Vom Niedergang der Schwarz-weiss-Fotopapiere…

Kolloquium des Studiengangs Restaurierung/Grabungstechnik

Prof. Floris Neusüß
Universität Kassel

Vom Niedergang der
Schwarz-weiss-Fotopapiere…

…unter besonderer Berücksichtigung ihrer Verwendung für Fotogramme

Mehr und mehr verschwindet das traditionelle Sortiment aus den Katalogen der Hersteller von Fotomaterial. Oder die Hersteller verschwinden gleich selbst. Was bedeutet dies für einen Fotokünstler, der gleichsam sein Handwerkszeug verliert, und was bedeutet das für Restauratoren, die kein Originalmaterial mehr verwenden können?

Fachhochschule für Technik und Wirtschaft
Fachbereich 5 – Gestaltung
Konservierung und Restaurierung
Audiovisuelles und Fotografisches Kulturgut
Wilhelminenhofstr. 76/77
12459 Berlin

Raum 115
Montag 20. November 2006, 17.15 Uhr

via demuseum

70 Jahre Farbfilm aus Wolfen

Vor 70 Jahren wurden in Wolfen die ersten Farbfilme produziert. Am 17. Oktober 1936 stellte der Leiter der Wissenschaftlichen Abteilung der Filmfabrik Wolfen, Prof. John Eggert in Berlin den ersten praktikablen Farbfilm der Welt – den Agfacolor-Neu-Film – vor. Somit war es erstmals in der Geschichte der Fotografie und des Films auch Amateuren möglich in Farbe zu fotografieren bzw. Schmalfilme zu drehen.

Die Gesellschaft für Fotografie e.V. (GfF), der Förderverein Industrie- und Filmmuseum Wolfen sowie das Industrie- und Filmmuseum Wolfen (IFM) laden am 14. Oktober laden zum 6. Bundesfototag ein.

Den Auftakt zum 6. Bundesfototag gibt eine Vortragsveranstaltung ab 9.30 Uhr. Zur Geschichte der Color-Umkehr-Filme in Wolfen spricht Siegfried Gahler, dann Rainer Redmann über die Entwicklung der Color-Negativ-Filme. Peter Krauss gibt einen Überblick über die Color-Positiv-Filme und der Filmhistoriker Wolfgang Kubak geht auf die Thematik Farbfilme aus Wolfen und ihre Anwendung ein. Den Abschlussvortrag hält Prof. Herward Pietsch.

Veranstaltungsseite des Museums

via demuseum

Martin Riat: Graphische Techniken

Die hier bereits vorgestellte Publikation „Graphische Techniken“ von Martin Riat ist akutell in der Version 3.0 online zugänglich.

Riat gibt eine Einführung in die verschiedenen Drucktechniken und ihre Geschichte. Der Aufbau weicht von der alten Version ab und bietet zudem einen kurzen Abriss über die modernen digitalen Verfahren.

Als gut Einführung in die technischen Verfahren der Fotografie wie Albumindruck, Edeldruckverfahren und Pigmentdruck aber auch die frühen Farbverfahren möchte ich das Werk nochmals empfehlen.

August Sander in Linz

Zus Sander-Ausstellung der SK-Kulturstiftung bringt der Kölner Stadtanzeiger einen Artikel: Anna sorgte für die Sensation.

Gegenüber den steifen Konventionen der Studiofotografie bildete sich Ende des 19. Jahrhunderts ein Gegentyp heraus: das ungekünstelte Porträt in natürlicher Umgebung. Wie die impressionistischen Maler favorisierten auch Fotografen des neuen Stils wie August Sander das „Pleinair“ – Arbeiten in freier Umgebung. Der Autodidakt aus dem Westerwald, der später vor allem für seine sachliche Dokumentation „Menschen des 20. Jahrhunderts“ im Stil der Neuen Sachlichkeit berühmt ist, betrieb von 1901 bis 1909 im oberösterreichischen Linz ein professionelles Fotostudio. Über 200 Aufnahmen aus Sanders bislang unterbelichteter Frühzeit, seinen „Linzer Jahren“, hat die Photographische Sammlung der Kölner SK-Stiftung Kultur zusammengetragen.

1904 spazierte seine Frau Anna mit rotem Sonnenschirm durch eine Landschaft in der Umgebung von Linz. Sander nahm sie in der damals technisch neuartigen Dreifarbenfotografie auf. Seine Fotografien in natürlichen Farben waren eine Sensation und ein Thema für die Gazetten – und faszinieren noch immer.

„Müssen das Ende des chemischen Films hinnehmen“

Nachdem Nikon kürzlich verkündete sich bei Kameras fast vollständig auf digitale Modelle zu konzentrieren, scheint das Ende der analogen Fotografie – so jedenfalls kommentieren zahlreiche Presseartikel die Nachricht – gekommen. Dazu sagte der Sammler F.C. Gundlach im Stern: „Wir müssen damit rechnen, dass es in zehn Jahren keinen Film mehr gibt“.

Zum Hintergrund – Nikon hat eine Presseerklärung veröffentlicht, in der eine stäkere Konzentartion auf den digitalen Fotomarkt angekündigt wird. Dazu Digital Photography Review:

Following the success of our digital line-up over the last seven years, which has resulted in more than 95% of Nikon’s UK business being within the digital area, Nikon Corporation has made the decision to focus management resources on digital cameras in place of film cameras. This decision will allow Nikon to continue to develop products that match the demands of an increasingly competitive market place.

Weitere Artikel zum Thema:
in der Welt: Fotografen rüsten sich fast nur noch mit digitaler Technik aus
in der FAZ: Traditionsmarke Konica-Minolta: Der schleichende Tod der analogen Fotografie
in der Berliner Morgenpost: Digitale Wende in der Fotografie

Fotografie und Druckgrafik

Ein interessantes Buch, auf das häufiger von Seiten verlinkt wird, die sich mit Druckgrafik beschäftigen, das aber zum Thema fotografische Verfahren die verschiedenen Techniken sehr gut erläutert.

Martin Riat:
Graphische Techniken. Eine Einführung in die verschiedenen Techniken und ihre Geschichte (Version 2.0 PDF, Burriana, Herbst 2002, Original in katalanischer Sprache). Ergänzung: aktuell ist die Version 3.0, siehe meinen neuen Post.

Das Buch gibt einen guten Überblick über die technischen Verfahren der Fotografie und steht in mehreren PDFs online zur Verfügung.

PDF1

Eine Einführung in photographische Verfahren (S. 39ff), einzelne Kapitel zum nassen Kollodiumverfahren und zum Bromsilbergelatine-Verfahren.

PDF2
Besonders interessant die Kapitel (S. 58ff):

Die Photographischen Effekte
Eberhardeffekt, Sabattier-Effekt, Solarisation, Schwarzschild-Effekt, Herschel-Effekt, Weinland-Effekt, Clayden-Effekt

Das Cliché-Verre
Photographische Kontaktkopie zur Vervielfältigung von gezeichneten Werken, wie sie die Vertreter der Barbizon-Schule verwendeten.

Die Photographischen Edeldruckverfahren
Pigmentdruck / Kohledruck, Gummidruck, Carbrodruck, Öldruck, Bromöldruck

Die Pinatypie
Ein Verfahren, das Anfang des 20. Jhs praktiziert wurde, um farbenphotographische Kopien auf Papier und auf Diapositivmaterial herzustellen: dazu gehören Dye-Transfer und Technicolor.

Bis heute ananlog

Zum 100jährigen Geburtstags des Erfinders der Minox, Walter Zapp, bringt die FAZ einen Artikel. Die Minox zeigt sich von der digitalen Revolution bislang unbeeindruckt, bis heute arbeiten die kleinen Kameras analog.

Die auf Kleinheit und Miniatursierung abgestellte Kamera, auch als „Spionagekamera“ bezeichnet, passt in eine Faust.
1936 lag der Prototyp der „Ur-Minox“ vor. Die Fertigung der 8×11 mm Film-Kamera erfolgte in einer staatlichen Radiofrabrik in Riga. 1941 floh Zapp vor der Russen nach Deutschland und gründetet 1945 mit seinem Partner Jürgens die Minox GmbH in Wetzlar. Von einem Investor ausgebootet konnte Zapp den Erfolg seiner Kamera aber nur noch aus der Ferne beobachten. Im Juli 2003 ist er verstorben.