Nochmal: Open Raw

Ein weiterer Artikel zur Frage eines offenen Standards für das Raw-Format von Bildern von Michael Reichmann und Jürgen Specht. Streckenweise durchaus scharf formuliert (zurecht). Aus der Perspektive der Bildarchive ist dies ein drängendes Problem.

Historische Karten – Unibibliothek Amsterdam

Die Kartensammlung der Universitätsbibliothek von Amsterdam besticht durch die Qualität der digitalisierten Karten. Allerdings funktioniert die Navigation innerhalb einer Karte nicht sehr präzise und die Ladzeiten erfordern schon etwas Geduld.

Allen die sich für historische Karten im Web interessieren, möchte ich deshalb den Bildserver Diglilb empfehlen, der eben Präzision und Schnelligkeit liefert.
Ein Fresko Giottos im Vierungsgewölbe der Unterkirche von Assisi kann praktisch schon mit einer guten Gesamtansich so navigiert werden, dass alle gewünschten Ausschnitte aufgerufen werden können. Das funktioniert über den Button „zoom area“, der den Mauszeiger zum Werkzeug macht und mit dem der gewünschte Ausschnitt dann „gezogen“ werden kann.

Digilib läuft einfach deshalb so schnell, weil an den Nutzer immer nur die tatsächlich benötigten Bilddaten geschickt werden, d.h. alle Gesamtansichten oder Ausschnitte werden on-the-fly als PNG aus dem 20 MB großen TIFF berechnet.

Das ganze beruht auf festen URLs, ist also als Resource zitierfähig, solange die Domain stabil bleibt. Referenziert wird in Digilb über den Button „reference“, der die entsprechende URL liefert, und das alles Open Source.

Einzige Macke: Digilib funktioniert in der von uns verwendeten Version mit Firefox und Microsoft IE, aber nicht mit Safari, aber das gilt auch für das oben genannte Angebot.

Warum Open Source?

Die Frage „Open Source oder nicht?“ sollte keinesfalls unter „ideologischen“ Vorzeichen diskutiert werden. Hier geht es nicht um Lizenzkosten – diese verusachen meist nicht einmal 20% der Kosten in IT-Projekten. Die Überlegungen sollten vielmehr in den Andorderungen des Projekts selbst wurzeln, d.h. am Anfang steht die Analyse der nötigen Funktionalitäten und Eigenschaften, die eine Software mitbringen sollte. Ist eine kommerzielle Software vorhanden, die dem geforderten Profil entspricht, wird die Wahl dieses Produkts die naheliegende Entscheidung sein.

Ist jedoch keine geeignete Software auf dem Markt, muss in eine Neuentwicklung oder Weiterentwicklung bestehender Systeme investiert werden. In einem solchen Fall ist Open Source eine ernsthafte Alternative, umso mehr im Bereich von Kulturprojekten der öffentlichen Hand, denn hier kann es nichtdarum gehen, sich einen „Marktvorteil“ zu verschaffen, sondern Resourcen optimal zu nutzen.
Die Nachnutzung bereits bestehender Open Source Lösungen bietet die Chance, sich bei einer Entwicklung auf die Anpassung bestehender Systeme an die eigenen, spezifischen Bedürfnisse zu konzentrieren.

weitere Links zum Thema:

Open Source bei der NASA: Nachricht bei Heise