breiten Diskussion. Wir glauben nicht, dass das auf Dauer förderlich sein kann.

Dass auch der P.E.N. Deutschland und der Börsenverein die Vorteile einer offenen geistigen Schöpfung zu nutzen wissen, sieht man an den jeweiligen Internetauftritten. Laut Netcraft nutzen beide Organisationen das Linux-Betriebssystem und den Apache Webserver. Beides sehr schöpferische Projekte, die unter einem dem Urheberrecht ähnlichen Mechanismus nicht entstanden wären, die im Gegenteil nur durch das gemeinschaftliche Zusammenarbeiten und unter Open Source entstehen konnten.

Es wäre besser gewesen, die Autoren der „Frankfurter Mahnung“ hätten sich ein wenig mehr mit der Problematik auseinandergesetzt. Wir finden es unangemessen, sein moralisches Gewicht in die Wagschale zu werfen, wenn die Argumentation derart oberflächlich ist. Am Ende hinterläßt derart platte Lobbyarbeit einen sehr schalen Nachgeschmack.

Links
Frankfurter Mahnung
Heise online
Archivalia
Das Literatur-Café
Open Access News
Der Schockwellenreiter
Institut für Urheber- und Medienrecht
irights.info
Luxcommons

Open Source im kommerziellen Einsatz

Hier ein schönes Beispiel für den komerziellen Einsatz von Open Source Software, die es vor allem kleinen Firmen ermöglicht, teuer Lizenzen zu umgehen, und damit doch zu einer sehr skalierbaren Projektgröße zu gelangen.

Die Agentur istockphoto.com ging im Februar 2000 mit ihren Bildern online. Die Basis war ein einziger Server mit einer Access-Datenbank. Der Traffic auf der Seite war sehr gering. Um mehr Nutzer auf die Seite zu bringen setzte man mit einer LAMP-Infrastruktur (Linux, Apache, MySQL, PHP) auf eine skalierbarere Open-Source-Lösung. Kommerzielle Lösungen wie Oracle blieben aufgrund ihrer hohen Lizenzen ganz außen vor.

Heute betreibt istockphoto.com 12 Cluster mit jeweils acht CPUs. Jeden Tag verkauft und vertreibt die Firma 45 Gigabite an Bildern und setzt dabei mehr als 7 Millionen Dollar im Jahr um.

vgl. NewsForge | MySQL addresses istockphoto’s enterprise needs

EU-Konsultation zum wissenschaftlichen Publikationswesen

Wie Heise online berichtet, hat die EU-Kommission nun einen Bericht zu den Konsequenzen des monopolisierten Publikationswesens im Wissenschaftsbetrieb erstellen lassen:

In die anhaltende Debatte über den für jedermann kostenfreien Zugang zu den Ergebnissen der öffentlich geförderten Forschung („Open Access“) hat sich mit einer jetzt veröffentlichten Studie zum wissenschaftlichen Publikationswesen nun auch die Europäische Kommission eingeschaltet. Die von der Generaldirektion Forschung in Auftrag gegebene ökonomische Analyse bestätigt im Wesentlichen, was Kenner des Systems schon lange wissen: Dass sich auf dem Markt für Forschungsveröffentlichungen monopolartige Strukturen herausgebildet haben, bei denen einige Großanbieter die Preise und Konditionen für den elektronischen Zugang diktieren können. Die „Kundenbindung“ durch die Paketvermarktung und Bündelpreise für die elektronischen Zugänge raubt Bibliotheken die Flexibilität, selektiv einzelne Journale zu beziehen oder abzubestellen und stellen für die Angebote kleinerer kommerzieller Verlage eine wirksame Markteintrittsbarriere dar. Die politisch Verantwortlichen, heißt es in der Studie, müssten die hohen gesellschaftlichen Kosten der Ineffizienz dieses Marktes zur Kenntnis nehmen, die sich nicht nur in den überhöhten Zeitschriftenpreisen mit der entsprechenden Belastung der öffentlichen Haushalte äußert, sondern auch die Verbreitung des Wissens und den wissenschaftlichen Fortschritt behindert – und dies zu einer Zeit, „in der die vom Internet eröffneten technischen Möglichkeiten das Potenzial zur dramatischen Verbesserung der Verbreitung bieten“.

Bericht Study on the economic and technical evolution of the scientific publication marktes in Europe

Fotoarchivierung

Via Archivalia: ein kurzer Leitfaden zur Fotoarchivierung.

Zur Kritik von Archivalia noch ergänzend:

Bei der Gebührenerhebung raten wir zur Orientierung am berufsständischen Gebührenkatalog. Man könnte der Honorarordnung des Bundesverbandes der Presse- und Bildagenturen folgen. Kontakt: BVPA, …

Dazu sollte bedacht werden, dass Presse- und Bildagenture Honorare an Fotografen weiter reichen, das dürfte bei Archiven sehr viel unregelmäßiger der Fall sein. Dazu sind die Fotografen in den meisten Archiven auch viel zu dürftig dokumentiert. Aus wirtschaftlicher Sicht, bleibt von den Gebühren in der Regel kaum etwas beim Archiv hängen.

Die grundsätzliche Frage, ob „wir“ dieser Aufgabe mit all unseren Unzulänglichkeiten überhaupt gerecht werden können, sollte auch Anlass sein zu fragen: Welche Alternativen gibt es, mit diesem Problem professionell umzugehen? Könnte die Kooperation mit kommerziellen und/oder öffentlich-rechtlichen Bildarchiven vielleicht zur Lösung zumindest einiger Probleme sinnvoller sein (Depositalverträge)? Sollen größere, geographisch benachbarte Einrichtungen gemeinsame Ressourcen aufbauen, zumindest aber nutzen? Kann Beratung durch/oder Kooperation mit professionellen BildrestauratorInnen vereinbart werden?

Ja, eine Bündelung der nötigen Infrastruktur wäre sinnvoll, allerldings werden sich die meisten Archive wohl nicht von ihren Bildern „verabschieden“ wollen, d.h. eben auch auf Rechte, Gebühren etc. zu verzichten.

Open Access Recht

Der Leitfaden Rechtliche Rahmenbedingungen von Open Access-Publikationen, Gerald Spindler (Hg.), Universitätsverlag Göttingen 2006, ist online als PDF erhältlich oder zum Preis von 18 Euro über den Unviersitätsverlag Göttingen.

Die Publikation befasst sich mit den Rahmenbedingungen von Institutional Repositories, dem Urheberrechtsschutz wissenschaftlicher Werke, der Rechteübertragung per Creative Commons- und Digital Peer Publishing License, den rechtlichen Implikationen technischer Maßnahmen, der Retrodigitalisierung, den haftungs- und wettbewerbsrechtlichen Risiken, sowie dem organisatorischen Rahmen von Open Access Publikationen.

Nachtrag: eine kritische Bewertung dazu gibt es auf Archivalia

Informationsversorgung an den Hochschulen immer schwieriger zu erfüllen

… lautet heute ein Beitrag auf heise online.

Johanna Wanka, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, sprach sich zur Eröffnung der Berlin 4 Open Access Konferenz in Golm bei Potsdam für ein verstärktes Open Access Publishing aus, weil durch Preissteigerungen von 25 bis 30 Prozent jährlich als Folge monopolähnlicher Strukturen im wissenschaftlichen Verlagswesen auf die öffentliche Hand deutliche Mehrbelastungen zukommen.
„Eigentlich bezahlen wir die Publikation dreimal“, meint die Ministerin. Neben Abonnements für wissenschaftliche Zeitschriften finanziert die öffentlichen Hand auch Forschung und Wissenschaftler.

Orphan Photographs

Amerikanische Fotografen sehen sich durch die geplanten Bestimmung für Orphan Works – Werke, deren Urheber nicht mehr ausfindig zu machen sind – benachteiligt. Dazu hat die ASMP (American Society of Media Photographers) einen Protestaufruf gestartet (Nachricht via photoblogs.org).

Viusell weist im jüngsten Heft (2/06, S. 53) auch auf ein Blog der SAA (Stock Artists Alliance) zum Thema hin.

Anlass sind ein Gesetzenwurf und ein Bericht des United States Copyright Office zu Orphan Works (Vollversion als PDF). Danach haben Fotografen kaum Rechte auf Entschädigung bei ungefragter Verwendung ihrer Fotografien, wenn der Verwender nachweist, dass er versucht hat, den Urheber ausfindig zu machen, bzw. bei der Verwendung keine kommerziellen Absichten verfolgt.

Tatsächlich sind Fotografien im Printbereich in vielen Fällen nicht mit Urheber- und Copyrightnachweisen ausgestattet und damit die Rechte bei ihrer weiteren Verwendungen schwer zu ermitteln. Der Aufruf des ASMP bemängelt zudem, dass auch im Internet kaum Bildnachweise vorhanden sind:

As more and more photographs are published on the Internet, credits become even rarer. Worse, even if you registered your photographs at the Copyright Office, there is no mechanism for identifying you or your photograph or for locating you through those records, if the user does not know your name.

Dazu folgende Überlegungen:

Warum mühen sich Industrie und Poliktik die Urheberrechte selbst für kurzlebige Dinge wie Software über Gebühr auszudehen, wenn man anschließend derlei Einschränkungen erfinden muss, um nicht einen Sumpf von Bürokratie zu enden?

Die Rechte kleiner Anbieter sind schwer kontrollierbar und durchsetzbar, daran ändern auch Verwertungsgesellschaften in der Regel nicht viel.

Schließlich scheinen auch Fotografen wenig Vertrauen in „digitale Regelungen“ von Rechten zu haben. Mängel in der Umsetzung von Metadatenstandards wie IPTC sind schon lange bekannt. Vielleicht sind gut befolgte Standards hier am Ende wirkungsvoller als gesetzliche Ausnahmeregelungen.

Creative Commons Linzenz für Fotos auf Flickr

Photographs made available on flickr.com under a Creative Commons Attribution-Noncommercial-Sharealike license may not be reproduced in a weekly magazine without the author’s permission.

On March 9, 2006 the District Court of Amsterdam, judging in summary proceedings, decided the first court case in the Netherlands involving the validity of a Creative Commons license. Local media celebrity Adam Curry ( http://curry.podshow.com/?p=49) had published photos of his family on www.flickr.com under a Creative Commons Attribution-Noncommercial-Sharealike license. The photos also carried the notice ‘This photo is public’. The Dutch weekly Weekend, a gossip magazine, had reproduced four photos in a story on Curry’s children without seeking Curry’s prior permission.

via GROKLAW

„Wissenschaftler haben keine Zukunft im Urheberrecht“

Thomas Hoeren, Leiter des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht an der Uni Münster, sieht mit der geplanten Stärkung der Verwerterrechte im Rahmen der umstrittenen zweiten Stufe der Urheberrechtsreform Forschung und Lehre massiv bedroht. Der Professor stellte am gestrigen Freitag auf der Tagung Shapes of Things to Come – Die Zukunft der Informationsgesellschaft in Berlin anhand einer Reihe von Thesen dar, wieso „Wissenschaftler keine Zukunft im Urheberrecht haben“.

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