Bitte Computerkurse für Politiker!

Spiegel online weist in zwei Artikel auf die katastrophale Arbeit der Bundesregierung in Sachen Urheberrecht und IT-Sicherheit hin:

Auf die mangelnde Kompetenz und Ignoranz der Politik in Sachen Internet und IT hatten ja schon die Kinderreporter hingewiesen. Das sollte sich vielleicht jeder noch mal irgendwo bookmarken, damit man’s bis zur nächsten Wahl nicht wieder vergessen hat.

Urheberrecht und Architekturaufnahmen

Archivalia hatte neulich einen Hinweis auf einen Beitrag von Claude Mignot Droits sur l’image, droit à l’image: l’image architecturale (Les Nouvelles de l’INHA 28, März 2007, S. 2f): Archivalia: Architekturbilder kostenpflichtig.

In Frankreich sorgen sich allerhand Personen und Einrichtungen um die Rechte von Architekturaufnahmen. So will die Corbusier-Stiftung die Rechte für Aufnahme aller Bauten von Corbusier für sich in Anspruch nehmen, gleichzeit wolle auch die Besitzer der Gebäude, seien es der Staat oder Private, ein Scheibchen vom Vewertungskuchen. So privatisiert man also den öffentlichen Raum, damit keiner zur kurz kommt.

In dem Artikel gibt es auch einen Beitrag auf die rechtlich ebenso schwierigen Situation in Italien. Dazu auch: Codice dei beni culturali e del paesaggio, Decreto Legislativo 22 gennaio 2004, n. 42 (ex Legge Ronchey).

Nord/LB steigt bei CeWe Color ein

Zwischen CeWe Color – dem gößten europäischen Dienstleister im Massenmarkt digitaler Prints – und mehreren am Unternehmen beteiligten Hedgefonds gibt es derzeit eine rigorose Auseinandersetzung um die Strategie beim Ausbau der digitalen Fotografie. In dieser Situation versucht die Nord/LB das Unternehmen durch Aktienkäufe zu stützen.

via Financial Times Deutschland

Scuola di etnografia visiva

Das Istituto Superiore di Fotografia e Comunicazione Integrata bietet ein neues Angebot unter der Leitung von prof. Francesco Faeta: Scuola di etnografia visiva – Fotografia, cinematografia e video per la ricerca etnografica e antropologica (SEV).

Es geht um die kritische Reflexion der ethnografischen Praxis wie auch um den kritischen Umgang mit audiovisuellen Dokumenten in der ethnografischen Forschung. Vermittelt werden die Geschichte und Theorie der visuellen Ethnografie. Für die regelmäßige Teilname gibt es eine Teilnahmebestätigung, für eine Abschlussarbeit von entsprechender Qualität das diploma di specializzazione.

Die Vorlesungen finden wöchentlich zwischen März und Juni 2007 statt. Das Angebot richtet sich an Studenten mit bereits abgeschlossener oder zumindest fortgeschrittener Ausbildung. Die Kursgebüren belaufen sich auf € 3.500.

via lista s-fotografie
weitere Informationen auf www.visualanthropology.net (PDF)

Smithonian Institute und Corbis

Für den Vertrieb von Bildern gehen staatliche Einrichtungen immer häufiger eine Allianz mit kommerziellen Bildanbietern ein. In Deutschland schielt man vielleicht noch etwas verschähmt in diese Richtung, in Großbritannien und vor allem den USA gibt es Allianzen dieser Art im großen Stil. Wie Digit Online jetzt berichtete, hat das Smithonian Institute eine entsprechende Vereinbarung mit Corbis getroffen.

Die Zugänglichkeit von Bildern wird dies im ersten Schritt sicherlich erhöhen, da es öffentliche Einrichtungen vielfach nicht geschafft haben, ihre Bilder im großen Stil online bereit zu stellen. Jedenfalls in Deutschland gibt es immer noch eine Reihe wichtiger Fotosammlungen, die keinerlei online-Recherche anbieten. Allerdings wird dieser Mangel am Ende zu Lasten des zahlenden Nutzers gehen.

Rundbrief Fotografie N.F. 52

Unter der Überschrift „Immer nur Dresden?“ erläutert Mit-Herausgeber Wolfgang Hesse die dort seit etwa zehn Jahren intensiv stattfindenden fotohistorischen und mediengeschichtlichen Aktivitäten mit Tagungen, Restaurierungen, Ausstellungen und Publikationen. Anlaß ist die hiervon geprägte Zusammensetzung des Hefts selbst, mit dem der 13. Jahrgang der Fachzeitschrift für „Analoge und digitale Bildmedien in Archiven und Sammlungen“ – so der Untertitel – abgeschlossen wird.

Der Beitrag von Brigitte Kuhl und Oliver Sander (Koblenz) veröffentlicht unter dem Titel „‚Der Sozialismus siegt‘ oder der ,offizielle Blick‘. Die fotografische Überlieferung der DDR im Spiegel eines Bundesarchiv-Bestands“ ihr Referat bei der Tagung „Nachbilder. Fotografie in der DDR vom 23./24. Juni 2006 in der Sächsischen Landesbibliothek;

Marc Rohrmüller, Kerstin Delang und Jens Bove (Dresden) erörtern die Erschließung eines 360.000 Negative umfassenden Fotografennachlasses, die Beispiel sein kann für andere Sammlungen mit Massenbeständen: „Von der Ordnung einer Bilderwelt. Die Digitalisierung des Pressearchivs Höhne/Pohl in der Deutschen Fotothek“;

Carolin Förster (Berlin) bespricht die von Wolfgang Hesse und Katja Schumann kuratierte Ausstellung „Mensch! Photographien aus Dresdner Sammlungen“, die im Sommer im Dresdner Kupferstich-Kabinett zu sehen war und den Versuch unternommen hatte, einen Querschnitt durch 30 örtliche Bestände als Fotoanthropologie in eine sinnlich erfahrbare Ausstellungsform umzusetzen;

Gilbert Lupfer (Dresden), bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit Provenienzforschung befaßt, rezensiert die Publikation von Birgit Schwarz: Hitlers Museum. Die Fotoalben Gemäldegalerie Linz: Dokumente zum Führermuseum, Wien u.a. 2004;

Alma Melchers (Freiburg i.Br.) schließlich referiert die zwölf Beiträge der Tagung „Nachbilder“, von denen außer dem von Kuhl/Sander sechs weitere in Heft 102 der Zeitschrift „Fotogeschichte“ erscheinen werden.

Hinzu kommen als ausführliche Darstellungen in den Rubriken „Literatur“ und „Fortbildung“:

Fritz Franz Vogel (Wädenswil) rezensiert Helge Gerndt, Michaela Haibl (Hg.): Der Bilderalltag. Perspektiven einer volkskundlichen Bildwissenschaft, Münster 2005;

Dorothea Peters (Berlin) berichtet über die Berliner Debatte von Herbert Molderings und Gerhard Pfennig vom 18. Januar 2006 über „Negativ, Vintageprint, Reproduktion – Fotografie, Kunst und Urheberrecht“;

Roswitha Neu-Kock stellt die Bonner Frühjahrstagung der Medienarchivare der Fg7 im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare vom 24.-26. April 2006 unter dem Titel „Archive, Zeit & Zeichen – Digitale Mediendokumentation zwischen Bestandsmanagement und integrierter Produktion“ vor;

Calin Mihai (Frankfurt a.M.) referiert die „Zwischenbilanz von ,nestor'“ als Allianz für Deutschlands digitales Gedächtnis (19. Juni 2006 in Frankfurt a.M.);

Sebastian Pranghofer (Durham) erörtert wesentliche Sektionen des Konstanzer Historikertags „GeschichtsBilder“.

Eingeleitet wird das Heft wie immer durch die Kolumne „Ein Bild“, in der dieses Mal Gabriele Betancourt Nuñez (Hamburg) unter dem Titel „Natascha A. Brunswick – wie ich es sah“ über eine Fotografie um 1930 und die Emigrationsbiografie ihrer Autorin schreibt.

Informationen über alle erschienenen Hefte der Zeitschrift sowie Bestellungen unter www.rundbrief-fotografie.de

via DEMUSEUM