Zeitschrift FOTOGESCHICHTE, Heft 123, 2012

Fotografie und Avantgarde

Das Jahr 1929 gilt oft als Höhepunkt der fotografischen Avantgarde im deutschsprachigen Raum. In Stuttgart findet in diesem Jahr die bekannte Fotoausstellung „Film und Foto“ (FiFo) statt, die der Deutsche Werkbund organisiert. Die Zeit des Aufbruchs dauert freilich in Deutschland nicht lange. Wenige Jahre später schon setzt der Nationalsozialismus den fotografischen Experimenten ein Ende.

Die Beiträge des vorliegenden Heftes beschäftigen sich mit einzelnen Facetten der Avantgardebewegung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nicht allseits bekannte und oft ausgestellte Fotografen und ihre Werke stehen im Mittelpunkt. Vielmehr werden weniger bekannte Aspekte und Bildbeispiele vorgestellt. Die Autoren beschränken sich zudem nicht auf die Zeit um 1930, sondern erweitern den Blick auf die weniger bekannte Vor- und Nachgeschichte der Avantgarde.

Information und Bestellung: http://fotogeschichte.info

Hinweis: Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass nun das gesamte Fotogeschichte-Archiv (1981–heute) über eine Themen- und Stichwortsuche online erschlossen ist. (http://www.fotogeschichte.info/index.php?id=359)

BEITRÄGE

  • Ulrich Hägele: Montage, Groteske, Propaganda. Die Vorgeschichte der Avantgarde: Medieninnovation in der französischen Illustrierten J’ai vu… 1914 bis 1920.
  • Herbert Molderings: Mendelsohn, Amerika und der „Amerikanismus“.
  • Nanni Baltzer: Die Montage als Propagandainstrument. Die gestreckte Hand bei Terragni, Klutsis, Carboni und Heartfield.
  • Birgit Hammers: Der vergessene Fotograf. Sasha Stone und die Borinage.
  • Anton Holzer: Avantgarde und gemäßigte Moderne. Fotografische Aufbrüche in Österreich um 1930.
  • Wolfgang Born: Gedanken über Photographie (1929).
  • Uwe Fleckner: Montierte Reproduktionen – demontierte Kunst. Nationalsozialistische Versuche, die Avantgarden mit avantgardistischen Mitteln zu schlagen.

REZENSIONEN

  • Markus Bauer: Friedrich Seidenstücker. Von Nilpferden und anderen Menschen. Fotografien 1925-1958. Of Hippos and other Humans. Photographs 1925–1958, Ostfildern: Hatje Cantz, 2011.
  • Katarzyna Gorska: Susanne Meyer-Büser (Hg.): Die andere Seite des Mondes. Künstlerinnen der Avantgarde, Köln: Dumont, 2011.
  • Matthias Weiß: Marion Beckers, Elisabeth Moortgat: Eva Besnyö 1910–2003. Fotografin. Budapest – Berlin – Amsterdam, Berlin: Hirmer, 2011.

Der Gang der Dinge. Welche Zukunft haben photographische Archive und Nachlässe?

Der Gang der Dinge. Welche Zukunft haben photographische Archive und Nachlässe?
Symposium der Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) in Kooperation mit dem Institut Heidersberger, Wolfsburg, und dem Netzwerk Fotoarchive e.V., Köln
29. und 30. Juni 2012
Schloss Wolfsburg in Wolfsburg

Programm
Änderungen vorbehalten
siehe http://www.dgph.de/sites/default/files/content/presse_news/pressemitteilungen/120326/PM_Der%20Gang%20der%20Dinge_3-12.pdf

Freitag, 29. Juni 2012, ab 14:00 Uhr
Moderation: Dr. Christiane Fricke

  • Eröffnung Bernd Rodrian, Institut Heidersberger und DGPh Dr. Christiane Fricke, DGPh
  • Simon Schwinge, DGPh „Jetzt machen Sie mal was Schönes. Am besten über die Frisuren der 50er Jahre. Über Irrungen und Wirrungen eines photographischen Nachlasses auf der Suche nach einer Perspektive.“
  • Dr. Florian Mercker, PHIDIAS Rechtsanwälte „Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Wie sichere ich die Weitergabe rechtlich ab?. Juristische Fragen bei der Weitergabe einer Sammlung / eines Nachlasses“
  • Simone Klein, Sotheby’s Department Europe und DGPh „Welchen Wert hat mein Bestand?“
  • Marjen Schmidt, Dipl.-Ing.Fotografierestaurierung, DGPh „Was sind gute Archivbedingungen?“
  • Franziska Maria Scheuer, M.A., Promotions-Stipendiatin der Phillips Universität Marburg Vom ‚Archiv ohne Besucher‘ zum öffentlichen Museum. Die Pariser Autochrome-Sammlung „Les Archives de la Planète“


Samstag, 30. Juni 2012, ab 9:30 Uhr

Moderation: Simon Schwinge

  • Sebastian Lux, Stiftung F.C. Gundlach / Jens Bove, Deutsche Fotothek Dresden: „Quo vadis? Der Umgang mit photographischen Nachlässen in Deutschland“ Konkrete Perspektiven für die Erhaltung und Aktivierung bedrohter Bestände als Kulturgut und visuelles Gedächtnis. Zentrale und dezentrale Strukturen für die Archivierung von Photographennachlässen, ihre Vermittlung und ihre Präsentation in einer Bilddatenbank.
  • Karolina Lewandowska, Archeology of Photography Foundation, Warschau. „Die Archeology of Photography Foundation in Warschau. Ein Modell für den Umgang mit Nachlassgebern“
  • Dr. Enno Kaufhold, freier Photohistoriker, Berlin „Netzwerk Fotoarchive e.V. Das Bewahren von Photoarchiven auf der Basis dezentraler Strukturen. Informationen geben, Initiativen bündeln und vernetzen.“
  • Daniel Barroy, Mission de la photographie „Französische Archive und Sammlungen im Netz. Zum Start der Website ARAGO“
  • Thomas Jahn, Foto Marburg „Dokument und Artefakt. Neuere Entwicklungen in der Archivierung und Dokumentation kunsthistorischer Photo-Nachlässe.“
  • Dr. Karin Lingl, Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds „Erhalten statt Kassieren. Zur Praxis des Archivs für Künstlernachlässe in Brauweiler“
  • Sabine Krell, Stadtarchiv Bonn und DGPh „Photographische Nachlässe in öffentlichen Archiven. Zu den Kassations-Kriterien eines Stadtarchivs“
  • Bernd Rodrian, Institut Heidersberger und DGPh „Institut Heidersberger – Das lebendige Archiv“
  • Dr. Christiane Stahl, Alfred Ehrhardt Stiftung und DGPh „Zukunftsmodelle für die langfristige Finanzierung der Stiftung“
  • Podiumsgespräch: Ausdauer und Phantasie: Sinnvolle und neue Wege zur Sicherung fotografischer Nachlässe und Archive? Moderation: Wolfgang Hesse, Rundbrief Fotografie, Dresden, und Anna Gripp, Photonews, Hamburg, beide Netzwerk Fotoarchive und DGPh

Ägypten in frühen Fotografien

Das Magazin Kwerfeldein hat einen Beitrag zur frühen Fotografie in Ägypten:

Die fotografische Entdeckung Ägyptens

Einer der ersten war der Journalisten Maxime du Camp, der 1849 nach Ägypten reiste. Seine Einweisung in die Technik der Fotografie erhielt er von keinem geringeren als Gustave le Gray, sein Reisebegleiter war Gustave Flaubert.

Weitere frühe Ägypten-Fotografen waren Francis Frith, Francis Bedford und Felix Bonfils.

Doppelte Ökonomien: Archiv Reinhard Mende (1967 – 1990)

Doppelte Ökonomien
Vom Lesen eines Fotoarchivs aus der DDR (1967 – 1990)

6. Mai – 1. Juli 2012
HALLE 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Leipziger Baumwollspinnerei

www.doubleboundeconomies.net

„Doppelte Ökonomien” beginnt mit einem Foto-Archiv aus der DDR. Der Fotograf des Archivs ist Reinhard Mende. Als Auftragsarbeiten realisiert, dokumentieren und inszenieren die Aufnahmen Produktionssituationen in Volkseigenen Betrieben (VEB) und die Internationale Leipziger Messe von 1967 bis 1990. Als ehemals wichtigster Handelsplatz zwischen Ost und West, markieren insbesondere die Fotografien der Leipziger Messe einen ökonomischen Raum, der doppelt gebunden ist: sozialistisch in seiner Produktion und kapitalistisch in seiner Präsentation.

Im Zentrum von „Doppelte Ökonomien“ steht eine kollektive Praxis als Methode der Aktualisierung sowohl in Bezug auf die Aufführung des Archivs als auch im Sinne eines kuratorischen Verfahrens. KünstlerInnen, TheoretikerInnen, WissenschaftlerInnen und ehemalige ProtagonistInnen wurden eingeladen, das Archiv zu sichten, zu kommentieren oder eine Auswahl zu treffen. In diesem kollektiven Arbeitsprozess entstand eine vielstimmige Aufführung des Archivs, das auch über eine non-lineare Auseinandersetzung mit der DDR berichtet.
„Doppelte Ökonomien“ wird von Estelle Blaschke, Armin Linke und Doreen Mende kuratorisch geleitet. Es besteht aus einer Ausstellungsreihe (Architektur: Kuehn Malvezzi), einer Publikation (Design: Werkplaats Typografie, Arnhem. Verlag: spector books, Leipzig) und einer Website, welches das Archiv öffentlich und langfristig nutzbar macht (www.doubleboundeconomies.net).

zur Publikation siehe:
http://www.philo-fine-arts.de/programm/cat/ilinx-2/buch/berliner-beitraege-zur-kulturwissenschaft-band-3.html

Website: Das Auge des Arbeiters

Die Erforschung der Arbeiterfotografie der Weimarer Republik gestattet Aufschlüsse über die bildliche Selbstrepräsentation nichtbürgerlicher Schichten im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Die Aufnahmen der Fotoamateure geben zugleich Auskunft über deren Rezeption publizierter Bildwelten – in Akten der Verweigerung, der Anpassung oder Anverwandlung. Als mentalitätsgeschichtlich relevante Dokumente gestatten diese Fotografien daher anders nicht zu gewinnende Erkenntnisse zum medialen Alltag am Beginn der Medienmoderne.

In dem von der DFG geförderten Projekt „Das Auge des Arbeiters“ des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV) in Dresden wurde seit Februar 2009 diese Kulturpraxis drei Jahre lang am Beispiel sächsischer Ortsgruppen der Vereinigung der Arbeiter-Fotografen Deutschlands untersucht. Außerdem konnten erstmals die Austauschbeziehungen deutscher und sowjetischer Fotoamateure in Moskauer Archiven recherchiert werden. Die Website www.arbeiterfotografie-sachsen.de vermittelt einen Einblick in die Projektergebnisse. Darüber hinaus stellt sie Arbeitsmittel für Forschungen auch unter anderen Fragestellungen bereit.

Vor allem gibt die Website Hinweise auf die etwa 5.000 im Projektzusammenhang erschlossenen Fotografien. Auch die umfangreiche Bibliografie einschlägiger Bücher und Aufsätze bietet weiterführendes Material – verbunden mit der Bitte, übersehene Veröffentlichungen mitzuteilen. Die innerhalb des Projekts entstandenen Texte sind in einer separaten Rubrik aufgeführt, einige mit PDFs der Druckseiten hinterlegt. Abgerundet wird das Informationsangebot durch Berufsbiografien der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und eine kleine Linksammlung.

via Pressemeldung

Neues Heft der Zeitschrift FOTOGESCHICHTE, Heft 122, Winter 2011

Das neue Heft der Zeitschrift Fotogeschichte befasst sich mit dem Thema Experiment. Im Rezensionsteil der Zeitschrift gibt es einige interessante Beiträge zum Thema Fotobücher:

FOTOGESCHICHTE, Heft 122, Winter 2011
Steffen Siegel (Hg.)
Fotografische Experimente

Die Geschichte der Fotografie ist – vor allem im 19. Jahrhundert – eine Geschichte voller Vermutungen, Missverständnisse, Fehler und Irrwege. Erst allmählich wurden die physikalischen, chemischen und technologischen Bedingungen des fotografischen Bildes erkundet. Die fotografischen Verfahren, die im Lauf des 19. Jahrhunderts nach und nach entstanden sind, haben eines gemeinsam: Sie sind Ergebnisse experimenteller Praktiken, die die Entstehungs- wie Wirkungsbedingungen des fotografischen Mediums überhaupt erst klären halfen. Die Beiträge dieses Themenheftes zeigen am Beispiel von Forschern wie Biot, Becquerel, Herschel, Lenard oder Blondlot, dass sich die Entwicklung der fotografischen Techniken ohne den Einfluss wissenschaftlicher Experimentalpraktiken gar nicht denken lässt.

Über das Fotogeschichte-Online-Archiv sind Informationen über alle lieferbaren Hefte recherchierbar.

Bestellung + Archivsuche: www.fotogeschichte.info

Beiträge

  • Steffen Siegel: Fotografische Experimente. Editorial
  • Steffen Siegel: Daguerreotypie auf Papier. Ein fotografisches Gedankenexperiment um 1840
  • Mirjam Brusius: Experimente ohne Ausgang. Talbot, Fenton und die Fotografie am British Museum um 1850
  • Kelley Wilder: Die fotografische Methode: Beobachtung, Experiment und Visualisierung
  • Carolin Artz: Trugbilder – Trugschlüsse. Fehldeutungen in fotografiegestützten Experimenten 1892–1904
  • Bernd Stiegler: Orthofotografie. Kleine fotografische Fehlerkunde

Rezensionen

  • Anton Holzer: Michael Ponstingl (Hg.). Die Explosion der Bilderwelt. Die Photographische Gesellschaft in Wien 1861–1945, Wien: Christian Brandstätter Verlag, 2011.
  • Matthias Christen: Clément Chéroux: Diplopie. Bildpolitik des 11. September, Konstanz University Press: Konstanz 2011.
  • Anton Holzer: Fotobücher. Eine andere Geschichte der Fotografie, Sammelbesprechung:
    Schweizer Fotobücher. 1927 bis heute. Eine andere Geschichte der Fotografie, hg. von Peter Pfrunder unter Mitarbeit von Martin Gasser und Sabine Münzenmaier, Katalog (dt. mit engl. und franz. Anhang) zur Ausstellung in der Fotostiftung Schweiz, Winterthur, Baden: Lars Müller Publishers, 2011.
  • Eyes on Paris. Paris im Fotobuch 1890–2010, hg. von Hans-Michael Koetzle, Katalog zur Ausstellung im Haus der Photographie/Deichtorhallen, Hamburg, München: Hirmer Verlag, 2011.
  • Thomas Wiegand: Deutschland im Fotobuch. 287 Fotobücher zum Thema Deutschland aus der Zeit von 1915 bis 2009, hg. von Manfred Heiting, Göttingen: Steidl, 2011.
  • Werner Schäfke, Roman Heuberger: Köln und seine Fotobücher. Fotografie in Köln, aus Köln, für Köln im Fotobuch von 1853 bis 2010, Köln, mit Beiträgen von Wolfgang Vollmer und Eusebius Wirdeier, Köln: Emons, 2010.

Forschung

  • Katarzyna Gorska: Die Akte des Aktes. Pierre Molinier.
  • Mandy Gnägi Der Maler als Fotograf. Ernst Ludwig Kirchners Porträtfotografien.
  • Nautilus – Muscheln und Schnecken in der Fotografie der Moderne. Ausstellungs- und Rechercheprojekt der Alfred Ehrhardt Stiftung Berlin.

AKTUELLE BÜCHER, KURZ VORGESTELLT
siehe Website: www.fotogeschichte.info

Dezember-Ausgabe 2011 des RUNDBRIEF FOTOGRAFIE

Index, die Abstracts und Links finden sich auch unter
http://www.rundbrief-fotografie.de/nf72.htm

GAST-EDITORIAL

  • Johannes Gfeller: Kurt Deggeller zum Ruhestand – eine Laudatio

EIN BILD

  • Luise Michel: Bewegung sehen und fühlen

MEDIENGESCHICHTE

  • Katharina Hausel, Frank Schumacher: „Die dunkle Kammer“ – 120 Jahre Photographische Lehranstalt am Berliner Lette-Verein
  • Sylvia Ballhause: Die Bilder des Münchner Daguerre-Triptychons – Eine Beschreibung dreier unkenntlich gewordener Daguerreotypien

KONSERVIERUNG UND RESTAURIERUNG

  • Bert Jacek: Katastrophennachsorge – Ein neues Naßreinigungsverfahren für Fotografie

ARCHIVE UND SAMMLUNGEN

  • Heimo Hofgartner, Elke Murlasits: Die Multimedialen Sammlungen am Universalmuseum Joanneum in Graz – Ein institutionsgeschichtlicher Abriß

PERSONALIA

  • Matthias Harder: Nachruf – Thomas Friedrich (1948-2011)

AUSSTELLUNGEN

  • CH-Winterthur/DE-Hamburg: Fotobücher – Schwierige Exponate (Thomas Wiegand)
  • DE-München: Fotografie für Architekten“ und weitere Ausstellungen
    (Michael Stöneberg)
  • ES-Madrid: Arbeiterfotografie (Andres Mario Zervigon)

LITERATUR
Rezensionen

  • Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia (Hg.): A Hard, Merciless Light. The Worker-Photography Movement, 1926-1939. Essays and Documents. Madrid: Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, 2011. ISBN 978-84-92441-37-2. (Sabine Kriebel)
  • Grossarth, Ulrike: Stoffe aus Lublin – Blawatne z Lublina – Fabrics from Lublin. Herausgegeben für das Kunsthaus Dresden, den Kunstfonds Dresden und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Leipzig: Spector Books, 2011. ISBN 978-3-940064-16-5. (Miriam Y. Arani)
  • Overdick, Thomas: Photographing Culture. Anschauung und Anschaulichkeit in der Ethnographie Zürich: Chronos, 2010 (Kulturwissenschaftliche Technikforschung, Bd. 2, Hg. Thomas Hengartner). ISBN 978-3-0340-1044-3. (Ulrich Hägele)
  • IndustrieZEIT. Fotografien 1845-2010, mit Texten von Ulrich Pohlmann und Rudolf Scheutle. Ausst.-Kat. Münchner Stadtmuseum/Sammlung Fotografie u.a. Tübingen und Berlin: Wasmuth, 2011. Ohne ISBN. (Miriam Halwani)
  • Shanebrook, Robert L.: Making KODAK Film. The Illustrated Story of State-of-the-Art Photographic Film Manufacturing, Rochester (NY): Eigenverlag, 2010. Ohne ISBN. Bestellungen: . (Nadja Lenz)
  • Bigras, Carl, et al.: Lighting Methods for Photographing Museum Objects. Ottawa: Canadian Conservation Institute, 2010. ISBN 978-0-660-97389-0. (Stephan Sagurna)

FORTBILDUNG
Terminkalender: www.rundbrief-fotografie.de/ka102.htm

www.rundbrief-fotografie.de

Studientage für Fotografie: Fotografie als Gegenwartskunst

Interdisziplinäres Forschungskolloquium für Promovierende
Zeit: 25.04.2012 14:00 h – 28.04.2012 14:00 h
Ort: Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg

Weitere Informationen
Die Fotografie ist eine der zentralen Ausdrucksformen der Gegenwartskunst – sie wird als „Leitmedium“ gehandelt. Wie schlägt sich eine solche Aussage in der zeitgenössischen fotografischen Praxis nieder? Wie wurden etablierte Bildformen seit den 1960er Jahren neu besetzt? In welchem Verhältnis steht die Fotografie heute zu Medienkunst, Video und Film? Wie lässt sich das spezifisch Fotografische heute noch bestimmen? Welche Rolle kommt der eigenen künstlerischen Theoriebildung zu? Und kann die Geschichte des Mediums zur Analyse aktueller Fotografie produktiv gemacht werden?

Die Studientage für Fotografie behandeln 2012 das Thema Fotografie als Gegenwartskunst. Die viertägige Veranstaltung ist als interdisziplinäres Forschungskolloquium für Promovierende angelegt. Diskussionen über Dissertationsprojekte, Seminare, Vorträge sowie Kuratoren- und Künstlergespräche bieten Raum für intensiven, interdisziplinären Austausch. Im Mittelpunkt stehen theoretische Ansätze, mögliche Arten des Quellenzugriffs und Methodenfragen.

Mit Stefan Gronert (Kunstmuseum Bonn), Hubert Locher (Philipps-Universität Marburg), Wiebke Loeper (FH Potsdam, lux fotografen), Angela Matyssek (Philipps-Universität Marburg), Inka Schube (Sprengel Museum Hannover), Bernd Stiegler (Universität Konstanz).

Bewerbungen von Promovierenden mit einem Exposé (max. 3000 Zeichen) und CV werden bis 31. Januar 2012 erbeten an: schutte@fotomarburg.de
Reise- und Übernachtungskosten werden übernommen. Weitere Informationen: www.fotomarburg.de/aktuelles/events/studientage

In Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh).
Mit Unterstützung des Kunstgeschichtlichen Instituts der Philipps-Universität Marburg, des Fotografie Forums Frankfurt, der DZ BANK Kunstsammlung in Frankfurt am Main, des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main und des Städel Museums in Frankfurt am Main.
Die Studientage für Fotografie werden ermöglicht von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

via www.fotomarburg.de

FOTOGESCHICHTE: Haltbare Augenblicke. Fotografie im 19. (und 20. ) Jahrhundert

FOTOGESCHICHTE, Heft 121, Herbst 2011

Haltbare Augenblicke

Fotografie im 19. (und 20.) Jahrhundert

Die Beiträge dieses Heftes beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit der der Fotografie des 19. Jahrhunderts. Das Spektrum der Texte reicht von der Daguerreotypie bis zur Röntgenfotografie.

Der abschließende Text verlässt das 19. Jahrhundert. Patrick Rössler untersucht die Entstehungsgeschichte des Neuen Sehens in den 1920er Jahren. Der Autor zeigt, dass die illustrierte Massenpublizistik eine weit größere Rolle in der Durchsetzung der modernen Fotografie spielte als bisher angenommen.

Hinweisen möchten wir auf unser Fotogeschichte-Online-Archiv, in dem Sie Informationen über alle lieferbaren Hefte erhalten.

Bestellung + Archivsuche: www.fotogeschichte.info

BEITRÄGE

  • Timm Starl: Nach dem Stillstand. Zu den ersten Versuchen, Bewegung ins fotografische Bild zu setzen
  • Rolf H. Krauss: Fotografie und Auers Naturselbstdruck. Kontaktbilder als Medien einer mechanischen Objektivität
  • Vera Dünkel: Durchleuchtete Kunstkammer. Röntgenfotografie, Wien 1896
  • Sylvia Ballhause: Echte Täuschung? Original und Duplikat des Münchner Daguerre-Tryptichons
  • Patrick Rössler: 1928: Wie das Neue Sehen in die Illustrierten kam. „Maxl Knips“, Sasha Stone, Das illustrierte Blatt und die Bildermagazine der Weimarer Republik

REZENSIONEN

  • Anton Holzer: The Mexican Suitcase, hg. von Cynthia Young, Bd. 1: The History. The Rediscovered Spanisch Civil War Negatives of Capa, Chim, and Taro, Bd. 2: The Films: The Rediscovered Spanish Civil War Negatives of Capa, Chim, and Taro, New York: International Center of Photography, Göttingen: Steidl, 2010.
  • Monika Melters: Jürgen Nogai, Thomas Schirmböck (Hg.): Julius Shulman. The Last Decade, Heidelberg: Kehrer 2010; Alfried Wieczorek, Thomas Schirmböck (Hg.), Julius Shulman. Cool and hot, Mannheim 2010.
  • Roberto Zaugg: Joachim Zeller: Weisse Blicke – Schwarze Körper. Afrikaner im Spiegel westlicher Alltagskultur, Sutton Verlag, Erfurt 2010.
  • Anton Holzer: Hans-Michael Koetzle: Fotografen A-Z, Köln: Taschen Verlag, 2011; Rückblende. Die Fotosammlung der Neuen Galerie Graz, hg. von Christa Steinle, Peter Peer und Karin Buol-Wischenau, Wien: Folio Verlag, 2011.
  • Margareth Otti: Richard Nickel Committee (Hg.): The Complete Architecture of Adler & Sullivan. Richard Nickel and Aaron Siskind with John Vinci and Ward Miller, Chicago: University of Chicago Press, 2010.

FORSCHUNG

  • Nadja Lenz: Das latente Bild in den Anfängen der Fotografie. Entdeckung des Unsichtbaren, Verschlüsselung des Sichtbaren.
  • Elizabeth Cronin: Passive Fascism? The Politics of Austrian Heimat Photography.
  • Agneta Maria Jilek: Der Arbeiterstaat im Bild. Die Repräsentation von Arbeit in der künstlerischen Fotografie der 1970er und 80er Jahre in der DDR.
  • François de Capitani, Ricabeth Steiger: Die Pressefotoarchive PDL und ASL im Schweizerischen Nationalmuseum.
  • AKTUELLE BÜCHER, KURZ VORGESTELLT

    siehe Website: www.fotogeschichte.info

September-Ausgabe des RUNDBRIEF FOTOGRAFIE

Unter http://www.rundbrief-fotografie.de/nf71.htm sind der Index, die Abstracts und Links online eingestellt.

Die Rubriken und ihre Hauptartikel:

EDITORIAL

  • Klaus Pollmeier: Materialität als wissenschaftliche Quelle

EIN BILD

  • Daniela Zeilinger: „Das Zielfoto. Bilderkröte“

MEDIENGESCHICHTE

  • Hubert Locher: Kunsthistorische Bildsammlungen – Archivierte Fotopositive im Blick der kunsthistorischen Forschung [Art-historical Image Collections: Archive Photographs from the Perspective of Art-historical Research]
  • Costanza Caraffa: „Wenden!“ – Fotografien in Archiven im Zeitalter ihrer Digitalisierbarkeit: ein material turn [‚Turn about!‘ Photographs in Archives in the Age of their Digitizability: a ‚Material Turn‘]
  • Dorothea Peters: Bildergeschichte(n) – Zur Kontextualisierung von Fotografien aus dem Bildarchiv Foto Marburg [Picture History / Picture Stories: On Contextualising Photographs from the Bildarchiv Foto Marburg]

ARCHIVE UND SAMMLUNGEN

  • Volker Kuball, Silvia Oberhack, Katrin Rübenstrunk: Die fotografische Überlieferung der Staatssicherheit – Eine Zwischenbilanz anlßlich des 50. Jahrestags des Mauerbaus [The Photographic Heritage of the Stasi: An Interim Note on the Occasion of the 50th Anniversary of the Building of the Berlin Wall]

PERSONALIA

  • Kaiserpanorama: Erhard Senf zum 80. Geburtstag

AUSSTELLUNGEN

  • Otto Hochreiter, Eva Tropper: AT-Graz – Fotografische Bestände des Steiermärkischen Landesarchivs
  • Thomas Wiegand: DE-Essen – Fotografien aus zwei Jahrhunderten Krupp

LITERATUR

Rezensionen
  • Hess Norris, Debra, und Gutierrez, Jennifer Jae (Hg.): Issues in the Conservation of Photographs. Los Angeles: Getty Publications, 2010 (Readings in Conservation, Vol. 3). ISBN 978-1-60606-000-1. USD 70,00. (Andreas Gruber)
  • Rooseboom, Hans: De schaduw van de fotograaf. Positie en status van een nieuw beroep, 1839-1889. Leiden: Primavera Pers, 2008. ISBN 978-90-5997-052-6. EUR 34,50. (Ulrike Matzer)
  • Schäfke, Werner, und Heuberger, Roman: Köln und seine Fotobücher. Fotografie in Köln, aus Köln, für Köln im Fotobuch von 1853 bis 2010. Köln: Emons-Verlag, 2010. ISBN 879-3-89705-790-6. EUR 68,00. (Christina Natlacen)
  • Sykora, Katharina: Die Tode der Fotografie. I. Totenfotografie und ihr sozialer Gebrauch. München: Wilhelm Fink, 2009. ISBN 977-3-7705-4915-3. EUR 58,00. (Timm Starl)
  • Beyer, Friedemann, et al.: Ufa in Farbe. Technik, Politik und Starkult zwischen 1936 und 1945. München: Collection Rolf Heyne, 2010. ISBN 978-3-89910- 474-5. EUR 58,00. (Ralf Forster)
  • Ogg, Kristy (Hg.): Where Three Dreams Cross. 150 Years of Photography from India, Pakistan and Bangladesh / 150 Jahre Fotografie aus Indien, Pakistan und Bangladesh. Göttingen: Steidl Verlag, 2010. ISBN 978-0-85488-179-6. EUR 48,00. (Stephan Sagurna)

FORTBILDUNG

Ankündigungen
  • AT-Graz: Audiovisionäre Traditionen in aktuellen Kontexten
  • DE-Baden-Württemberg: Herbstprogramm 2011 der AG Fotografie
  • DE-Vechta: Der iconic turn in der Geschichtswissenschaft
  • IT-Florenz: Das Fotoarchiv und die Idee der Nation
Verbände
  • DGPh: Sektion Kunst, Markt und Recht
Stipendium
  • NL-Amsterdam: Manfred & Hanna Heiting Stipendium
Stellenausschreibung
  • AT-Wien: Papier- und Fotorestaurator/-in

Photo Archives IV: The Photographic Archive and the Idea of Nation

Das Kunsthistorische Institut Florenz, Fotothek veranstaltet wieder eine Tagung zu Fotoarchiven:

PHOTO ARCHIVES IV: THE PHOTOGRAPHIC ARCHIVE AND THE IDEA OF NATION
Kunsthistorisches Institut in Florenz, Max-Planck-Institut, 27.–29. Oktober 2011

Das „lange 19. Jahrhundert“, welches im Westen mit dem Zeitalter der Nationalstaatenbildung gleichgesetzt wird, ist auch das Jahrhundert der „Erfindung“ und Verbreitung der Fotografie wie auch das der Geburt der modernen Archivwissenschaften. Die Fotografie wurde bald von den Nationalstaaten in ihrem Verlangen nach bildlicher Visualisierung in den Dienst genommen. Die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und im frühen 20. Jahrhundert entstandenen öffentlichen wie privaten Fotosammlungen und -archive hatten nicht nur die Aufgabe, das bruchstückhafte Bild der Nation visuell zusammenzufügen, sondern es gleichzeitig auch zu konstruieren. Allerdings beschränkt sich die Frage nach der Repräsentation nationaler Identität nicht nur auf diese Zeit. Nach dem II. Weltkrieg, dem darauf folgenden weltweiten Zerfall der kolonialistischen Systeme und schließlich nach dem Fall der Berliner Mauer erlangten nationale Fragen erneut Aktualität, nun jedoch in einem globalen Rahmen. Die heute weltweit geführten Debatten bewegen sich zwischen Fragen der Globalisierung und der Formen des nationalen, oder sogar subnationalen Partikularismus. Gleichzeitig sieht man sich im Zeitalter der digitalen Medien und des Internets mit einer Bilderflut konfrontiert, die durch die einfache Herstellung, Vervielfältigung und den leichten Zugriff auf die Bilder hervorgerufen wird. Ungeachtet der sich kontinuierlich wandelnden historischen Bedingungen wurden und werden Fotografien weiterhin in Archiven gesammelt, mit dem Ziel, nicht nur die nationale Identität sichtbar zu machen sondern gleichzeitig auch einen Beitrag zu ihrer Herausbildung zu leisten.

Ziel der Tagung ist es, den Zusammenhang zwischen Fotografie/Fotoarchiven und der Idee der Nation näher zu beleuchten. Dabei sollen allerdings nicht einzelne symboltragende Bilder in den Blick genommen, sondern vielmehr die weitreichenderen Dimensionen des Archivs behandelt werden.

Die Tagung ist Teil einer Reihe internationaler Treffen, die Fotoarchiven und der Interaktion zwischen Fotografie und akademischen und wissenschaftlichen Disziplinen gewidmet ist, wobei der Schwerpunkt auf der Kunstgeschichte liegt. Nach den Zusammenkünften in London (Juni 2009), Florenz (Oktober 2009) und New York (März 2011) wird das vierte Treffen der Reihe erneut in Florenz stattfinden (27.-29. Oktober 2011).

Veranstaltungsort: Kunsthistorisches Institut in Florenz, Max-Planck-Institut, Photothek, Via dei Servi 51, 50122 Florenz

Organisiert von: Costanza Caraffa (Kunsthistorisches Institut in Florenz, caraffa@khi.fi.it) und Tiziana Serena (Università degli Studi di Firenze, tiziana.serena@unifi.it)

Wissenschaftliches Komitee: Costanza Caraffa, Elizabeth Edwards (DeMontfort University, Leicester), Joan M. Schwartz (Queen’s University, Kingston), Tiziana Serena

Kontakt: Maja Häderli (haederli@khi.fi.it)

Mehr auf http://www.khi.fi.it/aktuelles/veranstaltungen/veranstaltungen/veranstaltung313/index.html

Fotostrecken: Leo Rosenthal und Sabine Weiss

Aktuell gibt es bei Zeit-online einige interessante historische Fotostrecken:

FOTOGESCHICHTE, Heft 120, Sommer 2011

Iris Metje, Stefan Schweizer (Hg.):
Der weite Horizont. Landschaft und Fotografie
Landschaft setzt ihre Betrachtung voraus, sie ist daher immer auch ein Bild. Das Heft bietet einen Überblick über ausgewählte Themen der Landschaftsfotografie im 19. und 20. Jahrhundert. Es zeigt, wie rasch sich die Fotografie der Landschaft von der Malerei emanzipierte und neue funktionale Ansprüche – u.a. militärische, kartografische, industrielle – einlöste. Im 20. Jahrhundert erweitert sich das Spektrum fotografischer Landschaften. Dieses reicht von der ‚eroberten’ Natur als Wildnis bis hin zur künstlerisch oder zivilisatorisch gestalteten, schließlich bedrohten und verschwindenden Natur.
Ein umfassendes Literaturverzeichnis zum Thema „Landschaft und Fotografie“ ergänzt die Beiträge und macht das Heft zum unverzichtbaren Nachschlagewerk.

www.fotogeschichte.info

BEITRÄGE

  • Iris Metje, Stefan Schweizer: Der weite Horizont. Landschaft und Fotografie (Editorial)
  • Ulrich Pohlmann: Naturwunder und Territorium. Anmerkungen zur Landschaftsfotografie im 19. Jahrhundert
  • Klaus Honnef: Die Evidenz des Sichtbaren. Zur modernen Landschaftsfotografie seit den 1970er Jahren
  • Almut Weinland: Blicke aufs Meer. Aspekte maritimer Landschaften in der Fotografie
  • Iris Metje: Harmonische Einheit und Spuren des Wandels. Industrielandschaft als fotografische Landschaft
  • Stefan Schweizer: Begrenzte Blicke. Motivische und funktionale Aspekte der Garten- und Parkfotografie
  • Rolf Sachsse: Entfernung der Landschaft. Heimatfotografie als NS-Bildkonstruktion
  • Landschaft und Fotografie. Eine Literaturauswahl

Auf der Suche nach natürlichen Farben – 150 Jahre Farbphotographie

„Auf der Suche nach natürlichen Farben – 150 Jahre Farbphotographie“ – unter diesem Titel veranstaltet die DGPh zusammen mit dem Industrie- und Filmmuseum Wolfen (IFM) eine Fachtagung in der ehemaligen Agfa Filmfabrik Wolfen in Bitterfeld.

28. bis 30. Oktober 2011

Zum mehrtägigen Kolloquium treffen sich anerkannte Fachleute. In über einem Dutzend Vorträgen erörtern hochgeschätzte Referenten das Phänomen „Farbe“, den technischen Weg zur Farbphotographie und den Reiz ihrer Anwendung. Zudem stellen sie künstlerische Strömungen, Sammlungen und Archive vor sowie die Arbeit berühmter Photographen mit dem Farbfilm und dessen journalistischen oder propagandistischen Einsatz.

mehr zur Tagung über die DGPh-Website

Die Totale Erfassung der Welt. Zur Geschichte fotografischer Messbilder

In Wien findet übermorgen eine Tagung zum fotografischen Messbild statt:

1858 wäre der deutsche Bauingenieur Meydenbauer bei von Hand ausgeführten Vermessungsarbeiten am Dom von Wetzlar fast vom Gerüst gefallen. Er sah sich dadurch nach eigener Aussage genötigt, die viel sicherere „Meßbildkunst“ zu erfinden. Im gleichen Jahr präsentierte Nadar sein erstes, aus 520 Metern Höhe aufgenommenes Luftbild, und der Militärarzt Chevallier ließ einen fotografischen Messtisch für die Erfassung topografischer Terrains patentieren. Solche Bilder scheinen einerseits am Ende einer langen Geschichte perspektivischer Aufnahmeverfahren zu stehen. Andererseits markieren sie den Beginn eines neuen Verfahrens – der Fotogrammetrie. Die noch vagen Versuche in der Herstellung präziser Bilder zeugen von dem Potenzial, welches der Fotografie schon früh zugesprochen wurde. Die Unklarheit über die Grenzen dieser neuen Bildtechnik zur fotografischen Erfassung der Welt setzte Imaginationen über ihre grenzenlose Anwendbarkeit in Gang. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts sollte die Fotogrammetrie verschiedenste Disziplinen wie die Kartografie, die militärische Aufklärung, die Architekturaufnahme oder die Archäologie revolutionieren. Wenn man sich die Luftbilder von Nadar oder die verzerrten Rundpanoramen von Chevallier ansieht, überkommen einen jedoch Zweifel, ob diese sich wirklich so nahtlos in die Geschichte einer Vermessung der Welt durch Bilder einfügen. Der Weg zu funktionierenden fotografischen Messbildern war einer des Ausprobierens, des Experimentierens und des Scheiterns, welcher vom Versprechen der Fotografie stetig vorangetrieben wurde.

Wie veränderten sich die Praktiken der Landaufnahme, der Kartografie oder der Denkmalpflege, wenn nicht mehr die Objekte selbst, sondern ihre Bilder vermessen werden sollten? Welche Rolle spielte das Archiv für die Auswertung von Messbildern? Wie wurde mit dem ästhetischen Überschuss von Messbildern umgegangen? Im engen Bezug auf das historische Material möchten wir solche Fragen aus Sicht der Kultur- und Kunstgeschichte diskutieren.

Programm via HSK
Datum, Ort: 27.05.2011, Wien, IFK Wien, Reichsratsstraße 17, 1010 Wien