Die Erinnerung an das Jahr 1945 – die Niederlande

Ein Ausschnitt des Archivs des des Nederlands Fotomuseum ist derzeit über die Seite Het Geheugen van Nederlandsdie Erinnerung der Niederlande erreichbar. In diesem Auftritt sind verschiedene Fotobestände zusammengefasst, u.a. eben auch die illegalen Fotografien aus der Zeit der deutschen Besatzung.

Gesucht werden kann nach den Protagonisten der Gruppe der verstecken Kamera: Oorthuys, Sibbelee, Breijer, Huizinga, Meijboom, Lamberts, van Wijk, und weiteren Personen, z.B. „Wilhelmina“.

Für Sachschlagwörter benötigt man allerdings Niederländischkentnisse oder muss ein Wörterbuch zu Rate ziehen: z. B. für „Kinderen“. Daneben bietet die Suche Felder für Ort und Zeit. Die Suche nach „1945“ liefert immerhin rund 3800 Treffer.

Eine äußerst sinnvolle Funktion der Datenbank: ruft man die Vollanzeige eines Einzelbildes auf, werden rechts unter dem Bild verwandte Schlagworte gelistet, was das Suchen nach ähnlichen Motiven sehr erleichtert.

Das Bildarchiv des NIOD (Netherlands Institute for War Documentation) ist ein weiterer wichtiger Archivbestand mit über 350 Einzelsammlungen zum Zweiten Weltkrieg.

Die Online-Suche in der Fotosammlung hält immerhin auch Auswahllisten mit Keywords und Personennamen bereit, auch wenn man sehr viel Geduld benötigt (einige Minuten!), bis die Liste geladen ist. Immerhin findet der Benutzer – so er denn die Seite nicht bereits verzweifelt verlassen hat – mit „‚Dolle Dinsdag'“ Bilder zum Abzug der deutschen Besatzer.

Bilder zum Hungerwinter 1944/1945 finden sich mit „hunger winter“ oder „food droppings“. Gute Treffer liefern auch „german occupation“, „photography“, „razzia“, „illegality“, „organized resistance“. Leider sind nicht alle Keywords der Listenauswahl tatsächlich mit Fotodokumenten verknüpft.

Die Erinnerung an das Jahr 1945 – Großbritannien und die USA

Zum 60. Mal jährte sich das Ende des Zweiten Weltkriegs, zum Ausklang dieses Jahres möchte ich hier eine Übersicht über die Webangebote der westeuropäischen und amerikanischen Bildarchive geben. In fast allen Fällen ist nur ein Bruchteil der Sammlung digital im Netz verfügbar. Die folgenden Beschreibungen für Suchen sind keineswegs systematisch, können aber als Einsteig für eine weitergehende Beschäftigung mit den Bildarchiven dienen.

Großbritannien

Das Imperial War Museum besitzt einen immensen Fundus an Bildern – zu allen kriegerischen Konflikten sind es über 6 Millionen. Die Datenbank der Fotosammlung ist nach Themen nicht gerade bequem zu durchsuchen (kein kombiniertes Suchen innerhalb von Subjects), dann schon eher nach bekannten Fotografennamen, auf die das Suchformular zumindest einige Hinweise gibt: Brooks, Beaton, Keating, Lewis, Nicholls. Weitere zum Ausprobieren: Handford, Wilson.

Die Sammlung beinhaltet u.a. Aufnahmen der befreiten Lager in Bergen-Belsen und Buchenwald. Interessante Ergebnislisten liefern folgenden Subject-Suchen: „rhine“ oder „wesel“ (Rheinüberquerung der Alliierten), „cassino“ (Schlacht um den Monte Cassino) (mehr dazu), und „d-day“ (Landung in der Normandy).

USA

Im amerikanischen Pendant, den National Archives, werden die Fotos der Signal Corps – der amerikanischen Armeefotografen – aufbewahrt. Mit der Suche in der Datenbank über ARC werden allerdings auch Bilddokumente getroffen, die leider noch nicht digital vorliegen, etwa die Aufnahmen der alliierten Sammelstellen für Kunstwerke (Suche „central collection point“) in Wiesbaden und München.

Durch anhaken einer Box und Beschränkung auf „Photographs and other Graphic Materials“ kann die Suche auch auf Dokumente mit digitalen Bildern eingeschränkt werden. Interessante Keyword-Suchen: „dachau“, „remagen“, „atomic bomb“.

Mit dem Einmarsch der Alliierten sind auch einige Bilder Heinrich Hoffmanns in die Sammlung gelangt. Allerdings muss der Benutzer so schlau sein, sie unter „heinrich hoffman“ zu suchen. ;-) Eine alte Erfahrung mit alliierten Archiven: in Datenbanken sind korrumpierte Namen schwer zu finden.

University of Wisconsin Digital Collections

Unter den Digital Collections der University of Wisconsin, befinden sich auch einige Fotosammlungen, auf die ich hier aufmerksam machen will.

Teil der History Collection sind Fotografien des Ersten Weltkriegs (Images of World War I Collection). Die rund 200 Fotografien sind Teil eines Albums, das der deutsche Soldat Jako Sitzmann angelegt hat. Die deutschen Titel wurden mit in die Dokumentation übernommen.

Das Memorandum über die Befreiung des Lagers Dachau (1945?) ebenfalls Teil der History Collection, enthält ebenfalls einiges Bildmaterial.

Neu hinzugekommen ist schließlich die East Asia Collection.

Teil dieser Sammlung ist eine Fotodokumentation des US Army’s 15th Infantry Regiment (Can Do Regiment), das von 1911 bis 1937 in China stationiert war. Die Truppen kamen als Schutztruppen in Folge der Revolution 1911 nach China. Diese als Tianjin Collection bezeichnete Sammlung, enthält Aufnahmen aus den 1920er und 1930er Jahren.

Daneben hat der Amerikaner Holmes Welch (Holm Welch Collection) mit starkem landeskundlichem Interesse in China fotografiert, unter diesen Aufnahmen sind vor allem buddistische Tempel und Riten zu nennen.

Fotonachlässe im Staatsarchiv Freiburg

Ein Hinweis in Archivalia:
Ein sehr lesenswerter Vortrag von Kurt Hochstuhl zur Vermarktung von Fotonachlässen (S. 18ff):

Der Autor berichtet über die positve Erfahrungen mit Fotosammlungen im Staatsarchiv Freiburg mit den Nachlässen von Willy Pragher und Sepp (Joseph) Allgeier. Vor allem der Nachlass Praghers hat bereits in der Vergangenheit einige Aufmerksamkeit erfahren.

Praghers Sammlung, die 1993 in das Archiv gelangte, umfasst rund 1 Millionen Bilder. Der freiberuflicher Fotograf war seit 1932 als in der Landeshauptstadt Berlin tätig, hat aber auch im Ausland fotografiert. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges, als er als Werbegrafiker in Rumänien arbeitete, entstanden allein 10.000 landeskundliche Aufnahmen zu Rumänien. Seit 1949 war Pragher in Freiburg als Fotograf tätig, wo er 1992 verstorben ist.

Der Nachlass von Sepp (Joseph) Allgeier, einem der Pioniere des Berg- und Sportfilms – Allgeier arbeitete u.a. zusammen mit Riefenstahl – umfasst ca. 4.840 Aufnahmen, die komplett digitalisiert wurden. Allgeier verstarb 1968 in Freiburg.

Die von Hochstuhl erwähnten Vermarktungsstrategien sind in ihrer Zusammenwirken durchaus logisch: Buchprojekte, das Internet sowie eine Ausstellung.

Was die Bereitstellung digitaler Bilder angeht, hat das Archiv im Fall des Pragher-Bestandes die Kooperation mit einer kommerziellen Bildagentur gesucht, doch steht diese Zusammenarbeit behördlicherseits auf dem Prüfstand.

Bislang sind nur die als Appetizer eingestellten Fotografien online verfügbar, die aber nur einen Bruchteil des Gesamtbestandes darstellen, themenbezogen sind das:
Baden-Würtemberg: gesamt 400.000 – eingestellt 50
Berlin 20er und 30er Jahre: gesamt 15.000 – eingestellt 20
Nationalsozialismus: gesamt 5.000 – eingestellt 16
Fotoreisen: gesamt 400.000 – eingestellt 15

Die Kooperation mit einem kommerziellen Anbieter ist sicherlich ein denkbarer Weg, Bilder im Web verfügbar zu machen. Den rechtlichen Rahmen sowie die Bemessung von Kostenaufwand und zu teilendem Profit, kann ich aus meiner Warte nicht beurteilen, doch stellt sich das Problem aus Nutzersicht folgendermaßen:

Kommerzielle Bildbarchive machen die Zusammensetzung ihrer Sammlung erfahrungsgemäß wenig transparent. Sie bedienen Kunden, die in der Regel mit sehr konkreten Suchanfragen kommen. Diese suchen nach konkreten Motiven und sind weniger an Sammlungszusammenhängen interessiert. Kommerzielle Anbieter richten sich an Kunden, die Bilder zu Illustrationszwecken suchen. Die Zusammensetzung ihrer historischen Teilarchive machen sie nach außen kaum sichtbar. Eine Zusammenfassung welche historischen Sammlung in den Bildpools von Getty und Corbis aufgegangen sind, wird man dort vergeblich suchen und das ist auch bei kleineren Bildagenturen oft nicht anders. Ein öffentliches Archiv definiert sich dagegen gewissermaßen aus der Summe seiner Teilsammlungen.

Vor dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrung mit der Aufarbeitung eines Fotonachlasses habe ich das bestehende Webangebot des Pragher-Archivs durchgesehen:

Aus meiner Sicht ist die Integration von Fotosammlungen in das Informationsangebot klassischer Archive ein grundsätzliches Problem, indem der Nutzer möglichst erst über die Findbücher geschickt wird. Tatsächlich kann ein nichtwissenschaftlicher Nutzer oder einer mit wenig Vorwissen kaum erkennen, was sich thematisch hinter einem Bestandsnamen verbirgt und in welchen Teilbeständen überhaupt Bilder zu finden sind.

Dabei sind die Bestandslisten im Webangebot des Landesarchvis Baden-Württemberg keineswegs einheitlich. Die Bestandsübersicht des Staatsarchivs Freiburg enthält den Eintrag „W134 Sammlung Willy Pragher I“, weitere Teilsammlungen dieses Bestandes sind nicht gelistet, sie können aber über die „Übergreifende Suche“ recherchiert werden, ein Zustand, der für den Benutzer wenig transparent ist.

Für die Suche im Pragher-Bildbestand stehen dem Benutzer alphabetische Listen für Personen, Sachthemen und Orte, aber auch eine Freitextsuche zur Verfügung, so dass recht differenziert gesucht werden kann. Aus einzelnen Treffern der verschieden Suchen kommend, kann immer wieder in die Strukturansicht (verwandter Aufnahmen) gewechselt werden, auch wenn man etwa per Freitextsuche recherchiert hat, eine Möglichkeit, die sehr schön den Zusammenhang einer einzelnen Aufnahme zum Teilbestand deutlich werden lässt.

In der Art wie Suchergebnisse dargestellt werden, zeigt sich einmal mehr der Gegensatz zwischen kommerziellen Bildarchiven und klassischen Archiven. Während erstere auf ein visuelle Orientierung des Nutzers zielen, zeigen die Treffer im Pragher-Bildbestand erst einmal die Metadaten, bevor der Nutzer auch zum Bild findet. Man kann sich eben manchmal des Eindrucks nicht erwehren, dass Archive ihr Bildmaterial etwas stiefmütterlich behandeln.

In puncto Transparenz lässt die Menüstruktur etwas zu wünschen übrig. Inhaltliche Seiten wie etwa der Lebenslauf des Fotografen werden hinter wenig aussagekräftigen Menüpunkten wie „Übersicht“ versteckt.

Die Chance einer Website mit Datenbankanbindung besteht sicherlich darin, einen Bildbestand der Öffentlichkeit stärker zugänglich zu machen. Das könnte im Freiburger Fall noch etwas besser gelingen, wenn das Datenbankangebot enger mit redaktionellen Seiten verbunden wäre, etwa weiteren Informationen zu Praghers Fotoreisen und einzelnen Werkgruppen innerhalb des Bestandes. Solche Seiten machen das Angebot nicht nur benutzerfreundlicher sondern überhaupt besser auffindbar. Die Seite wird von Suchmaschinen vielfältiger indiziert und damit unter inhaltlichen Gesichtspunkten besser auffindbar.

Diese Kritik soll die Qualität dieses Angebots insgesamt nicht in Zweifel ziehen. Es wäre zu wünschen, dass mehr Archive so offensiv mit ihren Bildbeständen an die Öffentlichkeit gehen.

Die Library of Congress lässt Frauen wählen

Der San Fracisco Chronicle berichtet über eine fotohistorische Ausstellung der Library of Congress zum Thema Frauenwahlrecht. Anlass ist das 85jährige Bestehen des Frauenwahlrechts.

Die 448 Fotos der Ausstellung umfassen eine Zeitraum von 130 Jahren und stellen eine Auswahl aus der Sammlung der National Woman’s Party (insges. 2650 Aufnahmen) dar.

Die online-Ausstellung stellt den Bildbestand zum Thema nicht nur im Web zur Verfügung, sondern liefert ergänzende Essays, eine Porträtgalerie und eine Timeline.

3D im Web

Animierte Bilder sollen auch im wissenschaftlichen Anwendungen nicht fehlen, so jedenfalls geht der Trend. Dabei wird einiges in die Erstellung von 3D-Modellen investiert. Tatsächlich sind viele Projekte jedoch was die Bildqualität und Navigation anbelangt ziemlich unzulänglich, ganz zu schweigen von dem Problem des Nutzers ohne Rechte auf dem Dienst-PC das nötige Plugin zu installieren.

Aufgrund der nicht unerheblichen Kosten für 3D-Modellen sollten Erkenntinisgewinn und Kostenaufwand einer strengen Prüfung unterzogen werden.

Ein vernünftigen Mittelweg bieten mit Quicktime animierte Modelle, die die Koordinaten eines 3D-Objektes bereites in einen Film umgesetzt haben und damit geringerer Anforderungen an die Hardware des Nutzers stellen.

Daneben bietet die Fotografie einige Möglichkeiten durch bewegbare Bilder einen räumlichen Überblick zu verschaffen. Voraussetzung sind entsprechenden Kameras, bzw. Stitching-Software, mit der sich Bilder zusammen setzen lassen.

Über die Möglichkeiten der Verknüpfung mehrerer Quicktimes über Hotspots informiert schnell und verständlich die Seite der Humboldt-Uni.

Als absolut gelungenes Beispiel für Bildqualität der Blick über Paris (ein Hinweis von Netbib). Auch das zoomen (shift) macht hier richtig Spaß. In einem solchen Fall ist mit einer 360° Fotografie sehr viel mehr anzufangen, als mit einem Modell.

Farbdiaarchiv zur Wand- und Deckenmalerei

Unter dem Titel Dokumentation, Digitalisierung, Kunstgeschichte. Das „Farbdiaarchiv zur Wand- und Deckenmalerei“, 1943-1945 veranstaltet das Zentralinstitut für Kunstgeschichte eine Fachtagung zum sog. „Führerauftrag“.

Dokumentation, Digitalisierung, Kunstgeschichte
Das „Farbdiaarchiv zur Wand- und Deckenmalerei“, 1943-1945
Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München
21.-22. Oktober 2005

Historische Fotografien im Web

Ich habe einer festen Seite eine Auswahl historischer Bildarchive online zusammengestellt, die als Einstiegsseite für Recherchen dienen kann. Kriterium für die Linkliste ist: die Sammlung verfügt über historisches Bildmaterial und bietet zumindest rudimentäre Recherchemöglichkeiten online an.

Kurzes Fazit ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Die amerikanischen Seiten sehen zwar manchmal etwas bürokratisch aus, sind aber stark inhaltsorientiert und erschließen zahlreichen Datenbanken.

Französische Seiten sind chick designed mit zum Teil ganz guten Recherchemöglichkeiten.

Britische Seiten bieten einen guten inhaltlichen Einstieg. Der Nutzer purzelt nicht gleich in das Formular für die Datenbankabfrage, sondern bekommt erst einmal durch kleine Artikel und Übersichten Appetit auf mehr.

Bei musealen Fotosammlungen schaut es eher mager aus. Die größten deutschen Sammlungen bieten lediglich eine summarische Beschreibung ihrer Bestände. Da wäre schon eine alphabetische Künstlerliste ein echter Fortschritt.

Bildarchive und vor allem Bibliotheken sind da ungleich besser positioniert. Dort wird offensichtlich weniger über Webdesign, als über das Erschließen von Inhalten nachgedacht.

Amassing a Treasury of Photography

Die New York Times mit einem Artikel über das Photomuse-Projekt

Das George Eastman House in Rochester und das International Center of Photography in Midtown New York City kooperieren beim Aufbau einer der größten Online-Fotosammlungen.

Die Website von Photomuse ist bislang nur eine Testseite, soll aber in Zukunft, d.h. 2006, fast 200.000 Fotografien frei zugänglich machen. Neben Masse wird diese Datenbank aber auch Qualtiät bringen, sie verspricht illustre Namen wie Stieglitz, Weegee und Lewis Hine.

An differenzierten Suchmöglichkeiten – Autor, Keywords, technische Charakteristika – wird gearbeitet. Die Bilder sollen frei zugänglich sein. Zusammen anderen öffentlichen Einrichtungen arbeitet Archimuse an einem großen virtuellen Fotomuseum im Web.

Eastmann hat bereits fast 140.000 Fotografien digitalisiert, das International Center of Photography über 30.000.

Sammlung Hoffmann

Die Bilddatenbank der Bayrischen Staatsbibliothek mit dem Archiv Hoffmann behandelt eine Rezension bei H-Soz-u-Kult. Etwas knapp geraten in dieser Besprechung allerdings die eigentlichen Inhalte der Datenbank. Zur Sammlung Heinrich Hoffmanns wären einige Worte zu deren Inhalten hilfreich gewesen, noch weniger helfen für Recherchen allerdings die Beschreibung von Design und Benutzerführung.

Neben zahlreichen Personenaufnahmen Hitlers und seiner Umgebung enthält das Archiv Hoffmann etwa architekturhistorisch interessante Aufnahmen von den Bauaktivitäten der Nationalsozialisten am Münchner Königsplatz, die Entstehung von Führerbau, Verwaltungsbau (Kartothek mit der Kartei der Parteimitglieder!) und Ehrentempeln bis hin zu einer 1955 entstandenen Aufnahme Hoffmanns mit spielenden Kindern auf dem Gelände der gesprengten Ehrentempel.

Interessant auch die Aufnahmen der NSDAP Reichsgeschäftsstelle in der Schellingstraße mit dem Atelier Heinrich Hoffmanns.

Mit der Suche nach „Reichsparteitag“, findet man nicht nur die bekannten Aufnahmen von 1933, sondern auch die älterer Reichtsparteitage, die für die Entwicklung propagandistischer Großveranstaltungen durchaus interessante Vergleiche bieten.
Vom Reichsparteitagsgelände gibt es Aufnahmen aus der Bauzeit, Besichtigungen der Baustelle und des Neusbaus, aber wenig echte Architekturaufnahmen, mit der Dokumentation des Geländes war vielmehr Walter Hege beauftragt worden. Von Hege stammen auch einige wenige Aufnahmen von den Ehrentempeln am Münchner Königsplatz.

Weitere Großbauten des NS-Regimes im Bildbestand sind die der Neuen Reichskanzlei in Berlin (Suche mit „RKL“!), das Haus der Deutschen Kunst, die Reichsautobahnen, Berghof (Inneneinrichtung!) und Haus Wachenfeld auf dem Obersalzberg, die Ordensburgen in Croessinsee und Sonthofen, das Reichsluftfahrtministerium, die Mangfallbrücke, das KdF-Seebad Rügen; schließlich die Bauten der Olympischen Spiele: das Olympische Dorf, das Polofeld und das Olympiastadion.

Nicht zu vergessen die Porträts der NS-Architekten: Albert Speer, Paul Ludwig Troost, Werner March.

Wer denn gleich alles auf einmal will, kann über Suche nach Sigel „65“ (Sigelliste auf der Einstiegsseite) auch alle relevanten Fotografien zum Thema Architektur in der Datenbank treffen, das sind dann allerdings mehr als 2700 Treffer.

Die Suche über die Sigelliste bietet tatsächlich den einzigen thematischen Einstieg in die Datenbank, bei dem der Benutzer nicht schon die passenden Suchbegriffe selbst mitbringen muss. Interessant etwa die Bilddokumente zu den Auslandsbeziehungen des nationalsozialistischen Deutschlands, die sich mit „01“ für Italien suchen lassen.

Ein Desiderat für weitere Forschungen: Die im Archiv Hoffmann enthaltenen älteren Aufnahmen stammen laut Sachsse, „Erziehung zum Wegsehen“, S. 394 aus Bildarchiven jüdischer Fotografen, die Hoffmann systemtaisch für seine Bildagentur aufgekauft hat. Um diesem Punkt nachzugehen bietet die Datenbank der BSB aber keinerlei Grundlage.

Zwar liefert die Suche über Ort = Berlin und nicht Künstler = Hoffmann, eine Reihe von Treffern, zu denen jedoch häufig kein Urheber bekannt ist. Aus größeren Bildarchiven finden sich in dieser Trefferliste etwa Atlantic und Scherl. An dieser Stelle wüsste man deshalb gern mehr und es rächt sich, dass keine Indizes hinterlegt sind, die dem Benutzer Orientierung bieten würden, welche Fotografen in diesem Archiv vertreten sind.

Was gibt es sonst noch zu Hoffmann?
Laut Fotografendatenbank der Piag liegen die Nutzungrechte am Bestand Hoffmann zum Teil beim Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin, ein Teil des Nachlasses befindet sich bei akg-images. Sonst nützlich auch die Seite zu Hoffmann beim Deutschen Historischen Museusm, die ihn ebenfalls unter ihren Fotografen listen.

Fotografie als regionales Gedächtnis – Pixelprojekt Ruhrgebiet

Die Seite des Pixelprojekts Ruhrgebiet zeigt verschiedenen Positionen der Fotografie im Ruhrgebiet. Interessant ist wie Fotografie zur Identität einer Region beiträgt, wie auch die Qualität der dort enthaltenen Bilder.

Die Website ist gut strukturiert, knackig und schnell, auch wenn den Nutzer im Intro erst einmal alles um die Ohren fliegt. ;-)
Es wäre jedenfalls wünschenswert, wenn dieses Angebot im Web längerfristig Bestand hätte.

Das Projekt ist im vergangenen Jahr mit 34 Fotografen gestartet. Am 2. Mai 2005 werden die Arbeiten von 39 weiteren Fotografen freigeschaltet werden (insgesamt dann 1.719 Fotografien), verbunden mit einer Ausstellung im Wissenschaftspark Gelsenkirchen.

Termin:
Ausstellungseröffnung & Freischaltung der Neuaufnahmen
2. Mai 2005, 19.30 Uhr
Wissenschaftspark Gelsenkirchen