Das Erdbeben von San Francisco

Das Erdbeben, das am 18. April 1906 die Stadt San Francisco heimsuchte, war eine der erste Naturkatastrophen, die fotografisch umfassend dokumentiert wurden.

Über 15.000 Aufnahmen, die die Zerstörungen verschiedener Erdbeben dokumentieren, befinden sich heute in der Karl V. Steinbrugge Collection des National Information Service for Earthquake Engineering (NISEE) an der University of California in Berkeley. Die Sammlung ist digitalisiert und online zugänglich.

Das dort recherchierbare Material zum Erdbeben von San Francisco ist zu einem guten Teil anonymes Material. Dokumentierte Fotografen sind: Arnold Genthe (vgl. die Sammlung Genthe bei der LoC), Doc Rogers, Walter L. Huber (vgl. die Huber Collection der University of Berkeley) und John Casper Branner.

via BAPLA News

Picturebâle präsentiert historische Fotografien

Picturebâle hat als jüngste Erweiterung des online Angebots das Projekt Historische Fotos aufgelegt.

Die in Basel ansässige Agentur hat einen starken regionalen Fokus. Sie übernimmt Bildbestände aus der Zeit zwischen 1968 und 1990 und macht diese auf ihrer Website recherchierbar.

Mit diesem Projekt will Picturebâle nicht nur historische Bilder der Öffentlichkeit zugänglich machen, sondern auch die Nachlässe älterer für die Agentur tätiger Fotografen sichern helfen.

via visuell 02/06

Agence Roger Viollet bei Ullsteinbild

Die Agence Roger Viollet hat eine neue Website. Zudem ist die Sammlung nun auch über Ullsteinbild recherchierbar. Die Bilder sind dort mit englischen Captions versehen.

Die Agence Roger Viollet besitzt einen historischen Bestand von 500.000 Bildern. Als Appetizer der Hinweis auf die folgenden Themengebiete:

  • Paris während des 2. WK unter deutscher Besatzung („roger viollet paris occupation“)
  • die Befreiung von Paris 1945 („roger viollet liberation“)
  • die Rückkehr der ausgelagerten Kunstschätze in den Louvre („roger viollet louvre“)
  • das Pariser Fundbüro in den 20er Jahren („roger viollet office“)
  • Ländliche Fotodokumentation im Nièvre, Savoyen („savoy“), Finistère und Sologne.
  • Neapel in Aufnahmen des späten 19. Jhs. bis hin zu aktuellen Reproduktionen dortiger Kunstwerke in Frabe
  • Bilder von italienischen Filmdrehs in den 60er Jahren („roger viollet film shooting“)

Ferdinand Schmutzer

Hier noch eine Fotosamlung, auf die ich via visuell aufmerksam wurde:

Die Wiener Agentur Anzenberger hat in ihrem Webangebot Bilder des Fotografen Ferdindand Schmutzer. Zum Fotografen heisst es in der Datenbank von Anzenberger lediglich: Ferdinand Schmutzer (1870-1928) was a well-known Viennese etcher engraver and portraitist.

Die fotohistorische sehr interessante Portraitsammlung von 583 Aufnahmen bietet alles was in Wien Rang und Namen hatten, von Richard Strauss, über Einstein und Freud bis zu Kaiser Karl I.

Eine kurze Bildübersicht gibt es auf der Anzenberger-Seite unter Stories – History. Über die Suchfunktion sind die Bilder mit „ferdinand schmutzer“ direkt suchbar.

Mehr über Schmutzer in Bildarchiv Austria.

Die Liebe zu den Bildern

Das Haus der Fotografie in Hannover übergibt dem Sprengel Museum seine Sammlung, berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung:

Liebhaber waren sie alle, Liebhaber der Fotografie. Und Fotografen waren sie natürlich auch alle, Profi- und Amateurfotografen, und davon überzeugt, die künstlerische Fotografie zu fördern. Dazu hatten diese Liebhaber 1994 einen Verein gegründet, der sich „Haus der Fotografie“ nannte. Vor wenigen Wochen wurde der Verein aufgelöst, die ansehnliche Sammlung ging gestern Vormittag offiziell ins Eigentum der Stadt Hannover über: 55 Bilder von 19 Autoren, darunter so bekannte Namen wie Ralph Gibson, Isolde Ohlbaum und Arno Fischer.

PHOTHEREL

Am 31. Oktober wurde das von der EU geförderte PHOTHEREL-Projekt abgeschlossen.
Auf der PHOTHEREL-Website heisst es dazu:

„PHOTHEREL is a European e-learning project on the conservation and dissemination of photographic heritage via a „justified“ digitization. The basic assumption of PHOTHEREL is that the digitization of photographic heritage cannot be reduced to a strictly technical process, but should also include a cultural, historical and contextual framing of the image. An image is not only an object to be „seen“, but also – and most of all – an object that has to be interpreted and understood. This portal site offers links to the PHOTHEREL methodology and to demonstrations of the use of this methodology.“

Die Seite bietet nützliche Literaturhinweise und Links zum Thema Digitalisierung und Konservierung von fotografischem Kulturerbe.

Es gibt eine Reihe theoretischer Überlegungen zur Analyse von Bildern. Hier kam mir allerdings die Frage, wie diese historischen und medientheoretischen Überlegungen zur Fotografie auf Digitalisierungsprojekte zurückwirken können und müssen. Welche Mittel haben wir mit Hilfe von Metadaten und Datenbanken den Kontext einer Fotografie angemessen zu dokumentieren? In diesem Punkt stehen die Antworten noch aus.

Dass die Seite mit PLONE realisiert wurde, hat mich natürlich gefreut. Die Qualitäten dieses CMS konnte ich schon bei einer Reihe von Projekten einsetzen.

Bilddatenbanken in den Niederlanden

Ein Hinweis von Archivalia: eine Übersicht über Bilddatenbanken in den Niederlanden.

Hier die interssantesten Datenbanken historischer Fotobestände, von denen ich einige neulich schon vorgestellt hatte:

Die Erinnerung an das Jahr 1945 – Pressebildarchive und kommerzielle Agenturen

Neben den staatlichen und öffentlichen Archiven sind es die alten Pressearchive, die Fotobestände zum Jahr 1945 besitzen. Der folgende Überblick (unvollständig) als Einstieg:

An erster Stelle ist natürlich an die großen, Getty und Corbis, zu denken, in deren Beständen zahlreiche Pressearchive aufgegangen sind.

In Deutschland ist das Archiv des Ullstein-Verlags zu nennen, das gut online zu durchsuchen ist, auch wenn hier wiederum nur ein Ausschnitt des Gesamtbestandes digital vorliegt. Weitere kleine Sammlungen: Interfoto, kpa photo archive.

Gute Recherchen kann man über Mirrorpix in den Pressebildarchiven von Daily Mirror, Sundy Mirror, The People, Racing Post, Daily Record und Sunday Mail machen.

Die Archive von Time und Life sind über die Seite Time & Life Pictures zu recherchieren.

Weitere kleinere Bestände bei IPNStock (Independent Photography Network), The Image Works, Retrofile, Picture-Alliance und Mary Evans Picture Library.

Die Erinnerung an das Jahr 1945 – die Niederlande

Ein Ausschnitt des Archivs des des Nederlands Fotomuseum ist derzeit über die Seite Het Geheugen van Nederlandsdie Erinnerung der Niederlande erreichbar. In diesem Auftritt sind verschiedene Fotobestände zusammengefasst, u.a. eben auch die illegalen Fotografien aus der Zeit der deutschen Besatzung.

Gesucht werden kann nach den Protagonisten der Gruppe der verstecken Kamera: Oorthuys, Sibbelee, Breijer, Huizinga, Meijboom, Lamberts, van Wijk, und weiteren Personen, z.B. „Wilhelmina“.

Für Sachschlagwörter benötigt man allerdings Niederländischkentnisse oder muss ein Wörterbuch zu Rate ziehen: z. B. für „Kinderen“. Daneben bietet die Suche Felder für Ort und Zeit. Die Suche nach „1945“ liefert immerhin rund 3800 Treffer.

Eine äußerst sinnvolle Funktion der Datenbank: ruft man die Vollanzeige eines Einzelbildes auf, werden rechts unter dem Bild verwandte Schlagworte gelistet, was das Suchen nach ähnlichen Motiven sehr erleichtert.

Das Bildarchiv des NIOD (Netherlands Institute for War Documentation) ist ein weiterer wichtiger Archivbestand mit über 350 Einzelsammlungen zum Zweiten Weltkrieg.

Die Online-Suche in der Fotosammlung hält immerhin auch Auswahllisten mit Keywords und Personennamen bereit, auch wenn man sehr viel Geduld benötigt (einige Minuten!), bis die Liste geladen ist. Immerhin findet der Benutzer – so er denn die Seite nicht bereits verzweifelt verlassen hat – mit „‚Dolle Dinsdag'“ Bilder zum Abzug der deutschen Besatzer.

Bilder zum Hungerwinter 1944/1945 finden sich mit „hunger winter“ oder „food droppings“. Gute Treffer liefern auch „german occupation“, „photography“, „razzia“, „illegality“, „organized resistance“. Leider sind nicht alle Keywords der Listenauswahl tatsächlich mit Fotodokumenten verknüpft.

Die Erinnerung an das Jahr 1945 – Großbritannien und die USA

Zum 60. Mal jährte sich das Ende des Zweiten Weltkriegs, zum Ausklang dieses Jahres möchte ich hier eine Übersicht über die Webangebote der westeuropäischen und amerikanischen Bildarchive geben. In fast allen Fällen ist nur ein Bruchteil der Sammlung digital im Netz verfügbar. Die folgenden Beschreibungen für Suchen sind keineswegs systematisch, können aber als Einsteig für eine weitergehende Beschäftigung mit den Bildarchiven dienen.

Großbritannien

Das Imperial War Museum besitzt einen immensen Fundus an Bildern – zu allen kriegerischen Konflikten sind es über 6 Millionen. Die Datenbank der Fotosammlung ist nach Themen nicht gerade bequem zu durchsuchen (kein kombiniertes Suchen innerhalb von Subjects), dann schon eher nach bekannten Fotografennamen, auf die das Suchformular zumindest einige Hinweise gibt: Brooks, Beaton, Keating, Lewis, Nicholls. Weitere zum Ausprobieren: Handford, Wilson.

Die Sammlung beinhaltet u.a. Aufnahmen der befreiten Lager in Bergen-Belsen und Buchenwald. Interessante Ergebnislisten liefern folgenden Subject-Suchen: „rhine“ oder „wesel“ (Rheinüberquerung der Alliierten), „cassino“ (Schlacht um den Monte Cassino) (mehr dazu), und „d-day“ (Landung in der Normandy).

USA

Im amerikanischen Pendant, den National Archives, werden die Fotos der Signal Corps – der amerikanischen Armeefotografen – aufbewahrt. Mit der Suche in der Datenbank über ARC werden allerdings auch Bilddokumente getroffen, die leider noch nicht digital vorliegen, etwa die Aufnahmen der alliierten Sammelstellen für Kunstwerke (Suche „central collection point“) in Wiesbaden und München.

Durch anhaken einer Box und Beschränkung auf „Photographs and other Graphic Materials“ kann die Suche auch auf Dokumente mit digitalen Bildern eingeschränkt werden. Interessante Keyword-Suchen: „dachau“, „remagen“, „atomic bomb“.

Mit dem Einmarsch der Alliierten sind auch einige Bilder Heinrich Hoffmanns in die Sammlung gelangt. Allerdings muss der Benutzer so schlau sein, sie unter „heinrich hoffman“ zu suchen. ;-) Eine alte Erfahrung mit alliierten Archiven: in Datenbanken sind korrumpierte Namen schwer zu finden.

University of Wisconsin Digital Collections

Unter den Digital Collections der University of Wisconsin, befinden sich auch einige Fotosammlungen, auf die ich hier aufmerksam machen will.

Teil der History Collection sind Fotografien des Ersten Weltkriegs (Images of World War I Collection). Die rund 200 Fotografien sind Teil eines Albums, das der deutsche Soldat Jako Sitzmann angelegt hat. Die deutschen Titel wurden mit in die Dokumentation übernommen.

Das Memorandum über die Befreiung des Lagers Dachau (1945?) ebenfalls Teil der History Collection, enthält ebenfalls einiges Bildmaterial.

Neu hinzugekommen ist schließlich die East Asia Collection.

Teil dieser Sammlung ist eine Fotodokumentation des US Army’s 15th Infantry Regiment (Can Do Regiment), das von 1911 bis 1937 in China stationiert war. Die Truppen kamen als Schutztruppen in Folge der Revolution 1911 nach China. Diese als Tianjin Collection bezeichnete Sammlung, enthält Aufnahmen aus den 1920er und 1930er Jahren.

Daneben hat der Amerikaner Holmes Welch (Holm Welch Collection) mit starkem landeskundlichem Interesse in China fotografiert, unter diesen Aufnahmen sind vor allem buddistische Tempel und Riten zu nennen.