Surreal, morbid, brillant – HDR Aufnahmen bei Spiegel Online

Die Leser von Spiegel Online treibt das HDR-Fotografieren um, nachdem es dort eine Anleitung zum Erstellen von HDRs gab: HDR-Leserfotos: Surreal, morbid, brillant:

Das Bildformat Raw erlaubt sogar prinzipiell HDR-Fotografie mit einem einzigen Foto als Quelle. So lassen sich ausnahmsweise auch bewegte Objekte erfassen, was bei einer klassischen Belichtungsreihe nicht geht. Der Trick besteht darin, dass man beim Raw-Format, das fast ausschließlich von Spiegelreflexkameras unterstützt wird, im Nachhinein die tatsächliche Belichtungszeit verlängern und verkürzen – also drei Einzelaufnahmen aus einer Raw-Datei erzeugen kann. Das Verfahren ist unter HDR-Experten jedoch umstritten, weil es nicht so einen großen Kontrastumfang ermöglicht.

Der Artikel liefer darüber hinaus Hinweise auf Tools zur HDR-Bildbearbeitung:

Interessant ist tatsächlich die Möglichkeit Mehrfachbelichtungen aus einem einzigen RAW-Bild zu errechnen, was vor allem für Innenräume mit Personen interessant sein dürfte. Inwieweit der Eingriff in die Farbigkeit der Aufnahme tatsächlich sinnvoll ist, zeigt eine ausführliche Diskussion auf panorama-community.net.

Preserving Digital Information

In Kürze erscheint:

Preserving Digital Information
Gladney, Henry
2007, Approx. 370 p., Hardcover
ISBN: 978-3-540-37886-0

Dazu aus der Ankündigung des Verlages:

Cultural history enthusiasts have asserted the urgent need to protect digital information from imminent loss. Without action, much of what has been created in digital form is likely to become unusable. Although a decade has already elapsed since this challenge was clearly articulated, nobody has described a complete procedure for preventing such loss – until now.

Leading industry consultant Henry M. Gladney outlines a technical solution and justifies its correctness and optimality. His presentation focuses on long-term digital preservation principles as a basis for producing the software that will be needed. The method described will work for any kind of digital document, multimedia file, business record collection, or scientific information, and is believed to be optimal with respect to both the quality of the preserved information and end-user convenience. Additionally, Dr. Gladney explains the requirements of the related software, and sketches how to implement it.

Preserving Digital Information presents an up-to-date description of its field, together with a solution for all technical problems identified in the pertinent professional literature. It is for archivists, research librarians, and museum curators who need to understand digital technology in order to manage their institutions; software engineers and computer scientists whose work requires sound information about digital preservation; and attorneys, medical professionals, government officials, and business executives who depend on the long-term reliability of digital records.

walkingtoyou.com: » Zukunft von IPTC und Metadaten

Auf walkingtoyou.com gibt es nach meinem Hinweis neulich einen Beitrag mit Diskussion zur Zukunft von IPTC und Metadaten. Wichtig scheint mir die Hinweise auf die Strukturierung der Metadaten, etwa mit XML sowie das Arbeiten mit Microformaten.

Bei Literaturrecherchen werden diese Mikroformate schon eingesetzt. Mit Zotero (Plugin für Firefox) können Titeldaten aus OPACs in den Browser geladen und dann wieder in Literaturverwaltungsprogramme ausgegeben werden. Feine Sache.

IPTC Sprachgewirr

Für alle, die sich (wie ich gerade) mal wieder über die uneinheitliche Bezeichnung der IPTC-Felder ärgern, bzw. eine Übersetzung deutsch – englisch suchen:

Eine gute Übersicht (dt./engl.) mit Beispielen bietet die Wikpedia. Dann gibt es bei Fotofinder eine Übersicht (PDF), die Aufschluss über die Verwendung von IPTC in verschiedenen Programmen gibt: Fofofinder.net Editor, Caption Writer II, Photohop CS2, Photoshop 7.0 und Fotostation.

BAPLA-Initiative zur Standardisierung von Metadaten in Bildern

Das Blog StockPhotoTalk hat einen umfassenden Beitrag zur Initiative der BAPLA (British Association of Picture Libraries and Agencies) die Metadaten in digitalen Bildern stärker zur standardisieren. Dazu gibt es die BAPLA Digital Guidelines v1 sowie das BAPLA Metadata Panel v1.4.

Die Guidelines setzen Qualitätsmaßstäbe für digital distribuierte Bilder. Für die inhaltlichen Metadaten gilt klar der IPTC-Standard.

Da die Erfassungsmasken für IPTC-Felder in den verschiedenen Programmen durchaus nicht einheitlich sind und auch verschiedene workflowabhängige Anforderungen bestehen, empfiehlt die BAPLA ein Minimalset aus IPTC:

  • Document Title – The image reference number
  • Creator – The photographer or originator
  • Caption – Description of image content
  • Credit – The credit line as it should appear in use
  • Licensing – Contact URL for licensor of image

Gut recherchierten Captions sowie relevanten Schlagworten wird dabei große Bedeutung zugemessen. Der BAPLA geht es schlicht um die Vereinheitlichung eines Minimalstandards. Das sind keinesfalls „kleine Brötchen“, denn die meisten dieser Kriterien werden von öffentlichen Bildarchiven vermutlich kaum eingehalten.

Um das Ganze softwareseitig zu unterstützen gibt es den Metadata Panel, der in Photoshop verwendet werden kann, zum Download.

Bilder und Geodaten

Eine Reihe von Bildarchiven arbeiten daran, die Metadaten ihrer Fotografien mit Geoinformationen anzureichern und sich damit neue Wege der Suche und Präsentation von Bildern im Web zu erschließen. Umgekehrt interessieren sich nun offenbar auch die Anbieter von Navigationsgeräten für Bilder. Wie visuell jetzt berichtet, hat Lonely Planet Images Reisebilder an Navman geliefert.

Bilder: aus 2D wird 3D

Realviz VTour erstellt begehbare Panoramen, ist auf Macnews zu lesen. VTour baut aus 2D-Bildern und Panoramen photorealistische 3D-Umgebungen in verschiedenen Formaten. Der Anwender erstellt so dreidimensionale Simulationen und virtuelle Realitäten – etwa für Videospiele oder Hintergründe für Filme. Über eine integrierte Schnittstelle lassen sich fertige 3D-Ansichten direkt in Google Earth an definierten Koordinaten einbinden. Die Software liegt aktuell in der Version 1.1 jetzt auch für Macs vor.

Der Gedanke der „Verräumlichung“ von Bildern ist momentan ein hochgehandeltes Thema. Da sind einmal Projekte wie Flickr Geotagging, die Bilder über Geokoordinaten in einen geografischen Kontext einordnen. Daneben wird an einer Verknüpfung verschiedener Bilder zu einem „räumlichen“ Ganzen gearbeitet, wie etwa auch im Projekt Photosynth, das von Microsoft in Zusammenarbeit mit der Unviersität Washington betrieben wird.

Binh Danh – chlorophyll prints

Der Künstler Binh Danh hat die Technik der „chlorophyll prints“ entwickelt und sich zueigen gemacht: Er nutzt den Prozess der Photosynthese, indem er Blätter zwischen Negativglassplatten presst und dem Sonnenlicht aussetzt. Dabei werden schemanhafte, fotografische Bilder sichtbar.

mehr auf Haines Gallery

ImageSorter zur automatischen Bildsortierung

Das Programm ImageSorter dient der automatischen inhaltlichen Sortierung von Bildern. Es nutzt die Verfahren der inhaltsbasierten Bildsuche nicht zur Suche sondern zur automatischen Sortierung großer Bildmengen. ImageSorter erzeugt damit eine Bildsortierung, die sich an den Ähnlichkeiten der Farbverläufe der Bilder orientiert. Es erkennt weder Personen noch Gegenstände oder Landschaften, eignet sich aber sehr gut, um große Bildmengen visuell strukturiert anzuzeigen und komfortabel darin zu navigieren.

Mehr auf der Seite des Zentrums für Mensch-Maschine-Kommunikation der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.

„Wie geht die Reise weiter?“ fragte ein Symposium der „Deutschen Gesellschaft für Photographie“

Die Bewahrung des Digitalen im Analogen lautete das Fazit eines Tagung der DGPh auf der diesjährigen Photokina.

Auf telepolis gibt es einen Rückblick auf die Veranstaltung: Bewahrung des Digitalen im Analogen.

Unter anderem ging es um die Haltbarkeitsprobleme bei CDs und DVDs sowie die Probleme mit Migrationsstrategien. Eine vorgestellte Lösung besteht deshalb in der Verwendung des langzeitbeständigen Ilford Micrographic Film für die Langzeitarchivierung der Bilder: „Digital speichern, analog archivieren.“

Meine Einschätzung: die analoge Langzeitarchivierung wird vor allem von klassischen Archiven favorisiert, die schon länger Dokumente mikroverfilmen und aus deren Sicht die hochauflösende Filme für die Archivierung von Bilder geeignet erscheinen. Das mag funktionieren, solange auch ein analoges Bild noch im Archiv vorliegt. Bei digital erstellten Bildern gewinnt jedoch die Frage der Zugänglichkeit der Daten an Bedeutung, d.h. ich muss nicht nur nachweisen, dass meine langzeitarchivierten Bilder qualitativ in Ordnung sind und sicher verwahrt werden, sondern auch wie ich sie wieder zurückhole, also in digitale Bilder zurückverwandele.

Das von der Fraunhofer Gesellschaft mitentwicklete Farbmikrofilmverfahren (vgl. meinen Beitrag) bietet dazu durchaus Lösungen an, doch ist damit eben wieder ein Medienwechsel verbunden. Ein digitales Bild bleibt auch in der digitalen Langzeitarchivierung ein digitales Bild und kann direkt wieder einer Nutzung zugeführt werden. Dass Migrationen organisiert sein wollen, ist natürlich die Voraussetzung.

Ein von Archivierungsdienstleistern häufig vorgebrachtes Argument sind die laufenden Kosten für Migrationen. Doch sollte man nicht vergessen, auch wenn ich meine Bilder auf Mikrofilm habe, muss ich sie ja doch noch digital mitführen. Niemand wird digital erstellte Bild löschen wollen, nur weil sie auf Mikrofilm sicher verwahrt sind.

Mikrofilme sind sicherlich ein probates Mittel, wenn man Langzeitarchive als abgeschlossenes System ansieht, auf das nur selten zugegriffen wird. Ein solches System kann aber immer nur eine zusätzliche Sicherheit bieten, keinesfalls aber die digitale Speicherung der Bilder (und die digitale Langzeitarchivierung ist ein Teil davon) ersetzen. Migriert werden muss also auch weiterhin.

Ein gute Einführung in die digitale Langzeitarchivierung ist der (wenn auch nicht mehr neue) Beitrag des Instituts für Medienwissenschaft der Universität Basel: Digitale Archivierung von fotografischen Sammlungen – Ein Grundlagenbericht . Auch die Seite des Instituts informiert darüber, wie digitale Speicherung und Mikorverfilmung kombiniert werden können: Langzeit-Archivierung.

freundlicher Hinweis auf den Beitrag in telepolis von Andreas Klingebiel