Fachvorträge: Gelatine in fotografischen Materialien und Langzeitstabilität von Inkjetausdrucken

Zwei Vorträge in Berlin beschäftigen sich mit Gelatine in fotografischen Materialien sowie der Qualität und Langzeitstabilität von ausgedruckten digitalen Bildern:

Montag 17. Oktober 2005, 17.15 Uhr
Verwendung von Gelatine in fotografischen Materialien
Teil 1: Silberhalogenidfotografie
Dr. Dirk Kisters, GELITA Europe

Dienstag, 18. Oktober 2005, 17.15 Uhr
Teil 2: Digitale Medien
Dr. Berthold Köhler, GELITA AG

Fachhochschule für Technik und Wirtschaft
Berlin

weitere Informationen bei Demuseum

Printing … Professional Photos

Die Tagung des Arbeitskreis digitale Fotografie (adf) am 11. November 2005 setzt einen Schwerpunkt auf das Drucken von digitalen Bildern. Für Archive wichtig die Frage der Haltbarkeit: dazu gibt es eine Vortrag von Henry Wilhelm.

Wer keine Zeit für die Tagung hat, kann sich auf der Website von Wilhelm Imaging Research informieren.

Programm der Tagung
Wilhelm Imaging Research

Online-Messe Digital Visions 2005

Die Online-Messe Digital Visions 2005 von Calibr8 macht es möglich sich dieser Tage noch online über Produkte im digitalen Bildbereich zu informieren.

Für Bildarchive interessant sind die Bereiche Digitalfotografie -Fotofachhandel (A) und Digitale Bildbearbeitung (B):

A5
Sinar
Fachkameras mit High End Back

A8 und B6
Calibr8
Colourmanagement und digitale Bildbearbeitung

A10
Tekno
Verschiedene Produkte: wie Calibr8, Sinar, Schulungen für Colourmanagement und Workflow, Beratungen

B2
Eizo
Monitore, Kalibrierung von Monitoren

B4
MACup
Zeitschrift und Website (www.macup.com)
Farbmanagement, Farbmanegement Workflow

Glasnegative scannen

Das Scannen von Glasnegativen ist nicht ganz einfach, weil die Platten nie identische Formate haben. In der Vergangenheit haben sich viele etwas provisorisch mit Pappschablonen beholfen. Image Engineering hat nun eine spezielle Halterung entwickelt, die auf die Größe des einzelnen Negativs angepasst werden kann. Die übrige Scanflache wird mit Hartschaum-Schablonen abgedeckt. Durch die Halterung soll verhindert werden, dass die Beschichtung des Negatives direkt auf dem Glas zu liegen kommt oder dass sich newtonsche Ringe bilden.

Die Firma empfielt auf ihrer Website zur Digitalisierung von Glasnegativen einen Flachbettscanner. Soll ein höherer Durchsatz erreicht werden, sollte man besser mit zwei Rechnern und Scannern anstatt mit einer Digitalkamera zu arbeiten. In der Praxis sind mir allerdings auch Archive bekannt, die auf die Kamera setzen.

Das Set mit Schablonen für 9 x 12 cm, 4 x 5“, 13 x 18 cm, 18 x 24 cm und 8 x 10“ kostet € 249,- zzgl. MwSt.
Glas-Scan

gefunden bei digit! 5/2005

Hauchdünne Beschichtungen

„Was haben Fotopapier und Wirkstoffpflaster, Entwurmungspräparate für Tiere und papierdünne Fernsehbildschirme gemeinsam?“, fragt das Handelsblatt.

Im Bereich der Schichttechnologie war Agfa führend, und so machen sich nun der ehemalgie Forschungsleiter, der Leiter der Forschungsbetriebe und ein Mitarbeiter aus Controlling und Technik selbstständig, indem sie Ihr Know-how um feinste Beschichtungstechnologien auf andere Anwendungsbereiche übertragen. Ihr Arbeitsplatz bleibt der Bayer Chemiepark und die Agfa-Beschichtungsmaschine wird voraussichtlich auch wieder zum Einsatz kommen.

Historische Farbfotografie

Einen Einblick in das Arbeiten mit historischen Farbfotografien gibt der folgende Fund:

Bei der Erstellung von Farbabzügen musste laufend neu mit Filtern korrigiert werden, denn das Colorpapier fiel in der Produktion sehr unterschiedlich aus. Um ein Negativ mit dem Fotopapier einer bestimmten Produktionsmarge korrekt abziehen zu können, musste das Negativ durch Hinzunehmen bestimmter Farbfilter dem Fotopapier gewissermaßen angepasst werden. Dieses Arbeiten setzte sehr viel Erfahrung voraus, so dass mit einem technischen Hilfsmittel, dem Comparator, eine Vereinfachung des Verfahrens erreicht werden sollte.

Wie dieses Vorgehen in der Praxis aussah, zeigt das Buch Agfacolor von Heinz Berger (3. Aufl., Wuppertal 1950).
Dort heisst es (S. 51-52):

„Der Comparator arbeitet nach dem folgenden Prinzip … : Man hat ein Negativ auf Agfacolor-Papier optimal gefiltert, so daß die Gesamtfilterung dieses Negativs für eine bestimmte Emulsions-Nr. Agfacolor-Papier bekannt ist. Diese Filterung schaltet man in einen Strahlengang zu diesem gekannten Agfacolor-Negativ hinzu, so daß man dieses Negativ einschließlich der Filterfarbe vor sich sieht. In einem zweiten Strahlengang desselben Geräts wird nun das unbekannte Negativ, dessen Filterung man bestimmen will, eingeschaltet, gleichzeitig, werden so viele Kopierfilter hinzugeschaltet, daß das neue, unbekannte Negativ für das Auge die gleiche Gesamtfarbe aufweist, wie das bereits bekannte Negativ mit der zu diesem Negativ zugehörigen Filterung. Die so eingeschaltete Filterung wird dann im Kopiergerät für das neue unbekannte Negativ benützt und ergibt in sehr vielen Fällen bei entsprechender Übung sofort die richtig abgestimmte Kopie.“

Beim vorliegenden Gerät, sind die Regler, mit denen die Farben der verschiedenen Filter gemischt werden konnten, gut zu erkennen. In der linken Halterung/ im linken Strahlengang befinden sich die bekannten, für die konkrete Marge Papier schon korrekt ausgefilterten Negative. Rechts davon der Strahlengang für die unbekannten Negative, die auf demselben Papier abgezogen werden sollen.

Tausend Zahlen, aber keine Welt

Ein Beitrag in der Welt von Klaus Honnef befasst sich mit dem Übergang von der anaogen zur digitalen Fotografie, der industriellen Herstellung und Wiedergabe von Bildern, sowie der Gefahr des Verlusts eine kollektiven Bildgedächtnisses.

Der revolutionäre Bruch, den die digitale Fotografie für Bildproduktion und Bildarchivierung bedeutet, kann nicht in Abrede gestellt werden. Aus Sicht der Fotoarchivierung möchte ich aber einen Punkt präzisieren: Dass digitale Bildsammlungen mit „unerbitterlicher Zwangsläufigkeit unlesbar“ werden, kann nicht behauptet werden.

Die Art des Informationsverlustes hat sich nur radikal gewandelt. In der Vergangenheit waren es Zeit, Klima und Umwelt, die dem fotografischen Material zusetzten. Heute spielt dagegen zunehmend der Faktor Mensch eine Rolle. Daten gehen nicht verloren, weil Datenträger zerfallen, sondern weil die Informationen nicht gesichert wurden und Menschen es versäumten, dafür Vorkehrungen zu treffen. Dass Daten laufend weiter kopiert werden müssen, ist an sich keine Neuigkeit und die Strategien für digitale Langzeitarchivierung sind durchaus vorhanden, auch wenn dies selbst im Archivbereich viele nicht zur Kenntnis nehmen.

Honnef selbst erwähnt allerdings diesen menschlichen Faktor durchaus: „Nichtgefallen oder Geldmangel“. Letzteres könnte für digitale Bildarchive durchaus eine Gefahr darstellen. Die Frage tauchte auch bei der Tagung „Die Zukunft der Fotografie(n)“ auf: was passiert mit Daten, für deren Langzeitarchivierung niemand mehr aufkommen kann, dürfen sie gelöscht werden?

Zu technischen Strategien der Langzeitarchivierung müsste wohl auch eine langfristige ökonomische Absicherung gehören – die bei vielen Einrichtungen heute eher in Frage gestellt wird. Unter diesem Blickwinkel ist es natürlich problematisch, dass für Digitalisierungskampagnen Sondermittel zur Verfügung gestellt werden, der langfristige Erhalt der Daten dabei aber nicht als feste Größe einbezogen wird. Die Wahrheit ist ja für die Politik auch eher unbequem: Wir brauchen konsolidierte Einrichtungen, kein Fischen nach Projektmitteln.

Ende einer Ära?

Die Beschaffung von Fotomaterialien für analoges Fotografieren dürfte in Zukunft nicht leichter werden:
Nachdem Agfa insolvent ist, hat nun auch Kodak angekündigt, kein s/w-Fotoapapier mehr herzustellen (Filme und Chemie wird es aber noch weiter geben). Immerhin gab es eine weitere positive Nachricht, dass Ilford – im August 2004 hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet – durch einen Management Buy Out gerettet werden konnte.

RAW als Windows-Standard

Microsoft will in seinem angekündigten Betriebssystem Longhorn auch RAW-Formate unterstützen und arbeitet dazu mit Canon, Nikon und Fuji, sowie dem Softwarhersteller Adobe zusammen. Letzterer hatte mit dem Format DNG versucht, im Tauziehen um das RAW-Format von Bildern einen Standard zu setzen. Einem Standard im Sinne von OPEN RAW, wird man mit der jüngsten Entwicklung vermutlich aber nicht näher kommen.

voller Artikel bei Heise

Nochmal: Open Raw

Ein weiterer Artikel zur Frage eines offenen Standards für das Raw-Format von Bildern von Michael Reichmann und Jürgen Specht. Streckenweise durchaus scharf formuliert (zurecht). Aus der Perspektive der Bildarchive ist dies ein drängendes Problem.

Open-Raw

Über Raw-Formate ist in letzter Zeit häufiger diskutiert worden. Immer mehr Fotografen und Bildarchive beginnen, Raw-Bilder mit in die Langzeitarchivierung zu stecken. Hintergrund: Im Rawformat werden digitale Bilder verlustfrei abgelegt und können dann am Rechner genauer und sorgfältiger nachgearbeitet werden (Schärfen, Weißbableich, Entrauschen). Zudem ist die Entwicklung der Rawkonverter-Software, noch nicht soweit, dass das Maximum an Qualität bereits erreicht wäre. Mit zukünftiger Software wird die Umwandlung in andere Dateiformate qualitativ bessere Ergebnisse erzielen.

Da scheint die jüngste Initiative von Nikon wenig hilfreich, die Nutzer von Nikon-Profikameras auf die eigene Capture-Software festzunageln (an Kritik hat es freilich nicht gefehlt).
Der unabhängige Programmierer Dave Coffin hat zwar das Nikon-Rawformat bereits geknackt, doch mit weiteren Änderungen seitens von Nikon könnte sich das bald wieder erledigt haben (dazu mehr bei Heise).

In der Vergangenheit, hat es bereits so viele undokumentierte Veränderungen an Rawformaten gegeben, dass Initiativen wie Open-Raw nur zu unterstützen sind, gerade aus Sicht der Bildarchive.

Verräterische JPEGs

Ein Artikel bei Heise macht auf Vorschaubilder aufmerksam, die viele Digitalkameras in den EXIF-Headern (Header für technische Daten) der JPGs abgespeichern.

Die Autoren haben dabei festgestellt, dass eine Reihe von Bildern im Web ein Vorschaubild mit sich „herumschleppen“, das vom publizierten Bild abweicht. Empfehlung: die EXIF-Header löschen. Für das Publizieren von Bilder sicherlich ein guter Vorschlag, für zu archivierende Bilder aber natürlich weniger günstig. Für die Langzeitarchivierung digitaler Bilder liefern EXIF-Header bewahrenswerte Informationen, mitgeschleppte Vorschaubilder machen dagegen keinen Sinn.

Heise Artikel

„Die Zukunft der Fotografie(n)“

Jahresrückblick: Die Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Photographie mit dem Titel „Die Zukunft der Fotografie(n)“ war sowohl technischen als auch fotohistorischen Fragestellungen gewidmet, wobei sich das Thema der digitalen Konservierung und Archivierung von Bildern stark in der Vordergrund drängte. Dies hatte weniger mit den Vorlieben der Veranstalter zu tun, als mit der Frage der Archivierung digitaler Daten, die sich für die Archive in geradezu dramatischer Weise stellt.

Ein Archivar bemerkte: „Wir haben für unsere Stadt eine kontinuierliche bildliche Überlieferung, bis zur Einführung der digitalen Fotografie.“ Das Fehlen von Konzepten für die Übernahme und das Handling digitaler Sammlungen wurde von Seiten der Archive allseits beklagt. Dagegen kam bei der Podiumsdiskussion am ersten Abend der richtige Einwand: „Die technischen Möglichkeiten sind da, man muss Sie nur anwenden.“

Warum die Einrichtung digitaler Archive in der Praxis so viele Probleme bereitet, hat sehr verschiedenen Ursachen. Die magere finanzielle Situation ist sicherlich ein Grund, auch die eher auf die Bedürfnisse der Verwaltungen abgestellten Strukturen der EDV-Abteilungen, für die offene Dateiformate zum Zwecke der Langzeitarchivierung vermutlich eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Beim weiteren Recherchieren verstärkt sich jedoch der Eindruck, dass die Frage der Langzeitarchivierung digitaler Daten auf Seiten der Archive vielfach auf einem unzureichenden Niveau diskutiert wird: Daten gehören nicht auf CDs oder DVDs, Sicherheit und Lesbarkeit sind nur durch ständiges Migrieren und Kopieren zu lösen. Also: Server/ RAID-Arrays kaufen und die Daten möglichst schnell aus proprietären Formaten konvertieren. Jedenfalls hat die Tagung gezeigt, dass das Know-how derzeit recht ungleich verteilt ist.

Besprechungen der Tagung:

http://www.taz.de/pt/2004/11/02/a0296.nf/text.ges,1


http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2004/1102/feuilleton/0004/index.html

Digitalisieren von Glasnegativen

Sind Licht und Wärme des Scanners für Glasplatten schädlich?

Glasnegative werden fachgerecht kühl und dunkel gelagert. Grundsätzlich sollte man ihnen etwas Zeit zum Akklimatisieren geben, wenn sie aus dem Magazin kommen. Licht und Wärme des Scanners wirken nur relativ kurzfristig auf das Negativ, die Platten sollten aber nicht mit der Temperatur des Magazins auf den Scanner kommen.

Welche verschiedenen technischen Möglichkeiten für die Digitalisierung gibt es?

Flachbett- oder Filmscanner haben jeweils ihre Vor- und Nachteile. Der Einsatz der Hardware, sollte zu den Anforderungen des Projekts passen.

Filmscanner liefern Schablonen nur für bestimmte Formate mit, Glasplatten sind aber was Größe und Dicke angeht, höchst unterschiedlich. Das führt in der Regel zu schlechten Ergebnissen oder Problemen.

Flachbettscanner haben den Vorteil, dass auch unterschiedliche und variirende Negativformate gut verarbeitet werden können. In der Regel geht es aber auch hier nicht ohne Schablonen, dies schon, weil das Negativ sonst vom Licht der übrigen Fläche „überstrahlt“ wird.

Glasnegative neigen oft zu Aussilberungen, so dass der Scanner durch die Reflexionen irritiert wird. Wenn sich diese Probleme nicht über die manuellen Einstellungen in der Scansoftware abfangen lassen bietet ggf. die Digitalisierung mit Hilfe einer Kamera eine Alternative.

Ich entwickle und teste zur Zeit, zusammen mit einem Fotografen, einen Aufbau auf Basis einer Digitalkamera mit Reprotisch und Durchlichtfläche. Hierbei sind aufgrund der jüngsten Kameraentwicklungen so hohe Auflösungen möglich, dass die Digitalisate auch als Sicherung genügen. Durch den Aufbau sollten die meisten Probleme von Flachbettscannern und Diascannern umgangen werden können. Von nicht unerheblicher Bedeutung dürfte auch sein, dass mit einer Digitalkamera die Produktivität sehr viel besser sein wird. In den meisten Projekten erweisen sich Scanner als echtes Nadelöhr.

Sofern Interesse besteht, kann ich gerne über den Fortgang und meine Erfahrungen berichten.