Bibble Labs kann Open Raw

Bibble Labs ist eine sehr preisgünstige Bildbearbeitungssoftware für Profis, mit deren Hilfe sich der Bildworkflow organisieren und RAW-Formate konvertieren lassen.

Stärken sind die Stapelverarbeitung in einer background queue sowie das gezielte Bearbeiten schlecht belichteter Aufnahmen über die Funktionen fill light und highlight recovery. Alle Bearbeitungsschritte können immer wieder zurückgenommen werden, das „Original“ bleibt unverändert.

Bibble Labs unterstützt viele und vor allem offene Standards, es arbeitet mit dem Open Raw Format, als Betriebssystem sind Windows, Mac OS X und Linux möglich.

Open Source im kommerziellen Einsatz

Hier ein schönes Beispiel für den komerziellen Einsatz von Open Source Software, die es vor allem kleinen Firmen ermöglicht, teuer Lizenzen zu umgehen, und damit doch zu einer sehr skalierbaren Projektgröße zu gelangen.

Die Agentur istockphoto.com ging im Februar 2000 mit ihren Bildern online. Die Basis war ein einziger Server mit einer Access-Datenbank. Der Traffic auf der Seite war sehr gering. Um mehr Nutzer auf die Seite zu bringen setzte man mit einer LAMP-Infrastruktur (Linux, Apache, MySQL, PHP) auf eine skalierbarere Open-Source-Lösung. Kommerzielle Lösungen wie Oracle blieben aufgrund ihrer hohen Lizenzen ganz außen vor.

Heute betreibt istockphoto.com 12 Cluster mit jeweils acht CPUs. Jeden Tag verkauft und vertreibt die Firma 45 Gigabite an Bildern und setzt dabei mehr als 7 Millionen Dollar im Jahr um.

vgl. NewsForge | MySQL addresses istockphoto’s enterprise needs

Langzeitarchivierung mittels Laserbelichtung

In den allermeisten Archiven besteht ein wesentlicher Teil der Langzeitarchivierung von Daten immer noch in der Mikroverfilmung von Dokumenten. Damit wird die Notwendigkeit vermieden, digitalen Daten in regelmäßigen Zyklen in andere Formate und auf neue Datenträger zu migrieren.

Das Fraunhofer Institut für Physikalische Meßtechnik bietet jetzt ein neues Farbmikrofilmverfahren an. Das Institut verwendet auf einen sog. ARRILASER, die die Bilder mit hoher Auflösung auf einen Farbmikrofilm bringt. Über ein gemeinsames Projekt (Arche) des Fraunhofer Instituts mit dem Landesarchiv BaWü und der Universitätsbibliothek Stuttgart berichtet auch der aktuelle Nestor-Newsletter.

Vor dem Ausbelichten können die Dokumente mit Metadaten wie Keywords versehen werden. Zusätzlich befinden sich auf dem Film digitale Marker, so dass die Bilder wie in einer Datenbank schneller auffindbar sind.

Die Vorteile dieser Technik der Mikroverfilmung bieten gegenüber herkömmlichen Techniken wesentliche Vorteil für die Archivierung von Bildern. Die Daten können zudem wieder kostengünstig in eine digitale Form zurückgebracht werden.

Ein sehr interessante Verfahren, zu dem sich auch auf der Website des Fraunhofer Instituts einige Informationen finden. Dass ich hier nicht direkt darauf verlinke, mag der Leser mir nachsehen und dafür Google verwenden. Die Linking Policy des Instituts ist dem wissenschaftlichen Arbeiten und der Logik von Hypertext nicht gerade zuträglich…

Ob wir demnächst auch nur noch die Titelseite von Büchern zitieren dürfen? Schade, wenn die Rechtsabteilung so quer liegt.

Verbreitung von Bildern – Chancen und Anforderungen

Kai Naumann hat sich in seiner Arbeit mit der Vertreitung von Bildern aus Archivbeständen beschäftigt. Die Arbeit ist als PDF online verfügbar.

Die Arbeit beschäftigt sich u.a. mit den organisatorischen und technischen Anforderungen, der Einbindung elektronischer Bezahlungssysteme sowie der Frage von Open Access.

Zusammenfassung

Die digitale Verbreitung von Bildern durch öffentlich-rechtliche Archive wird in den nächsten Jahren folgende Anforderungen stellen: In technischer Hinsicht sind ausreichende Ausstattung mit Massenspeichern, eine Kooperation mit verlässlichen Firmenpartnern, ein anschlussfähiges Design der Metadaten und die möglichst rasche Einbindung allgemein akzeptierter elektronischer Bezahlsysteme anzustreben. In Bezug auf Rechtslage und Rechtsentwicklung haben die Archive vor dem Hintergrund der digitalen Technikrevolution zum einen auf die Anerkennung eigener Leistungen gegenüber ihren Nutzern zu achten (Leistungsschutz kraft Sacheigentums, schuldrechtliche Vereinbarungen), zum anderen auf die Nutzung der Freiräume, die der Gesetzgeber ihnen zur wissenschaftlichen und kulturpolitischen Auswertung ihrer Bestände gegeben hat (Katalog- und Editionsprivileg nach § 58 Abs. 2, §§ 70 und 71 UrhG) und die zur Zeit teilweise bedroht sind (Schrankenrecht für geschlossene wissenschaftliche Nutzerkreise nach § 52a UrhG). Auf den Gesetzgebungsprozess zum Urheberrecht ist verstärkt Einfluss zu nehmen.
Die Verbreitung von Bildern in großem Maßstab wird nur durch Allianzen erfolgreich sein, da bei gemeinsamen Projekten die öffentliche Wahrnehmung größer und der finanzielle Aufwand geringer ist. Die Partner sollten Bildbestände ähnlicher Wertkategorie verwalten. Die Aussichten auf finanzielle Gewinne sind gering. Der Markt für historisches Bildmaterial schrumpft und ist in einem Konzentrationsprozess begriffen, der nur einigen wenigen Anbietern mit sehr großer Vielfalt und voller digitaler Zugänglichkeit annähernd gleichbleibende Erträge sichert. Im Hinblick auf den Auftrag der Archive, ihre Schätze der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sind die Chancen jedoch groß. Dabei sind die wachsende Unterstützung von Open-Access-Prinzipien und das Interesse der öffentlichen Hand an kostendeckenden Gebühreneinnahmen in Einklang zu bringen. Allgemein wird die zeitgemäße Bereitstellung von Bildern – besonders vor dem Hintergrund der Investitionen in Datenbanken – nicht ohne eine Gegenleistung der Nutzer möglich sein. Bei der Auswahl von Beständen für die digitale Verbreitung ist auf das Trägerformat, die urheberrechtliche Situation, den Erschließungsgrad und nicht zuletzt auf die zu erwartende Nachfrage Rücksicht zu nehmen. Die technische Strategie, der beste Rechtsrahmen und die richtige Organisationsform müssen aktiv gesucht, die zukünftige Entwicklung aufmerksam gesteuert werden. Geeignete Partner sind zu suchen und zu pflegen. Veränderungen lassen sich nur im Team verwirklichen.

via Archivalia

Measuring Megabytes

Auf der Seite luminous-landscape gibt es einen Test digtaler Backs für Mittelformatkameras zwischen 11 und 39 Megapixel. Die kompletten Testergebnisse gibt es gegen Cash auf CD-ROM, mitgeliefert werden allerdings auch RAW-Files aller getesteten Kameras:

  • Phase One P45 Back(s): 39 Megapixel
  • Phase One P30 Back: 31 Megapixel
  • Phase One P25 Back: 22 Megapixel
  • Canon 1Ds MKII mit Canon Macro 100mm f/2.8: 16.6 Megapixel
  • Canon 5D with mit Canon Macro 100mm f/2.8 : 12.7 Megapixel
  • Canon 1Ds mit Canon Macro 100mm f/2.8 : 11 Megapixels
  • Linhof 679cs Kamera with Rodenstock HR Digitalobjektiv: verschiedene Backs
  • Linhof 4X5 Kamera mit Sironar HM Objektiv: Drum Scanned Film
  • Linhof 4X5 Kamera mit Sironar N Objektiv und BetterLight Super 6K Scanning Back
  • Hasselblad H1 mit Hasselblad H Objektiv: verschiedene Backs
  • Mamiya 645 mit Mamiya Objektiv: P45 39 Megapixel und Drum Scanned Velvia

Rikesarkievet – Bericht zur Langzeitarchivierung digitaler Daten

Der Bereicht des Stockholmer Rikesarkivet/ National Archives im TAPE-Projekt liegt online als PDF vor: The Digital Black Hole – von Jonas Palm.

Besonders interessant die Frage der Kosten für die Langzeitarchivierung digitaler Daten (vor allem Bilder). Auf dem Tapet lag der Kostenvergleich zwischen Mikorverfilmung und digitaler Langzeitarchivierung:

Die eigentlichen Kosten der digitalen Archivierung verursacht nicht das Speichermedium, dessen Kosten laufend fallen, sondern das Management der Files, Checks auf Integrität der Daten, Migrationen usw. Mit dem Anwachsen der digitalen Daten, wird mehr Personal benötigt, dessen Kosten (Gehälter) in den nächsten Jahren noch steigen werden.

via ECPA

Google Earthquake: Visualisierung des Bebens von 1906 ist online

Wie heise online gestern berichtete, hat die geologische Abteilung des US-Innenministeriums (U.S. Geological Survey, USGS) anlässlich des naherückenden 100. Jahrestags des Erdbebens in und um San Francisco eine aufwendige virtuelle Erdbebentour ins Web gestellt.

Die Präsentation bedient sich der Technik von Google Earth. Um die historischen Fotografien der Bancroft Library in ihrem geografischen Kontext navigieren zu können, muss auf dem Rechner Google Earth installiert sein.

Konservierung Neuer Medien und Digitaler Information

… heisst ein neuer M.A.-Studiengang an der Staatlichen Akademie für bildende Künste in Stuttgart:
www.mediaconservation.abk-stuttgart.de

Die Ausbildung startet zum Wintersemester 2006/2007 und will zum langfristigen Erhalt von Fotografien, Videofilmen und digitalen Schriftaufzeichnungen in Museen, Bibliotheken und Archiven beitragen.

nestor – Newsletter: Perspektiven der Langzeiterhaltung multimedialer Objekte

Auf neue Expertisen macht der nestor – Newsletter aufmerksam, darunter ist diese für den Bildbereich interessant:

Mit den „Perspektiven der Langzeiterhaltung multimedialer Objekte“ befasst sich die Expertise von Wolfgang Coy (Humboldt-Universität zu Berlin). Die Problematik stellt sich bei diesen ausgesprochen heterogenen Publikationsarten wesentlich komplexer dar als bei anderen Objekten, die oft lediglich die Eigenschaften ihrer „herkömmlichen“ Vorgänger in digitaler Form aufweisen. Die Expertise vermittelt einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen in der Langzeiterhaltung multimedialer Objekte, die bisher noch nicht in eine gesicherte Strategie überführt werden konnten. Coys Empfehlungen basieren auf dem derzeitigen Stand der Kenntnis in der Forschung bei der Archivierung verschiedener Formate und Metadatentypen, sowie der Speichermedien und der Strategien zur Migration von Daten.

Volltext als PDF

PFStools für HDRI

Das Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken arbeitet momentan an einem Tool zur Bearbeitung von HDR Images. Das Packet besteht aus einer Reihe von Befehlen, die sich zu komplexen Operationen verketten lassen. Die Tools stehen unter GPL zur Verfügung. Auf der diesjährigen Cebit hat das Institut seine Arbeiten bei der Speicherung und Komprimierung von HDR Aufnahmen auch für den Bereich Video vorgestellt.

HDR Imaging ist eine Aufnahmetechnik, bei der mit verschiedenen Belichtungen gleichzeitig gearbeitet wird. Diese Vorgehen zielt darauf, den reell vorhandenen Tonwertumfang zu erfassen, der mit einer einzigen Aufnahme nicht abgebildet werden kann, weil Kamera und Wiedergabemedien über eine sehr viel kleinere Bandbreite von Hell und Dunkel verfügen. Durch Mehrfachaufnahmen entsteht dann in einem bearbeiteten Bild der Eindruck, den auch unser Auge erzeugt, das sehr verschiedene Helligkeitsstufen wahrnehmen kann und sich diesen entsprechend anpasst.

HDRI ist eine wichtige Technik etwa für Panoramaaufnahmen, weil die naturgegeben sehr unterschiedliche Lichtverteilung bei 360° Aufnahmen bei einer konventionellen Aufahme meist zu völlig unbrauchbaren Ergebnissen führt. Ähnliches gilt für Aufnahmen in Räumen, die sowohl verschattete Bereiche, als auch helle Fenster enthalten.

mehr zu HDRI auf Cybergrain.com

Besser mit Keywords

Der besseren Auffindbarkeit und Vernetzbarkeit von Bildern hat sich die Firma ONAsia verschrieben.

Für kommerzielle Agenturen hat ONAsia ein proprietäres Schlagwortsystem von 20.000 Begriffen herausgebracht, das nicht nur Synonymenverweise enthält, sondern auch Rechtschreibfehler abfängt.

Vier Jahre hat die in Bangkok beheimatete Firma an dem strukturierten Thesaurus gearbeitet.

via BAPLA News